Degradead
Degradead haben unter den Namen “Septima” mit ihrer Demo Namens “Death Row” die Aufmerksamkeit von „In Flames“ Kreativzentrale Jesper Strömblad erregt. In Zusammenarbeit wurde das erfolgreiche Degradead Debut-Album“ Til Death do us part“ (2008) geschmiedet. Dieser Erfolg soll nun mit dem in den Tätgren-Studios (Hypocrisy, Pain) und Degout Studios (Soilwork, in Flames) produzierten zweiten Longplayer „ The out of Body experience“ aufgegriffen werden, der mit satten 14 Tracks daher kommt.


Opener „Almost Dead“ kommt in typischer Melodic Death Manier aus den Boxen getackert, Uf-Ta an den etwas elektrisch trocken klingenden Drums und Riffing aller „ At the Gates“ und Co.  Insgesamt erinnert der Sound stark an „In Flames“ und „Soilwork“, was nicht weiter überrascht. Der sehr aggressive Gesang steht stark im Vordergrund, sogar so stark dass die anderen Instrumente kräftig übertönt werden, wodurch diese nicht mehr so gut zur Geltung kommen.  Im Refrain gibt es dann gleich eine Demonstration der Vielseitigkeit von Schreihals „Mikael Sehlin“, dessen Stimme clean, aber reichlich gedoppelt über das Metalbrett streicht. Im Mittelteil gibt es dann auch eine erste Präsentation der Fingerfertigkeit der Gitarristen, was einen guten Eindruck hinterlässt. Ein paar Spielereien mit Effekten sind auch mit dabei. Im simplen Songaufbau geht es dann wieder in die Strophe und in den finalen Refrain.


Etwas schneller und brachialer geht es mit „Archieve the sky“ weiter, allerdings ist der Aufbau des Songs dem des Vorgängers doch ziemlich ähnlich, was die ganze Geschichte doch leicht vorhersehbar macht. Etwas längere Pausen im Takt laden zum Mosch ein, allerdings groovt das nicht so wirklich. Der Druck bei den Gitarren und generell bei der Produktion fehlt hier eindeutig, allerdings ist das Solo bei diesem Song tierisch gut.


So zieht sich das ganze allerdings auch eine ganze Weile, zwar mit leichten Variationen wo beispielsweise  die Gitarren aussetzen oder  artificial harmonics und akustische Parts eingebaut werden, allerdings wiederholen sich die Riffs auch recht oft..So gut die Gitarrenarbeit auch ist, so mager ist  allerdings  das Drumming. Die schnelle Kunst des Double-Bass spielen wird nicht beherrscht, den viel schneller als 16tel bei 120 bpm wird es nicht.  Auch die Beckenarbeit lässt zu wünschen übrig, an den Vocals fällt auch zwischendurch auf, dass der gute Mann  über seine Kapazitäten hinaus geht und die Stimme kurz davor ist, sich zu überschlagen. Es macht den Eindruck, als ob hier noch zusätzlich elektronisch nachgeholfen wurde um das ganze beim Gekreische wie auch bei cleanem Gesang zu kaschieren. Insgesamt erkennt man den roten Faden, allerdings wir zu sehr auf den Schaukeltrieb der Zuhörer gesetzt. Track 7 „ Illusion“ stellt das Herzstück dieser Etappe dar, da dieser Track viele der verwendeten Elemente in sich vereint und einen sehr atmosphärischen Refrain besitzt. Danach geht es aber wieder relativ zäh weiter.
Der Befreiungsschlag kommt zwar spät, aber ist mit dem kraftvollen Track 11 „ Unfortunate“ äußerst gelungen. Der Song beginnt mit Gitarrenriffing, worauf die Drums akzentuiert einsteigen. Erinnert mich ein klitzel kleines Bischen an „Metallica“, auch der Mittelteil. Gesanglich bewegt sich Vocalist „Mikael“ eher in seinen Lagen und das Schlagzeug treibt und groovt mehr.  Der Song ist leicht mitzubrüllen und wird Live mächtig aufräumarbeit leisten, das Outro mit dem melancholischen sample bildet einen prächtigen Abschluss.


Mit „VXR“ lässt sich mit Hilfe von Triolen ordentlich moschen und hier wird auch endlich Druck aus den Gitarren geholt. Zusammen mit den Gitarrenläufen, artificial harmonics und dem hervorzuhebenden Solo macht der Song einiges her.


Losgeballert wird dann mit „Wake the Storm“ der mit auf Gitarrenläufe abgestimmte Drumrolls startet und in einen, zwar dezenten, aber immerhin vorhanden Blast geht. In der Strophe wird auch der Wechsel zwischen geraden und ungeradem Takt  verwendet: Sehr  gut!  Weiter geht es in gehabter Degradead Manier, allerdings ist hier die Band besser aufeinander abgestimmt, was deutlich zu hören ist.


Den Abschluss bildet „All is gone“. Von wegen noch chilliges Gitarrengedudel, hier wird nochmal gut losgehämmert und losgemoscht. Allerdings wird hier beim Refrain gesanglich wieder ziemlich daneben gegriffen, aber der Drive an den Drums, der in den zuvor erwähnten Tracks präsent war, hat bis zu diesem Track überlebt.


„ The out of Body Experience“ kommt recht solide daher, allerdings mit etwas dünnem und teilweise unstimmigen Sound und wenig originellem. Fans von „In Flames“, „Soilwork“ und Co. kommen hier aber sicherlich auf ihre Kosten. Die Gitarrenarbeit ist hervorzuheben, allerdings gibt es an den Vocals und an den Drums reichlich Verbesserungsbedarf; der Bass versteckt sich und präsentiert  sich auch Soundmäßig doch recht dezent. Der Songaufbau ist recht simpel, was das Ganze bei 14 Tracks recht zäh macht. Ein Drittel weniger hätte auch gereicht und der Scheibe einen besseren Fluss verliehen. Wegen der guten Gitarrenarbeit noch 5,5 Punkte. 

Titel:

The out of Body experience

Veröffentlicht am:

01.10.2009

Label:

AFM Records

Bewertung:

5.5

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Tracklist:

1.Almost Dead
2.Archieve the sky
3.Dephts of Darkness
4.Dream
5.Everlasting Hatred
6.Future is now
7.Illusion
8.Suffering
9.The Burning Orchid
10.Transmigration
11.Unfortunate [x]
12.VXR [x]
13.Wake the Storm [x]
14.All is gone