Die Review für diese Granate ist eigentlich schon lange überfällig, denn erschienen ist "Coat of Arms" schon im Mai. Das inzwischen fünfte Studioalbum der Schweden ist auch ihr absolutes Meisterwerk. Mir liegt die Limited Edition der Scheibe vor, welche neben einem schicken Digipack mit Metallic-Print gleich zwei Bonus-Songs beinhaltet.

Gerade mit dem Metallic-Print  wirkt das Cover als würde sich das Wappentier wie Phoenix aus der Asche erheben. Aus eben jener Asche die Sabaton mit ihrem letzten Werk zurückgelassen haben.  Nun aber zu den inneren Werten: 

Das Digipack ist wie ein kleines Buch aufgemacht, so kann man den Einleger mit den Texten leider nicht herausnehmen. Macht aber nix, so kommt wenigstens nix weg! Das neue Album steigt mit einem ruhigen Keyboard-Intro ein um dann mit dem kompromisslosen Titelsong Coat of Arms loszulegen. Der Song berichtet vom Ochi-Tag, dem Tag an dem Griechenland in den zweiten Weltkrieg einstieg. Eine typische Sabaton Nummer halt die einen schon mal sehr schön auf die Dinge einstimmt die da kommen mögen.

Das  Riffing bei "Midway" klingen ungewohnt rau und Joakim scheint die ersten Zeilen durch ein Funkgerät zu singen. Der Rhythmus reißt den Hörer sofort mit. Hier brillieren Sabaton erneut mit einer 1A Mit-Stampf-Nummer. Allerdings gibt das Album bessere Nummern her. Eine davon ist  "Uprising" welche sich thematisch am Warschauer Aufstand orientiert.  Die stimmungsvolle Nummer ist wie die meisten Songs eine klassische Sabaton-Abfeier-Nummer bei der es schwer ist still sitzen oder stehen zu bleiben.

Mit "Screaming Eagles" drehen die Jungs aus Falun dann nochmal ordentlich am Geschwindigkeitsregler. Der Song dürfte einer der schnellsten Songs sein die Sabaton bisher hervorgebracht haben. Dass sie auch das Kunststück beherrschen diese rasante Nummer mit dem Eingängigen Refrain auch Live zu spielen, davon konnte man sich bereits auf dem Rock Hard und auf dem Rockstad:Falun überzeugen. 

Mit der schwermütigen Ballade "The Final Solution" fassen Sabaton hierzulande brisanten Stoff an. Der Tatsache sind sich die Schweden sehr wohl bewusst und deswegen wurde im Hause Sabaton sehr lange überlegt wie sich die Themen Konzentrationslager und Massenvernichtung möglichst taktvoll verarbeiten lassen.  Der Song arbeitet das schreckliche Ereignis des Holocaust auf und die Textzeile "Enter the gates, Auschwitz awaits" brennt sich einem unwiderruflich in das Hirn ein. Ein Song der einen aufgrund unseres  kulturellen Gedächtnisses definitiv verstört zurück lässt und sehr nachdenklich stimmt. Meiner Meinung nach aber eine der stärksten Nummern auf dem Album.

Nach so viel Wehmut schalten Sabaton wieder um und sorgen mit "Aces in Exile" für ordentliche Feierlaune.  Thema dieses Songs sind die Luftkämpfe in die das 303te polnische Regiment über England verwickelt war. Der Song  lädt dazu ein sich beim Nachbarn einzuhaken und im Kreis zu springen. Eine absolute Spaß-Nummer. "Saboteurs" handelt von den schottischen Kommandos die eingesetzt wurden um Nazi-Operationen zu sabotieren. Auch hier handelt es sich wieder um eine typische Nummer die im Refrain zum mitgröhlen animiert. 

Das Stück "Wehrmacht" klingt bewusst bedrohlich. Sofort weiß man dass es hier um die wirklich bösen Jungs geht. Auch stimmlich klingt der Song nicht so wie ein typischer Sabaton-Song. Joakim scheint hier eine ganze Ecke tiefer zu singen als sonst.  Der Song hinterfragt kritisch die Problematik dass damals sicher nicht alle deutschen Soldaten eiskalte Bestien waren sondern sich auch der ein oder andere Verzweifelte in den Reihen gewesen sein muss. Düster und beklemmend ist die Stimmung die der Song schafft.  Etwas irritiert bin ich allerdings von einer Hi-Hat, die  etwas aus dem Takt geraten zu sein scheint. Hat man hier vielleicht eine Tonspur versehentlich verschoben? "White Death"  ist dann wieder eine schnelle Nummer mit sattem Riffing und einem eingängigen Rhythmus. Hier führt uns die Reise ins eisige Finnland.

Es scheint sich zu einer Art Tradition für Sabaton zu entwickeln auf den neueren Alben das komplette Metal-Genre in einem Song zusammen zu fassen. So kommt nach den genialen Medleys "Metal Machine" und "Metal Crue" jetzt der Song "Metal Ripper". Es würde mich nicht wundern wenn der  Song in Zukunft mit den beiden vorher genannten in ein großes Medley eingeht. Wurden bei  "Metal Machine" noch Songnamen und bei  "Metal Crue" Bandnamen verarbeitet, gehen die fünf Schweden bei "Metal Ripper" einen Schritt weiter und beziehen nun auch noch Songtexte mit ein.  So kann ich Anspielungen auf Iron Maiden , Metallica, Running Wild, ACDC und viele mehr erhören..

Fazit: Wo Sabaton drauf steht ist auch Sabaton drin. Darauf kann man sich verlassen. Hier erwarten den geneigten Hörer keine unangenehmen Überraschungen.  Neben brachialen Power-Nummern findet man mit dem Song "The Final Solution" auch eine Ballade mit Tiefgang. Ich kann Coat of Arms uneingeschränkt weiterempfehlen. Sabaton sind und bleiben eine Partyband! Kaufen und feiern!

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Titel:

Coat of Arms

Veröffentlicht am:

21.05.2010

Label:

Nuclear Blast

Bewertung:

9.0

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Tracklist:

1. Sabaton - Coat of Arms (3:35) [X]
2. Sabaton - Midway (2:29)
3. Sabaton - Uprising (4:55)
4. Sabaton - Screaming Eagles (4:07) [X]
5. Sabaton - The Final Solution (4:56) [X]
6. Sabaton - Aces in Exile (4:22)
7. Sabaton - Saboteurs (3:15)
8. Sabaton - Wehrmacht (4:14)
9. Sabaton - White Death (4:10) [X]
10. Sabaton - Metal Ripper (3:52)
11. Sabaton - Coat of Arms (Instrumental) (3:34)
12. Sabaton - Metal Ripper (Instrumental) (3:46)