Scott Middleton, Gitarrist der kanadischen Cancer Bats, hat sich vor der Show als Atreyu Support die Zeit genommen mir Fragen zur Band und zum neuen Album zu beantworten,

Markus (MetalViecher.de): Hallo Scott. Willkommen in Deutschland. Ich bin Markus von MetalViecher.

Scott Middleton (Cancer Bats): Hallo.

Markus: Könntest du dich und deine Band Cancer Bats bitte unseren Lesern vorstellen?

Scott: Klar! Ich bin Scott Middleton und spiele Gitarre bei den Cancer Bats und komme aus Toronto, Kanada.

Markus: Was bedeutet der Bandname Cancer Bats und wo kommt er her?

Scott: Es hat eigentlich keine tiefere Bedeutung. Unser Sänger und ich haben uns den mal ausgedacht, als wir uns über das Gründen einer Band unterhalten haben. Er kam irgendwie auf die Idee und ich fand den Namen auf Anhieb gut. Es klingt wie eine härtere Band und passte zu dem Stil, den wir machen wollten. Er hört sich halt einfach cool an.

Markus: Wie würdest du den Musikstil deiner Band beschreiben?

Scott: Wir sind eine Band, die man nicht einem bestimmten Stil zuschreiben kann. Wir sind irgendwo zwischen Metal, Punk und Hardcore. Aber auch Rock ist irgendwo drin. Wir sind heavy und aggressiv, aber einem speziellem Genre kann ich uns nicht zuordnen. Wir passen halt nirgendwo genau rein. Ich habe früher mehr Metal gehört, als die anderen Jungs, also denke ich immer in einem gewissen Metalkontext.

Markus: Was möchtest du unseren Lesern über euer neues Album erzählen?

Scott: Es ist unser drittes Album. Weil wir früher viele Probleme mit Plattenfirmen und so hatten ist es diesmal vielleicht das erste Mal, dass die Leute von uns hören. Das ist für mich okay, da es meiner Meinung nach das beste Album ist, was wir bisher gemacht hatten. Es ist das erste Album, was wir mit unserem Bassspieler geschrieben haben. Es ist wohl das repräsentativste, was unseren Livesound angeht. Es ist das heavyste und auch das experimentellste. Wir haben viele verschiedene Sounds ausprobiert. Es gibt quasi keinen cleanen Gesang. Wir haben im Gesamten mehr Dynamik durch das Gitarrenspiel eingebaut. Ich bin wirklich stolz auf es.

Markus: Und nun mit Roadrunner gibt es die von dir angesprochenen Probleme nicht mehr?

Scott: Auf jeden Fall, Roadrunner ist toll. Jetzt können die Kids unsere CD in den Läden kaufen und wir bekommen viel mehr Anfragen. Grade das mit den Läden war früher wirklich ein Problem. Wir waren bei einem UK Label und die waren echt gut, aber halt nur in Großbritannien. Eigentlich sollten sie sich mit anderen Labels in Europa austauschen, aber das hat irgendwie nicht funktioniert. Es kam hier dann vor, dass Kids kamen und uns sagten, dass sie uns toll finden, aber unsere CD downloaden mussten, da sie sie einfach nicht kaufen konnten. Das war für mich natürlich enttäuschend, aber nun mit Roadrunner bekommen wir viel mehr Aufmerksamkeit und immer mehr Leute kommen um unsere Band zu sehen. Die Leute erwarten von Roadrunner natürlich Qualitätsbands und sind deshalb eher geneigt uns mal auszuprobieren. Ich kann das verstehen, denn ich höre viele Bands von Roadrunner. Und viele der Death-Metal Bands, die ich als Kind gehört habe waren bei Roadrunner und daher ist es sehr cool für mich nun auch bei dem Label zu sein.

Markus: Wie waren die Reaktionen der Fans und der Medien zu „Bears, Mayors, Scraps & Bones“, eurem neuen Album?

Scott: Die Fans finden es klasse und ich habe von niemandem gehört, dass er es nicht mag. Die meisten, mit denn ich bei Shows geredet habe mögen die neuen Sachen mehr als unsere alten Stücke. Bei der Presse bekommt man immer gemischte Reaktionen, da die Leute dafür bezahlt werden kritisch zu sein. Ich denke, man sollte sich davon nicht allzu viel beeinflussen lassen. Insgesamt glaube ich aber, dass der Großteil der Reviews positiv war. Natürlich hört man immer „das war nicht so gut wie das letzte Album“ oder „ich mag es aus folgenden Gründen nicht“. Bei anderen Reviews werden dieese kritisierten Punkte dann besonders gelobt, daher mach ich mir da nicht viel Gedanken drum. Man kann da nicht gewinnen. Es ist nett eine gute Review zu bekommen aber ich störe mich nicht an den schlechten. Wenn die Fans auf uns zu kommen und darum bitten viele neue Songs zu spielen, dann haben wir alles richtig gemacht.

Markus: Was sind deine Lieblingslieder auf der neuen CD „Bears, Mayors, Scraps & Bones“?

Scott: Bisher hatten wir nicht die Möglichkeit alle live zu spielen, daher konzentriere ich mich auf die, die wir live spielen. Ich mag sehr gerne „Darkness lives“, einen der ersten Songs die wir für das Album geschrieben haben. Er ist langsam und heavy und hat einen wirklich coolen Groove. Er hat ein cooles Solo und macht mir live dadurch viel Spaß. Ein anderer Song, „Fake Gold“, ist das absolute Gegenteil. Es ist vermutlich der schnellste, technischste und chaotischste Song den wir geschrieben haben. Ich liebe ihn, er ist voller Energie und eine Herausforderung zu spielen. Es gibt der Sache mehr Spannung, wenn man sich besonders anstrengen muss und besonders präzise sein muss. Die Fans scheinen ihn auch zu mögen. Es ist immer eine schöne Reaktion, wenn man den ersten Akkord anschlägt und die Menge direkt mitsingt.

