Da Stormwarrior auf dem Rock Hard zu Gast waren, hatte ich die Möglichkeit mit Yentz Leonhardt, dem Bassisten von Stormwarrior zu sprechen und für euch ein kleines Interview zu führen.

Marcus: Danke erstmal dafür, dass es möglich ist dieses Interview zu führen!

Yentz: Wieso auch nicht, wir sind ja hier..

Marcus: Wenn Du bitte einmal so freundlich wärst die Band für die Leute vorzustellen die Stormwarrior noch nicht kennen..

Yentz: Lars Ramke, unser Sänger und Gitarrist hat die band in 1998  gegründet.
Die Band hat die alte Route genommen mit 2 Kassetten Demos, danach 2 Vinyl-Demos.
Danach wurde es dann langsam Zeit für das erste Album. Da hat dann Kai Hansen (Gammaray), der lange versprochen hatte eine Stormwarriorplatte zu machen, das Album produziert, was eine riesen Hilfe für Stormwarrior war.
Danach kam dann direkt die zweite Platte. Stormwarrior ist dann in 2005 mit Gammaray nach Japan gegangen was der Band dann wieder enorm ausgeholfen hat. Die dritte Platte dann, ein ganz wichtiger Make it or Break it Punkt für jede Band haben wir dann selber gemacht, weil wir auf unseren eigenen Füßen stehen müssen.

Marcus: Hat mir auch sehr gut gefallen das neue Album, wesentlich besser als die Alten.

Yentz: Ja, man kann sagen die ersten beiden Alben sind sehr Speed-Orientiert und sehr um die alte Hamburger Schule aufgebaut, worauf wir auch stolz sind. Bei der neuen Platte haben wir dann gedacht das es an der Zeit ist ein breit gefächertes Spektrum einzubringen, vielleicht auch ein paar battle / epische Sachen reinzubringen wie bei "Into the Battle" oder "The Revenge of Asa Lande". Das Album hat zwar auch ein Paar Speed-Nummern, aber wir wollten zeigen das wir auch was anderes können.

Marcus: War dieser Wunsch nach Eigenständigkeit auch der Grund dass Ihr diesesmal nicht mit Kai Hansen zusammengearbeitet habt sondern das ganze auch von Piet habt abmischen lassen?

Yentz: Es ist nicht so das wir keine Lust hatten mit Kai zusammen zu arbeiten. Er ist echt ein guter Freund von uns. Er hatte ja auch genug mit seiner eigenen Platte zu tun, aber es war wohl sehr gut dass wir es alleine gemacht haben in unserem eigenen Studio. Ich arbeite oft mit Piet zusammen, wir spielen ja auch zusammen in Iron Savior und Savage Circus. Es war also klar das er das Album abmischen würde. Er hat das auch gut gemacht.. also anstatt uns seinen eigenen Stil aufzuzwingen hat er unser Universum echt gut verstanden und auch perfekt abgemischt.

Marcus: Ihr werdet ja oft mit anderen Bands verglichen, hauptsächlich mit Gammaray und Helloween. Ich habe aber auch schon öfter im Zusammenhang mit Stormwarrior den Namen Running Wild gelesen. Ich persönlich kann aber eigentlich keine Ähnlichkeiten mit Running Wild entdecken, ausser vielleicht das Running Wild auch aus Hamburg kommen.

Yentz: Sie kingen schon anders, trotzdem sind sie ein Teil vom Anfang von Stormwarrior. Du musst dir Lars als ganz junge Person vorstellen. 1998 zur Zeit der ersten Demos. Da waren Running Wild und Helloween seine absoluten Wurzeln. Ich komme ja selber aus Kopenhagen in Dänemark, da haben wir eine ganz andere Szene. Ich mein ich kenne die bands und finde sie sehr geil, aber für Stormwarrior war Running Wild sehr wichtig, vor allem die treolisierten Sachen. Das haben Running Wild sehr gut gemacht. Aber es gibt auch andere Sachen wie Manowar z.B. und Bathory von der Atmosphäre her.
Auf der neuen Platte haben wir auch gedacht, dass  es an der Zeit ist mehr mit Atmosphäre zu machen. Wir haben mehr mit weirden Battlefield-Effekten und Backing zu arbeiten um das Gefühl zu kreieren das man auf einem Battlefield steht 1000 Jahre nach Christus. Das ist ziemlich spannend gewesen.

Marcus: Das neue Album baut auf dem vorherigen Album Northern Rage auf und ist wieder ein Vikinger Album geworden. Wollt ihr der Thematik treu bleiben oder habt ihr schon was völlig anderes im Hinterkopf?


Yentz: Das thema gefällt uns sehr und ist auch ein Teil von uns. Lars zum Beispiel hat skandinavische Linguistik und Archäologie studiert. Ich komme selber wie gesagt aus Dänemark und es ist schon spannend in die alten Mythen einzutauchen, die Stärke wiederzufinden unserer Urahnen. Das wird bestimmt so bleiben. Nicht nur, wir haben ja auch einen Song über den 30 jährigen Krieg "Lion of the North" aufgenommen. Wo es um schwedischen König geht der in den 30 Jährigen Krieg eingezogen ist. Das war 1630 oder so. Das ist aber auch irgendwie verwandt mit der Power vom Norden.

