Wolf Love, so nennt sich das neue Studioalbum und das 13. insgesamt der niederländischen Pagan Folk Band Omnia. Die sechs Musiker wollen in ihren Songs die Liebe zur und Respekt vor der Natur, persönliche sowie die Freiheit der Gedanken ausdrücken. Betrachtet man ihr neues Album unter diesen Gesichtspunkten, ist es ihnen auch gelungen, wobei allerdings auffällt, dass dies den einzigen Rahmen bildet.

Ich bin von ihrer Musik hin- und hergerissen. Einerseits ist ihr Sound sehr harmonisch und die Melodien eingängig. Von lebensbejahend und schon fast beängstigend fröhlich bis düster melancholisch wird man hinfort getragen. Die verwendeten Stilelemente sind hauptsächlich mittelalterlicher Natur, in fast allen Songs finden sie sich in Form einer Akustikgitarre im Hintergrund wieder.

Andererseits findet sich hier ein Konglomerat aus Stilen und Richtungen, die verwirren und experimentell wirken. Gerade Song Nr. 2 „Dance until we die“ ist das Paradebeispiel dafür. Nach den mittelalterlichen Zupfklängen gesellt sich Hip Hop dazu, der eigentlich schon klischeehaft ist. Zusätzlich tauchen dann wieder Gesänge auf, die versuchen, das ganze Stück wieder ins Mittalalter zurückzuziehen.Ein richtiger rote Faden ist für mich nicht erkennbar, besonders wenn man „Shamanic“ betrachtet. Das gesamte Thema der der Platte ist zwar Wald und Natur, aber mir erschließt sich nicht, warum man auf einmal von Indianern (deren Kriegsgesang auch in „Dance until we die“ vorkommt) überrant wird. Dazu kommt, dass es am Mix hakt. Das Stereobild ist verschoben. Während man aus der linken Box angeschrien wird, plätschern aus der rechten ein paar Hintergrundklänge. Der Gesang ist entweder zu sehr im Vordergrund oder im Hintergrund, so dass das ganze unrund klingt.

Es ist ein Hin und Her zwischen eigentlich ganz nett und irgendwie zusammengewürfelt. Die einzelnen Songs geben für sich meist wunderbar harmonische und zeitlose Songs ab, die Ohrwürmer verursachen und einen zum mitschwingen bringen, wie sehr man sich auch wehrt. Doch ist das Hörvergnügen sehr getrübt von der Suche nach dem roten Faden und vor allem dem verstörenden Ungleichgewicht von Vocals, Instumenten und Hintergrundklängen. Am besten die linke Box leise und die rechte ganz laut drehen.

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Titel:

Wolf love

Veröffentlicht am:

10.09.2010

Label:

Banshee Records

Bewertung:

5.5

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Tracklist:

1. Wake Up
2. Dance Until We Die
3. Jabberwocky
4. Saltatio Vita [X]
5. Teachers
6. Love In The Forest [X]
7. Toys In The Attic
8. Shamanic