Die Hamburger Glam-Rock Kapelle "The Pleasures" veröffentlichte vor wenigen Tagen beim Label Dockyard 2 ihr Debut-Album "Oh Yeah Revolution".  
Man braucht eigentlich nicht einmal in die Scheibe rein zu hören um zu wissen was einen erwartet. Das Artwork spricht eigentlich schon Bände. Schrill und Bunt sind die Jungs aus der Hansestadt die sich bereits 2004 formiert haben. "Schrill und Bunt" sowie das Bandmotto "Sex, sex and Rock n Roll" "zieht sich quasi auch wie ein roter Faden durch das Leben der Glamrocker die, so die Presseinfo das Haus nie ohne Liedstrich verlassen würden.  Nun aber zu dem  Album des Quintetts.

Wo "The Pleasures" draufsteht ist nicht nur Glamrock drin, denn die Einflüsse der Band sind sehr vielfältig. So erkennt der Hörer auch gleich Parallelen zu Billy Idol Marilyn Manson aber auch normaleren Rockbands.

Das Album beginnt mit dem schleppenden relativ langen Intro "Awesomsauce" das gegen Ende mit einem Kopfnicker-Riff zu "Parade Parade" übergeht. Hier nimmt das Album direkt an Fahrt auf.   Parade Parade entpuppt sich  zu einer aggressiven Rock Nummer mit eingängigem Refrain. Der Song dürfte vor allem auf Tanzflächen gut ankommen.

"Some like it Rock" kommt dann mit etwas mehr Glitzer und Glam daher. Allerdings habe ich aufgrund des Auftaktes echt Schwierigkeiten Assoziationen mit der Titelmelodie von "Ein Colt für alle Fälle" los zu werden. Der Song ist für mich echt schwer ein zu ordnen macht aber beim hören richtig gute Laune. Gegen Mitte legt der Song einen Zahn zu und kommt noch eine Ecke rotziger.

Wenn man sich  bei "Freedom" die Gitarren wegdenkt hat man das Extrakt der 80er Jahre. Fönfrisuren mit Tonnenweise Haarspray springen einen förmlich aus den Boxen an. Die Synthies die das Hauptthema von "Freedom" transportieren gehen einem direkt ins Hirn und fressen sich dort fest. Die Message des Songs ist klar und bedarf keines weiteren Kommentares.

"Skullhammer" kommt wesentlich elektronischer rüber und passt dann schon eher in die Marilyn Manson Light Schiene. Der Song dürfte locker auch auf diversen schwarzen Diskoabenden (und nein damit meine ich nicht R'n'B) für Begeisterung sorgen.  Wobei ich persönlich die rockigeren Nummern besser finde.
"Honeymoon in Venice" ist ein weiterer Spaß-Song des Albums der dann stark in Richtung Rock n Roll geht und teilweise nur vom Gesang und der Bassline lebt.

Was man alles nicht mehr kann wenn man gestorben ist, darüber klärt einen der Song "When your're dead" auf. Der Song sticht angesichts der anderen Stücke auf dem Album nicht besonders hervor und haut mich auch nicht so wirklich vom Hocker.

"October 29" ist eine eher ruhigere düster-Ballade die ein kleinwenig nach Nick Cave klingt.  Hier kommt die Band ganz ohne elektrische Gitarren aus. Die synthetisch klingenden Keyboards werden bei dem Stück durch Piano-Sound übersetzt. Ein schöner auf Song wenn man auf Düster-Melancholik steht.

Mit "Children of the Revolution" wagen sich die Pleasures an eine ambitionierte Coverversion von dem gleichnamigen Song der Band T.Rex. So kommt das Riff deutlich saftiger daher als in der nun 37 Jahre alten
Originalversion.

Das Stück "Voyeur" ist eine der härteren Nummern auf "Oh Yeah Revolution" und macht Shock-Rocker Marilyn Manson alle Ehre. Der Song mixt so viele verschiedene Komponenten, dass es nicht einfach ist ihn in eine Schublade zu stecken. Industrial meets Metal meets Glam.

Nachdem "Voyeur" ordentlich die Boxen freigepustet hat, wird es mit "Juicy Jacuzzi" wieder etwas konventioneller. Der Song entwickelt sich zu einer schnellen Glam/Sleeze Nummer die keine Wünsche offen lässt.
Mit "Please don't let the music die"  habe ich so meine Schwierigkeiten. Der clean gesungene Refrain mit gegröhlten Backingvocals kann mich jetzt nicht so wirklich überzeugen. Mich irritiert der Sound eher als das er gefällt.

"Glitter doesn't sparkle without light" ist eine schöne poppige Spitze in Richtung der Glamrock-Fraktion mit der sich die Pleasures auch selber mit einem Augenzwinkern auf die Schippe nehmen. Der Song entwickelt sich zu einer 80Jahre Hymne zu der man sich eigentlich nur noch die Wunderkerzen denken muss.
Zum Schluss unternehmen "The Pleasures" noch einen kleinen Exkurs in Richtung Queen mit leichten Misstönen. "Off the wire" schließt das Album würdig und schön kitschig ab, wobei einem die schiefen Pianotöne in den Übergängen auch ziemlich auf die Nerven gehen können.

Fazit:

Alles in allem wirkt das Album so als hätten es "The Pleasures" mit einer Zeitmaschine aus den 80ern geholt und dann ein wenig modernisiert. Die abwechslungsreiche Mischung der  Zutaten mit denen "The Pleasure" ihr Glamrock Süppchen kochen macht richtig Spaß!  Man darf nur nicht den Fehler machen, ein reinrassiges Glamrock /Sleezerock Album zu erwarten. David Bowie, Billy Idol, Marilyn Manson.. all das sollte man mögen, denn man kauf den typischen Sound der 80er mit wenn man sich für diese Scheibe entscheidet.

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Titel:

Oh Yeah Revolution

Veröffentlicht am:

23.10.2010

Label:

Dockyard2

Bewertung:

8.0

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Tracklist:

1. The Pleasures - Awesomesauce (2:39)
2. The Pleasures - Parade Parade (2009) (4:27) [X]
3. The Pleasures - Some Like It Rock (3:17)
4. The Pleasures - Freedom (3:41)
5. The Pleasures - Skullhammer (3:35)
6. The Pleasures - Honeymoon in Venice (2009) (3:31) [X]
7. The Pleasures - When You're Dead (3:12)
8. The Pleasures - October 29 (2:55)
9. The Pleasures - Children Of The Revolution (3:29)
10. The Pleasures - Voyeur (3:07) [X]
11. The Pleasures - Juicy Jacuzzi (4:26)
12. The Pleasures - Please Don't Let The Music Die (3:32)
13. The Pleasures - Glitter Doesn't Sparkle Without Light (2:47)
14. The Pleasures - Off The Wire (4:19)