Marcus: ich frag unter anderem auch, weil man es Running Wild damals doch etwas übel genommen hat, dass Sie von ihrem Piratenthema abgerückt sind..

Yentz: Das war sicher auch nur für ein Album, Under Jolly Roger geplant und dann hat sich das so ergeben weil das super gelaufen ist. Vielleicht wollten sie nicht als "Piratenband" enden.. Bei uns ist das Thema halt sehr persönlich. Wir sind nicht oberesotherisch drauf, aber man meint schon, dass man sich an Dinge von früher erinnert und das man das gerne ausforschen möchte.

Marcus: Um nochmal auf das neue Album zurückzukommen, im Song "The Holy Cross" wird mit Begeisterung gesungen dass das Kreuz brennen solle.. es geht also mal wieder gegen die Kirche. Das war ja schon in einigen anderen Song so.. Habt ihr da eine besondere Abneigung gegen die Kirche?

Yentz: Also wir reden viel üer die Thematik. Das ist schon eine grundlegende Sache für für Stormwarrior. Ca. 1000 nach Christus kam die katholische Kriche nach Skandinavien. Manche Könige oder reiche Leute haben sich gedacht "geil, eine Chance mehr Macht und Reichtum zu bekommen" und die Meute zu unterdrücken. Manche wurden begraben mit einem Kreuz und einem Thorshammer, manche haben aber auch ihr Leben gelassen weil sie für den Odin-Kult gekämpft haben. Ich will jetzt nicht sagen das wir Kirchen abbrennen wollen oder so, es gibt auch viele gute Rituale in der christlichen Kirche. Unsere Magie liegt im Odin-Kult und der nordischen Mythologie.

Marcus: Ihr seid ja oft mit Kai Hansen auf Festivals unterwegs, wie kam es dazu?

Yentz: Ich war ja ni cht von Anfang an dabei, aber ich denke schon das Kai irgendwie gespürt hat, dass Stormwarrior die Energie hatten die Helloween auch hatten. Und dann hat er einfach Bock gehat die Helloween Klassiker mit Stormwarrior zu spielen. Kai war ja auch ein Mentor für Stormwarrior. Die alten Helloween Sachen liegen uns ja auch. Dann ist es leider dazu gekommen das viele Leute dsa total missverstanden haben und gemeint haben wir wären nur eine Helloween-Coverband. Dann muss man aber auch leider sagen das wir in Deutschland vorerst keine Gigs mehr mit Kai Hansen spielen, da eben die Fans und die Presse das missverstehen wollen.

Marcus: Es ist also jetzt erstmal geplant mehr reine Stormwarrior Shows zu spielen?


Yentz: Ja auf jeden Fall, wir spielen dieses Jahr 12 Shows und nur eine davon ist mit Kai Hansen. Und das ist in Schwende auf dem Sweden Rock.

Marcus: Wo du gerade Schweden ansprichst.. Ich weiss es gibt von dem Song Odins Warriors auch eine schwedische Version. Sprecht ihr schwedisch oder ist das eher so eine Sache wie bei Manowar "Herz aus Stahl?"


Yentz: Lars und ich können uns wunderbar auf Dänisch und Schwedisch unterhalten, die anderen auch teilweise. Das ist schon immer so eine Sache von lars gewesen, weil er eben einen besonderen Bezug zu Skandinavien hat.

Marcus: Ein allgemeines Phänomen ist es, das Japan-Ausgaben von Alben diverse Extras wie z.B. Bonus Songs haben.. soweit ich weiss ist das bei Euren Alben auch der Fall. Wie kommt es dazu das unsere Freunde im Land der aufgehenden Sonne die ganzen Extras absahnen? Sind die Fans dort schwerer aus der Reserve zu locken, was das Kaufverhalten angeht?

Yentz: Ja.. ist eingentlich schade. Das hat sich so entwickelt, da in Japan immer später veröffentlicht wurde. Und um eben Importen vorzubeigen bekommen die Japaner die Extras. Ist nur schade das die anderen nichts davon haben. Bei unserem Fall wäre das der Song "Night of the Storm"
Ach.. Ich soll übrigens von Lars grüßen!

Marcus: Mich würde jetzt noch interessieren was Ihr so privat an Musik hört. Nicht jeder der Metal spielt, hört auch Metal..

Yentz: Das ist bei uns ziemlich breit gefächert. Falco kommt direkt aus der Deathmetal/Hardcore Szene, Lars ist Truemetal. Ich bin etwas älter, ich mag auch Bands die anderes machen wie z.B. Avenge Sevenfold oder Carcass.

Marcus: Bei Northern Rage war es ja noch so, das Ihr von Stormwarrior noch nicht leben konntet, wie schauts jetzt damit aus?

Yentz: Sieht schon besser aus. Ich meine, ich muss davon leben, darum spiele ich auch noch in anderen Bands. Aber ich gebe alles für Stormwarrior und spiele dann auch Konzerte oder Festivals die nicht so gut bezahlt sind. Das wird sich schon irgendwann auszahlen.

Marcus: Hast Du noch irgendwelche letzten Worte?

Yentz: Ja.. egal wie verrückt es für Dich selber klingen mag: Dein Universum, deine innersten Träume kannst Du verwirklichen. Es ist nie zu spät, Du musst nur an Dich selber glauben!

Marcus: Danke für das aufschlussreiche Gespräch!

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