Hosenheim bei Fulda war mir jetzt nicht unbedingt als namhafte Metal-Hochburg bekannt, doch die aus 4 Herren bestehende Band Swelter arbeitet schwer daran dies zu ändern. Swelter sind Sänger und Gitarrist Mirko Krimmel,
Carsten Schäfer an der Leadgitarre, Christian Schlehuber am Bass und hinter den Drums Carsten Schäfer.

Keine bekannten Namen, aber die sind auch nicht nötig um qualitativ hochwertige Musik zu machen.
Gefunden haben sich die 4 über Anzeigen und Aushänge, nach gemeinsamen Jam-Sessions kamen erste Auftritte und letztendlich liegt nun das Debut der Band auf meinem Tisch. Tremendois Ride heisst das gute Stück, aber von einem fürchterlichen Ritt ist zunächst nichts zu spüren. Atmosphärisch beginnt die Scheibe mit Gewitter, Regen und Drums die an Kriegstrommeln erinnern. Sachte fängt jetzt die Gitarre ein und so plätschert das Intro seicht dahin.
Der danach folgende Track "Tremendous Ride" ist damit auch eigentlich der erste richtige Song auf dem Album und sogleich auch namensgebend. Den Hörer erwartet hier eine markige Rocknummer mit Metallicaesken Riffs und Zupfpassagen.
Zwischen den eher ruhigen gezupften Stellen pendelt sich der Song im Midtempo ein und wartet gegen Ende mit einem schnellen Solo auf. Anger Inside fängt direkt mit einem klassischen Riff an und auch hier werden Erinnerungen eine bestimmte Band wach, doch so sehr die Riffs Metallica schreien, der Gesang prägt auch hier den eigenen Stil von Swelter.  "My Beast" gaukelt dem Hörer dann vor eine ruhige Ballade zu sein, erschlägt einen dann aber hinterrücks mit der Rock-Axt, soll heissen der Song lässt es nach einem ruhigen Intro doch noch richtig krachen.
Doomed to be Dreadfull klingt Gesangstechnisch, vor allem was die Backingvocals angeht, eher nach einer einer Punknummer als nach einem klassischen Metalsong, davon sollte man sich allerdings nicht beirren lassen. Was die Jungs bei dem Song auf den Sechssaitern daherspielen taugt dennoch um als Metal durchzugehen.
Eine richtige Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und wurde mit "Paradise to cell" verwirklicht.

Fazit:
Die Gesangskünste von Frontmann Mirko kommen noch ein wenig rauh und manchmal klingt mir manchmal etwas zu sehr nach Proberaum, die Gitarrenarbeit kann allerdings vollends überzeugen. Mit einer Kreuzung aus Metallica-lastigem Sound und klassischen Rock können Swelter punkten. Soweit zugehen Tremendous Ride zum Newcomer Album des Jahres zu küren, würde ich nicht unbedingt gehen. Aber ich möchte dem Debut von Swelter nicht seinen gewissen Charme absprechen, der sich nach mehrmaligem Hören rauskristallisiert.

Rockfans und eher Blueslastige Metaller sollten definitiv riskieren mal in die Scheibe reinzuhören.#
Ich verpasse der amtlichen Scheibe aus Hosenheim 7 von 10 Punkten.

Tracklist
[X] Anspieltipp
1. Swelter - Intro (Beyond Belief) (1:24)
2. Swelter - Tremendous Ride (4:23) [X]
3. Swelter - Anger Inside (5:01)
4. Swelter - My Beast (4:41)
5. Swelter - Doomed to Be Dreadful (6:50)
6. Swelter - Shrank Back (3:48)
7. Swelter - Paradise to cell (5:28)
8. Swelter - Fuel for Blast (4:41)
9. Swelter - Torn Away (5:50) [X]