Wenn es um Bands geht, die niemand mehr auf dem Schirm hatte, dann rangieren die Murderdolls ziemlich weit oben. Nach ihrem Debut "Beyond The Valley Of The Murderdolls" im Jahre 2002 gab es ein paar Konzerte und dann war es lange still, denn erst ganze acht Jahre später, im Spätsommer 2010, erschien die zweite Scheibe.

Das Werk trägt den Namen „Woman And Children Last“ und ist das erste Album, welches nicht aus recycelten Songideen anderer Bands der Bandmitglieder besteht. Hier haben Joey Jordison (Slipknot-Drummer) und Wednesday 13 erstmals zusammen gesessen und direkt für die Murderdolls Lieder geschrieben, wie uns Wednesday 13 im Interview mitteilte.

Der Albumname spielt übrigens auf Van Halens „Women & Children First“ Album aus dem Jahre 1980 an und soll, laut Wednesday, nach den Regeln des schlechten Geschmackes polarisieren.

Das Ergebnis klingt ein wenig erwachsender und durchdachter, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Immerhin ist man nicht wieder auf der „Untote/Monster“-Schiene unterwegs und versucht sich mit etwas tiefgründigeren Themen. Auch ist nicht zu Überhören, dass die Band um einiges professioneller geworden ist. Eine weitere Änderung betrifft das Line-Up, denn abgesehen von den beiden Protagonisten ist keiner der ursprünglichen Besetzung geblieben.

Das Intro „The World According To Revenge“, soll ein wenig freaky und duster klingen ist aber in meinen Ohren weitestgehend überflüssig. Direkt im Anschluss folgt „Chapel Of Blood“, welches deutlich härter und besser daher kommt und vor allem neugierig auf das Folgende macht. Doch die nächsten zwei Songs reißen mich nicht wirklich vom Hocker. „Nowhere“ ist der erste Song der mir wirklich sehr gut gefällt. Eingängige Melodien und einfacher Refrain machen das Stück zu einer Livegranate und auch auf CD rockt es.

Direkt im Anschluss geht es mit „Summertime Suicide“ hochkarätig weiter, denn die schnelle Partyhymne heizt auch ordentlich ein und klingt im Refrain ungewohnt fröhlich. Anderer Text und andere Gesichter und sie könnte von Green Day sein und bei MTV laufen (in den paar Minuten am Tag an denen da überhaupt Musikähnliches läuft).

„My Dark Place Alone“ rockt ordentlich und gehört sicherlich zu den stärksten Stücken der Scheibe und somit ist es mehr als gerechtfertigt, dass der Song ein Video spendiert bekommen hat.

Ein nicht zu verachtender Teil der Aufmerksamkeit ist der Tatsache geschuldet, dass hier ein Slipknotmitglied seine Finger im Spiel hat. Doch trotz aller Kritik wäre es unangemessen die Band auf ein bloßes Slipknotmitgliednebenprojekt zu reduzieren, denn Wednesdays Reibeisen-Stimme macht einen Großteil des Charmes und Wiedererkennungswertes der Band aus.

Fazit:

Die Band glänzt mit einigen Liedern, die wirklich rocken wie Sau, aber das Gesamtwerk stufe ich doch eher als Mittelmaß ein, denn viele Lieder erscheinen belanglos und schaffen es nicht mich zu begeistern. Schlecht ist die Scheibe bei Leibe nicht, aber das spezielle Etwas, was eben den Reiz ausmacht fehlt mir hier, genau wie beim Vorgänger. Murderdollsfans der ersten Stunde können aber wohl bedenkenlos zugreifen.

Titel:

Women And Children Last

Veröffentlicht am:

27.08.2010

Label:

Roadrunner Records (Europa)

Bewertung:

6.5

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Tracklist:

01. The World According To Revenge
02. Chapel Of Blood
03. Bored 'Til Death
04. Drug Me To Hell
05. Nowhere [X]
06. Summertime Suicide [X]
07. Death Valley Superstars
08. My Dark Place Alone [X]
09. Blood-Stained Valentine
10. Pieces Of You
11. Homicide Drive
12. Nothing's Gonna Be All Right
13. Rock 'N' Roll Is All I Got
14. Hello, Goodbye, Die