Nachdem ich mich auf dem Graviton Fest von den Livequalitäten von LastDayHere überzeugt habe, freue ich mich nun auch das Debutalbum „From Pieces Created“ in den Händen halten zu können.

In Deutschland hört man wenig bis gar nichts von slowenischen Bands, so auch von LastDayHere. In Slowenien scheinen die Jungs aber einiges bekannter zu sein, so findet man auf der Bandhomepage Artikel aus diversen slowenischen Zeitschriften über die Band, zum Beispiel den „Playboy“ und die „FHM“ (beide für ihre Musikredaktion berühmt ;) ), die „Lea“ welche aussieht wie eine slowenische „Bild der Frau“ (kann mich aber täuschen, ich verstehe ja kein Wort), die “Rock Tribute“ und das kanadische „Portal Magazine“ auf ganzen vier, ich wiederhole vier, Seiten. Zudem berichtete die slowenische BRAVO zwei Mal von der Band und das ganzseitig. Klingt beeindruckend und obwohl die Liste der Zeitschriften sich nicht ohne zu schmunzeln lesen lässt, ist es das auch. Umso gespannter habe ich die CD aus dem Umschlag genommen.

Noch bevor ich die CD in meine Stereoanlage gelegt habe fiel mir die Auflistung der Lieder auf der Rückseite auf. Die Lieder waren nicht, wie üblich, in der Reihenfolge, in der sie auf der CD sind, aufgeführt, sondern so, dass sie, mit kleinen Ergänzungen, ein paar Sätze bildeten. Wenn es anfangs auch ein wenig ungewohnt ist, gefällt mir diese Idee doch ganz gut. Man muss es ja nicht immer wie alle anderen machen.

Nun lassen wir Design mal Design sein und kümmern um das wichtige, die Musik. Stilistisch geht die Musik von LastDayHere in die Richtung des Alternative Metals. Vielleicht ein wenig wie Godsmack, oder SOiL, aber solche Vergleiche hinken immer, also bin ich da etwas vorsichtig.

Das ganze Album ist überwiegend im Midtempobereich angesiedelt. Die zwei Gitarren und der Bass harmonieren gut. Der Sänger Marko Duplisak liefert dazu einen äußerst passenden Gesang, der zu 90% aus cleanen Passagen besteht. Geschrieen wird nur selten. Man setzt hier mehr auf wohl platzierte Akzente, als auf Dauergebrüll. Beides hat seinen Reiz, doch für LastDayHere scheint der gewählte Weg der Richtige zu sein. Wer hartes Gebolze sucht ist hier falsch, denn die Musik könnte auch bei Leuten Gefallen finden, die an sich wenig vom Metal begeistert sind.

Die Musik ist eingängig und mit vielen Choruspassagen und einem abwechslungsreichen Gesang gekrönt. Typisch für die Lieder ist, dass von ruhigeren, melodischen Parts auf schnelle, breaklastige Metalriffs umgeschwenkt wird oder andersrum. Des Öfteren schimmern auch verspielte Melodien für kurze Zeit im Vordergrund nur um dann wieder von härteren Riffs abgelöst zu werden. Durch diesen häufigen Wechsel wird sicher gestellt, dass man, obwohl man schon das halbe Lied gehört, hat immer noch nicht weiß wie es enden wird und so immer eine gewisse Spannung bis zur letzten Sekunde bleibt.

Die Platte überzeugt mit einer guten Produktion, bei der jedes der vier Instrumente angemessen zur Geltung kommt. An den Qualitäten der Musiker und Songwriter gibt’s es nichts auszusetzen. Hervorhebenswert ist der Gesang von Marko, der der Band einen großen Teil des Wiedererkennungswertes gibt und seinen Job sehr gut macht.

Klar ist, LastDayHere legen mit diesem Album keinen Grundstein für eine völlig neue Musikrichtung und sie erfinden auch den Alternative Metal nicht neu, aber so etwas schaffen nur die wenigsten Bands und daher ist es meines Erachtens nicht schlimm, wenn sie hier nicht eine Wahnsinns innovative Platte in die Läden bringen. Das was sie abliefern ist ein sehr solides Debut und ich würde mich nicht wundern, sogar freuen, wenn man in Zukunft von den fünf Slowenen noch mehr hört. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

Titel:

From Pieces Created (Re-Release)

Veröffentlicht am:

18.05.2010

Bewertung:

7.5

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Tracklist:

01. Burned Inside
02. Never Coming Around
03. This Time
04. Coming Alive
05. Fate Somewhere
06. Take Away
07. Hide
08. Saved From Falling
09. Standing In Dark
10. Deep Down Surrounded