Auch diesen Winter waren Subway to Sally wieder mit ihrem Minifestival, der Eisheiligen Nacht unterwegs und beglückten einige deutsche Städte mit ganz und gar nicht besinnlichen Klängen. Ein willkommenes Wachrütteln aus dem Weihnachtsfraßdelirium und auch gleich die Gelegenheit, mit Bewegung gegen die Schlemmereien der letzten Tage vorzugehen. Vor dem Congress Centrum ging es schwarz in schwarz zu, der gesamte Vorplatz wie auch die Straße lang dunkles Volk, das gar nicht alles in die Halle zu passen schien. Diese war dann auch wirklich gut gefüllt, von Anfang an.

Los ging es mit Feuerschwanz. Gewohnt gut gelaunt brachten sie die Menge ein erstes Mal zum Tanzen, Springen, Mitsingen (-Grölen) und zum Jubeln. Bunt gekleidet und diesmal mit nur einer ihrer Tanzmiezen, denn die andere befand sich im Winterschlaf. so musste sich Mieze Nr.1 natürlich Verstärkung holen, wozu sie eine reizende Junge Dame aus der ersten Reihe zu sich auf die Bühne holte. Nach einer kurzen Einführung brachten dann beide die Zuschauer in Stimmung und unterstützten die Band, wo sie konnten, mit ihren Tanzeinlagen.                      
Nicht lange, denn bald ging es weiter mit Fiddlers Green. Ihr Folkraider (der Mann mit dem Stierkopf und dem spärlichen Beinkleidern) sorgte für einen super Auftakt, strauchelte dann aber und musste leider die Bühne verlassen. An seine Stelle traten dann die sechs Folk - Verrückten.
Sie griffen die Stimmung von Feuerschwanz auf und bauschten sie weiter auf. Schnelle Saiten, Trommelschläge und Töne hagelten auf das Publikum ein und ließen kaum Zeit wieder zu Atem zu kommen. Den Jungs auf der Bühne ging es auch nicht besser, sie hechteten von quer über die Bühne, posten, feuerten das Publikum weiter an.
Nach einer weiteren kleinen Umbaupause folgte nun die Letzte Instanz. Die Stimmung ebbte auch jetzt nicht ab. vor der Bühne und auf der Bühne fing es an zu kochen, mit Holly D. gingen ein paar Mal die Pferde durch und er schrie die Songs in die Luft, die nun schon eher eine zähe Masse war. Von der Bühne kam also die geballte Ladung Power und Musik. M. Stolz soll auch nicht unerwähnt bleiben, er fegte über die Bühne und fiedelte was das Zeug hielt. Abgerundet wurde ihr einzigartiger Sound durch Cellist Benny, der seinerseits mit fliegenden Dreads für Bewegung und mit seinem Bogen für das i-Tüpfelchen sorgte.
Kommen wir nun zu der letzten Band des Abends, dem Headliner Subway to Sally. Sie traten mit ihrem aktuellen, im Herbst erschienenen Album Schwarz in Schwarz auf. Ältere Stücke fehlten natürlich auch nicht, doch ist ihre Show eindeutig härter und medialer geworden. Die Pyros wurden aufgestockt und dem Publikum somit noch mehr eingeheizt. Mit Fackeln, Fontänen und Feuerspucken wurde es ganz schön warm im Saal. Auch hier wieder kein Anzeichen von Müdigkeit, weder auf noch vor der Bühne. Die Band war sehr gut gelaunt und übertrug das auf ihre Fans. Eric tanzte und wirbelte über die Bühne, brachte einen Kniefall vor Ingo, flirtete mit Frau Schmitt und bangte mit Bodenksi und Simon. Den besonderen Thrill brachten die Leuchttafeln hinter ihnen, auf denen passend zu den Songs Skulls, Schriften und andere Symbole erschienen. Gänsehaut bekam ich bei MMXII, dieses Jahr geht ja bekanntlich die Welt unter, nicht neues, aber für ein paar Sekunden war die Stimmung dermaßen düster, dass mir ein kleiner Schauer über den Rücken lief.
Als letzte Zugabe gab es - wer wüsste es nicht - Julia und die Räuber. Sichtlich genervt von diesem Song, aber dennoch verdammt rockig und laut Beendeten Subway to Sally die Eisheilige Nacht in Bochum.

Natürlich wird es die Eisheiligen Nächte auch in diesem Jahr wieder geben. Sie feiern ihr 20-jähriges Jubiläum, unter anderem zusammem mit Fejd, Russkaja und den Apokalyptischen Reitern.
Neben ihrer Headlinershow werden Subway to Sally die Nächte mit einem Zeitreise-Special eröffnen, einer speziellen Setlis, die aus Songs der ersten Jahre bestehen wird. Man darf also gespannt sein.