After
Die innovative belgische Thrash-\Powermetal Combo „After All“  haben sich mit ihrem letzten Longplayer  „This Violent Decline“ durch ihr ausgefuchstes Songwriting einen Namen gemacht. Mit „Cult of Sins“ haben sie sich allerdings wieder einmal in Mitarbeit mit Juan Garcia und Bernie Versailles (AGENT STEELE), Andy LaRoque (KING DIAMOND), Joey Very (ARMORED SAINT) und James Rivera (HELSTAR) selbst übertroffen.


Das allgemeine Klangbild wird von den Kristallklaren Vocals, den punchigen  Drums, vielen unterschiedlichen Gitarrensounds sowie frickeligen Soli und den knackig, mittenreichen eingefingerten Bass geprägt.

Das Intro „Another false Prophecy“ fährt sachte mit Akustikgitarrensounds auf, die aber nach und nach atmosphärischer werden. Als weitere Steigerung kommt Trommelwirbel wie auch eine singende Gitarre hinzu, bis der Sprechgesang zum Ausklingen und Übergang zu „My own Sacrifice“.

 Hier wird gleich ordentlich, triolisch in die Saiten gehämmert und die krachende Double-Bass sorgt für einen fulminanten Einstieg, wo gleich noch ein Blastbeat hinterher folgt. Ein ausgewogener Song, wo zwischenzeitlich der Dampf rausgenommen wird und nach einem eher groovigeren Mittelteil fiesere Riffs folgen, wonach man zum ersten Mal bei einem Solo die Frickelkünste der Gitarreros bestaunen darf.

Bei „Scars of my Actions“ wird munter weiter geholzt,  wo man bereits nach der ersten Verse  von einer kurzen Soloeinlage in die nächste Strophe getrieben wird. Der melodiös ausfallende Chorus wird wiederum von einem längeren Soloanfall gefolgt. Aber hiermit nicht genug, dazu kommt noch eine Portion  „Omni Sono“ und wieder geholze.  

Besonders empfehle ich „Betrayed by the Gods“. Auftakt mit bösen Riffs und flotter  Double-Bass und ab in die Strophe im schweren Midtempo-Bereich. An den Gitarren wird mit Hammer-Ons und Pull-Offs gearbeitet. Der Refrain öffnet das Ganze harmonisch in atmosphärischen Still. Der Mittelpart führt dann schließlich zu einem Gitarrensolo-Dialog mit unterschiedlichen Sounds, während die Rhythmus-Fraktion im Wechsel akzentuiert mit Triolen und Pausen arbeitet oder durchgehend spielt. Damit nicht gut, legt nach den Soli der Bass zum einem groovigen Part vor.

Richtig losgethrasht wird danach bei „Devastation Done“ mit mehr Kraft in den Vocals. Das kurze Solo wurde über eine düster klingende Halbtonfolge mit rollender Double-Bass gelegt. Nach dem zweiten Chorus geht vorerst Träge im schleppenderen Bereich bis zum Höhepunkt des Songs weiter, der von melancholischen Gitarren und Double-Bass Attacken geprägt ist.

Die nächste Abspielempfehlung „End of your World“ startet erst sachte, baut sich aber dann linear erst schleppend, dann flotter weiter bis zu einem Blast auf und wird dann wieder schleppend. Gethrasht wird über das böse mit zusätzlicher kleinen Terz versehenen Gitarrensolo, wonach noch zusätzlich kleine Frickeleien folgen und zum Ausklang führen. Die Gitarre legt darauf langsam und groovig vor was sich zu einem richtigen „Slam-Down“ entwickelt und von einem  Solosound aller Kirk Hammet begleitet wird.

Geschmeidiger geht’s bei „Land of Sin“ zur Sache. Hier wird zwar feste gegrooved, aber es handelt sich eher um einen straighten Song.

Bei „Doomsday Elegy (2012)“ handelt es ich zur Auflockerung um ein chilliges, melodiöses Arrangement. Von aggressiven gethrashe wird man hingen bei „Embracing Eternity“ begrüßt.  Auch wieder etwas kompromissloser und straighter, allerdings mit Powermetalgesang Gastauftritt. Die obligatorische Solopassage wird aber hier im Wechsel mit den Vocals arrangiert. „Hollow State“ wird mit einer flangerbelegten Gitarre eingeleitet, die nachfolgend mit Aktzenten der Rhythmusfraktion belegt wird. Die Kraftvollendrums treiben Vorwärts, in der Strophe wird aber der Fuß vom Gas genommen. Man merkt während des Songs, dass man sich auch hier verstärkt über den Einsatz und die Pausen der einzelnen Instrumente an bestimmten Stellen gemacht hat. Nach melodiösem Solo wird das Anfangsmotiv wieder aufgegriffen und es geht schleppend zum Ende des Songs.

Letztes Stück aber vorletzter Track „Release“ ist auch gleichzeitig der Längste. Wird nochmal alles verbaut was die Jungs können. Jaulende Gitarre zu Beginn, kräftiges gethrashe, fester groove sehr gute Soli und eher wieder melodiöser Refrain, der allerdings ganz dezent an METALLICAS „That was just your Life“ erinnert. Nach einiger Wiederholungen des Chorus‘ wartet nach ca. 6 Minuten ein richtig slammiger Part auf den Zuhörer, welcher von einem melodiösen Akustikarrangement gefolgt zum Schluss geführt wird. Wer jetzt noch nicht genug hat kriegt als Bonus noch ein gelungenes DIO-COVER „Holy Diver“.  
After All fahren mit viel Herz großes spielerisches Können mit sehr innovativen Songwriting gepaart mit kristallklaren Sounds auf.  Rein hören lohnt sich für wirklichen JEDEN. Mit mehr rhythmischen Schweinereien und Ausbesserung an den Vocals wäre die Scheibe der absolute Brenner geworden, so reicht es aber trotzdem für 8,5 Punkte.

Titel:

Cult of Sin

Veröffentlicht am:

01.10.2009

Label:

AFM Records

Bewertung:

8.5

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Tracklist:

01 This Violent Decline
02 My own Sacrifice
03 Scars of my Actions
04 Betrayed by the Gods [X]
05 Devastation Done [X]
06 End of your World [X]
07 Land of Sin
08 Doomsday Elegy (2012)“
09 Embracing Eternity
10 Hollow State
11 Release
12 Holy Diver