Etwas über ein Jahr ist es nun her, dass die finnischen Jungspunde von Sturm und Drang ihr Debüt "Learning to Rock" veröffentlichten. Schon damals konnten sie mit einem gelungenen Powermetal Album mit deutlichen Hardrock Einschlägen punkten. Zwischendurch waren die Jungs dann noch mit Apocalyptica auf Tour und konnten Gold in ihrem Heimatland Finnland absahnen. Faul waren die 4 die allesamt noch die Schulbank drücken also nicht.
Und wäre das nicht genug, steht schon das nächste Album in den Startlöchern.

 


Soundtechnisch hat sich einiges getan, so klingen die Jungs nicht mehr ganz so Sonata Arctica inspiriert wie früher.
Man kann das Album aber dennoch getrost in die Power Metal aus Finnland Schublade stecken. Um es mit einfachen Worten zu sagen: Das Album kann was! Schon beim ersten Song, "Last of the heroes" wrden einem fast alle Haare vom Kopf geblasen. Das Tempo, das die Herren Linman, Ivars, Fahlund, Welroos und Kurkiala an den Tag legen ist absoluter Wahnsinn.  Bei "The river runs dry" stehen dafür weniger rasante Soli und ordentliche Riffs sondern eher die Vocals im Vordergrund. "Break away" hat mich zu Beginn ein wenig erschreckt wie ich zugeben muss, denn das Drum-Solo zum Start hat mich irgendwie an Painkiller von den Herren Priest erinnert, danach ist es aber auch schon vorbei mit der Gemeinsamkeit. Der Song, beziehungsweise der Refrain lässt sich gut mitsingen oder nach ein paar Bierchen auch mitgröhlen. Sehr schön zum mitgröhlen eignet sich auch die 80er Jahre Metal Hymne "Sinner" die einen spontan in eine Zeit versetzt in der  Föhnfrisuren in waren und das Ozonloch mit dem guten alten FCKW genährt wurde.
Vernachlässigen kann man allerdings die Ballade "A million nights" die an Schmalz kaum zu überbieten ist. Außerdem ist der Song sehr sehr höhenlastig, was einen ohne krachende Gitarrenuntermalung schon das ein oder andere mal schmerzlich das Gesicht verziehen lässt. Gott sei Dank wird man für die Nummer postwendend mit dem Song "Alive" entschädigt. „Alive“ ist ebenfalls eine geniale Mitgröhl-Nummer die sich vor Songs von bekannteren Bands wie z.B. Hammerfall nicht verstecken muss.  Die restlichen Nummern abgesehen von These Chains gehen dann eher in die Richtung Melodic Rock, lassen sich aber durchaus sehr gut anhören. Auch "Heaven (is not here)", die zweite Ballade auf dem Album kommt wesentlich besser rüber als "A  million nights". Zwar bewegt man sich auch hier in Gewässern die eher in die 80er Jahre Schmalzballaden-Truhe gehören, doch es tut dem Song sehr gut, das er nicht in einer Tonlage gesungen wird, die einem das Ohrenschmalz verdampfen lässt. Gute Rocknummer, gefällt mir.

Fazit:
Mit gut 40 Minuten ist die Scheibe für meinen Geschmack etwas kurz geraten dafür merkt man "Rock n Roll children" aber deutlich die professionelle Produktion an von Jimmy Westerlund an. Das Album macht durchweg Laune und wenn man "A million nights" ignoriert hat man ein in sich stimmiges Melodic-Power-Metal Album das wesentlich eigenständiger klingt als sein Vorgänger.

Wer auf melodischen Powermetal aus Finnland steht sollte hier unbedingt zugreifen!
8 / 10 Punkte

Tracklist:
Anspieltipp [X]
1. Sturm und Drang - Last of the heroes (4:00) 8X]
2. Sturm und Drang - The river runs dry (4:27)
3. Sturm und Drang - Break away (3:34)  [X]
4. Sturm und Drang - Sinner (4:19) [X]
5. Sturm und Drang - A million nights (4:18)
6. Sturm und Drang - Alive (3:25)
7. Sturm und Drang - These chains (3:49)
8. Sturm und Drang - That's the way i am (4:27)
9. Sturm und Drang - Life (3:46)
10. Sturm und Drang - Heaven (is not here) (4:57)