Mit „A Fistful Of Dirt“ haben die Münsteraner Irish-Folk-Punker MR. IRISH BASTARD ein neues Studioalbum veröffentlicht, welches einen Vergleich mit alteingesessenen Szenegrößen nicht scheuen muss.

Manch einer mag sich jetzt fragen, wer diese ominöse Truppe mit dem komischen Namen ist. Mr. Irish Bastard ist eine Band, welche vor nicht mal vier Jahren gegründet wurde. Sie haben einen ziemlichen Senkrechtstart hingelegt und bis dato knapp 200 - teils internationale - Shows gespielt. Ihre aktuelle Veröffentlichung ist die zweite für den deutschen Markt, zwischenzeitlich gab es aber noch zwei CDs die für Japan und China bestimmt waren. Bereits zwei Monate nach Gründung flatterte den irischen Bastarden eine Einladung von THE LEVELLERS ins Haus als Support für deren Europatour zu spielen. Ich denke das ist ein äußerst beachtlicher Erfolg gewesen für eine so junge Band.

Auch wenn es bei mir nicht so ist kann ich gut verstehen, wenn jemand mit der fröhlich dudelnden Irish-Folk typischen Instrumentalisierung nicht viel anfangen kann. Angesprochene Personen können mit dem Lesen direkt aufhören, denn ganz genau das erwartet den Hörer bei dieser CD.

Aber „A Fistful Of Dirt“ ist nicht einfach eine Ansammlung von auf irisch getrimmten Liedern sondern viel mehr die gekonnte Mischung aus rauem Punk und erfrischend fröhlichem irischen Folk. Den Hörer erwarten 13 Lieder und ein Intro die ihn schnell glauben lassen in einem irischen Pub zu sitzen. Die Stimmung der Lieder ist demnach auch weniger ernst und wie es sich für Irish-Folk-Punk gehört darf ein Mitbrüllcharakter nicht fehlen, denn was ist ein irischer Pub ohne eine besoffene, lautstark grölende Meute? Ohne jemals da gewesen zu sein erlaube ich mir die Antwort mit „nicht viel“ zu geben. Man muss jedoch nicht einen irischen Pub von innen gesehen haben um beim Hören dieses Albums den Wunsch zu verspüren genau jetzt genau dort zu sein.

Aber die ausgelassene Party-Stimmung eines irischen Pubs ist nicht alles was dieses Album zu bieten hat, denn es gibt auch Songs, die weniger punkig daher kommen und mehr die Irish-Folk-Wurzeln betonen. Ein Beispiel wäre „End Of The World“, welches - passenderweise - das letzte Stück der CD ist. Aber auch „Ghosttrain“ ist ein sehr ruhiges Stück zu dem man wunderbar schunkeln kann, denn es muss ja nicht immer moshen bis zum Umfallen sein.

Mit „You Spin Me Round” ist auch ein Cover des Discohits von DEAD OR ALIVE aus dem Jahre 1984 auf der CD vertreten. Es ist glaube ich überflüssig zu sagen, dass mir die Mr. Irish Bastard Version besser gefällt.

Herausstechend finde ich die Leistung des Sängers, der nebenbei bemerkt der einzige „echte“ Ire in dieser Band ist. Seine rauchige Stimme passt einfach zu den Liedern und der aufgebauten Stimmung wie die Faust aufs Auge.


FAZIT:
Ein gut durchmischtes Album was sowohl ruhigere Irish-Folk als auch fetzigere Punk-Rock Lieder bietet. Egal ob man sich einfach mit einem guten Buch in den Garten legen will und verhältnismäßig ruhigere Hintergrundbeschallung braucht oder ob man auf seiner Feier laute Partylieder mit Mitgrölcharakter haben möchte, für jede Lage finden sich hier passende Lieder. Bei den meisten Liedern bietet sich lautes kollektives Mitgrölen durch ihre eingängigen Refrains und den Ohrwurmcharakter einfach an. Das Album macht rundum Spass.

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Titel:

A Fistful Of Dirt

Veröffentlicht am:

23.04.2010

Label:

Reedo Records

Bewertung:

8.0

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Tracklist: