Mit „Gravity Of Light“ veröffentlicht Tarot, die Band um Marco Hietala, den Bassisten und Sänger von NIGHTWISH, ihr achtes Studioalbum. Die Scheibe enthält zehn Tracks mit einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten.

Als Autor überlegt man sich ja immer, wie man eine lesenswerte CD-Kritik schreibt. Rezensionen wie „Das Album ist der Hammer“ oder „Dieses Album verursacht Kopfschmerzen“ treffen möglicherweise den Kern aber sollten trotzdem vermieden werden. Daher wählt man schöne Umschreibungen und versucht seine Meinung etwas detaillierter darzulegen. In der Nuclear Blast Records CD-Beschreibung hat sich jemand die Mühe einer wirklich sehr schönen Umschreibung gemacht, die ich euch einfach nicht vorenthalten kann:

The album feels like meeting an old friend. Some things are the same, but your friend has gained weight. He shows new scars, and tattoos. The beard is longer and he projects a meaner and faster temper. At the same time there´s still a big heart at the center. The blood might rush to your head when your friend takes you to a weightless sauna orbiting the sun. When you hear “Gravity Of Light” you will believe.

Ob ich selber an Ähnliches gedacht habe lasse ich mal offen...

Bei „Gravity Of Light“ handelt sich ein um ein vom Heavy Metal dominiertes Album, welches stellenweise Power-/Melodic-Metal Passagen aufweist. Mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel „The Pilot Of All Dreams“, bewegen sich die Finnen überwiegend im mittleren Geschwindigkeitsbereich. Trotzdem ist Facettenreichtum sicherlich etwas was niemand diesem Album absprechen kann. Von schnelleren Nummern, bis hin zu Balladen, vom klassischen Heavy- über Doom- zum Melodic-Metal ist eigentlich alles dabei.

Dominiert wird das ganze natürlich von Marcos einzigartiger Stimme, die mir persönlich sehr gut gefällt. Auch im Wechsel mit Tommi Salmelas Gesang macht sich das Ganze sehr gut.

Mit dem ersten Song „Satan Is Dead“ legen die fünf Jungs direkt richtig los und präsentieren eines der besten Stücke der Platte. Der mitreißender Sound mit einem dazu passendem Riff geht direkt ins Ohr. So muss Heavy Metal klingen.

„I Walk Forever“ ist unumstritten der Ohrwurm dieser CD und wohl deshalb haben sich Tarot auch für diesen Song als Videoveröffentlichung entschieden. Gesang, Gitarre und Keyboard harmonieren wunderbar und lassen den Song so zu dem Melodic-Metal-Highlight der CD werden.

Mit „Gone“ gibt es gegen Ende eine Ballade, in der sowohl Akkustikparts als auch elektrische Gitarren zur Anwendung kommen. Stellenweise erinnert das ganze sehr ans NIGHTWISHs „Islander“. Richtung Ende nimmt der Song an Bombast und Geschwindigkeit zu und endet dann nach gut sieben Minuten langsam mit einem Fadeout.

Alles in allem ein solides Werk mit wenig Schwächen, aber leider auch wenigen Glanzlichtern, sodass das Gesamtergebnis ein Album ist, was Tarot Fans sicherlich gefällt aber im Großen und Ganzen nichts spektakuläres oder besonders erwähnenswertes beinhaltet.

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Titel:

Gravity Of Light

Veröffentlicht am:

23.04.2010

Label:

Nuclear Blast

Bewertung:

7.5

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Tracklist:

01 Satan Is Dead [X]
02 Hell Knows
03 Rise! [X]
04 The Pilot Of All Dreams
05 Magic And Technology
06 Calling Down The Rain
07 Caught In The Deadlights
08 I Walk Forever [X]
09 Sleep In The Dark
10 Gone