Markus: Und was ist deiner Meinung nach der Publikumsliebling?

Scott: Das ist davon abhängig, ob wir Headliner sind oder ob wir eine andere Band supporten. Wenn wir Support sind, wie heute, dann sind das überwiegend Fans der anderen Band und die kennen von uns dann nur das von MySpace, dem entsprechend gehen die bei den MySpacesongs am meisten ab, während die anderen uns besser kennen.

Markus: Wie kam euch die Idee für das Beastie Boys Cover „Sabotage“?

Scott: Wir haben im letzten Sommer viele Festivals gespielt und wir haben ein paar Cover Songs, nur so aus Spaß. Cover zu spielen macht Spaß, auch wenn es nicht im Fokus unserer Band ist. Ein Grund diesen Song zu nehmen war natürlich, dass ihn viele Menschen kennen und mitsingen können, auch wenn sie nicht unsere Version kennen. Auf Festivals ist es dann nicht das übliche „ich höre die zehn Lieder einer Band und ich kenne keins“, sondern man kann auch mal ein Lied spielen, mit dem man ein größeres Publikum anspricht. Wir wir genau darauf gekommen sind? Wir hatten den Traum und wir haben sofort gedacht „das machen wir“, auch wenn ich nicht wusste, wie das funktionieren soll. Das ist immerhin ein Hip Hop Lied mit scratchenden DJs und sowas haben wir halt nicht. Wir haben es dann ausprobiert und es hat gepasst. Eigentlich wollten wir es nicht auf die Platte packen, aber nach den Festivals haben die Leute immer danach gefragt und deshalb haben wir es doch mit drauf genommen.

Markus: Daher auch das Musikvideo?

Scott: Das war eigentlich nur zum Spaß, aber das Endergebnis ist echt cool geworden. Es war halt eigentlich nur für Promozwecke, aber nun hat es doch recht viel Airplay bekommen und das ist natürlich cool.

Markus: Was sind eure Zukunftspläne?

Scott: Ich glaube, wenn wir mit der Tour fertig sind werden wir ein Musikvideo für „Scared To Death“ machen, worüber ich sehr glücklich bin, da ich das Lied sehr mag. Ich weiß nicht, um was es in de Musikvideo gehen wird, aber wir haben immer den gleichen Regisseur und er hat echt coole Ideen, also vertrauen wir ihm. Auch werden wir ein paar Festivals spielen und im Oktober nach Europa für eine Supporttour kommen. Mit wem wir touren werden darf ich dir aber noch nicht verraten.

Markus: Was denkst du über Musikdownloads? Alles okay,  solange man kauft was man mag, oder generell böse?

Scott: Ich finde es okay, wenn man Musik läd, um rein zu hören, und hoffentlich kauft, wenn es einem gefällt. Davon ab ist es momentan vermutlich eh unvermeidbar, also muss man das beste daraus machen. Und ich tue es ja auch selber, aber wen ich es mag kaufe ich es mir auch. Und ich wünsche mir, dass das mehr Leute so machen. Ich glaube nicht, dass dass Runterladen für sich das Problem ist. Das Problem an der ganzen Raubkopiererei ist, dass die junge Generation ohne das Bewusstsein aufwächst, für etwas, wie zum Beispiel Alben, bezahlen zu müssen. Sie wissen nicht, dass auch Musik so etwas wie einen Wert hat. Im Grunde senken die geringeren Verkaufszahlen die Musikqualität für alle. Den Plattenfirmen wird die Möglichkeit genommen auch mal etwas anderes, besonderes zu machen, bei dem es auch ein kleines Risiko gibt. Ich glaube dadurch hört die Musik ein wenig auf sich weiter zu entwickeln, da nur der selbe Mainstream veröffentlicht wird.

Markus: Wie kamst du darauf Musiker zu werden?

Scott: Ich glaube das war das selbstbetitelte „Black Album“ von Metallica. Ich hatte das Album als ich elf Jahre alt war und es war das erste Album, bei dem ich jeden einzelnen Song mochte. Vorher habe ich auch meist Popmusik und alten Rock, den mein Vater damals hörte, gemocht. Es hat bei mir einfach den Drang Luftgitarre zu spielen ausgelöst, etwas was ich bis dato nie getan hatte. Ich hatte mal mit meinen Freunden Basketball gespielt und sein Nachbar hatte einen Garagenflohmarkt und verkaufte dort seine Gitarre mit Verstärker und ich habe sofort meinen Vater angerufen, dass er mir 50$ bringen soll und dann habe ich sie gekauft.

Markus: Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche euch eine tolle Show und alles Gute für die Zukunft. Das letzte Wort gehört dir.

Scott: Besucht unsere Konzerte auf unserer nächsten Tour durch Deutschland und kauft unser aktuelles Album.

Wir verwenden Cookies (z.B. Sessioncookies), um dem Besucher das beste Nutzererlebnis zu bieten. Diese Cookies sind eine rein technische Notwendigkeit und werden nicht für das Nutzertracking genutzt. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben oder in irgendeiner Form auf den Servern von MetalViecher.de gespeichert. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.
Okay!