Enemy Within aus Duisburg veröffentlichen in diesem Jahr ihr Debut-Album "Just another Scar". Das Album wird von der Band selbst vertrieben und ist für günstige 12 Euro zu haben.

Halt, halt! Nur 12 Euro? Taugt das denn dann was?
Klingt der Sound womöglich billig produziert?
Mitnichten!
Die Duisburger um Frontmann Christian, die sich dem Melodic-Trash-Metal verschrieben haben, treten mit ihrem Sound ordentlich Arsch.

Eingeleitet wird das Album von einer Ansammlung Disharmonien die jedem Horrorfilm-Soundtrack alle Ehre machen würden und eine ziemlich beklemmende Atmosphäre erschaffen.
Nach etwa 43 Sekunden ist der Spuk allerdings schon vorbei und Enemy Within starten mit dem Titelsong des Albums "Just another Scar" durch. Von "Melodic" ist hier noch nicht viel zu hören, dafür wird der finster anmutende Text von derben Trash-Riffs begleitet die Ihresgleichen suchen. So abrupt wie der Song begann ist er aber auch wieder vorbei.
Lange hält die Stille aber nicht, denn "And demons wait below" schickt sich an mit einem an Maschinengewehrfeuer erinnernden Stakkato-Intro das Wohnzimmer zu verwüsten. Hier kann man erstmals etwas Melodie erkennen. Melodisch-schnell geht es dann auf blutbefleckter Erde (on bloodstained soil) weiter und erst der Song "Repeat the Pain" nimmt den Fuss wieder vom Gaspedal um die Nackenmuskeln zu entspannen und um sich auf die Dinge vorzubereiten die da noch kommen mögen.
Die Songs hauen im großen und ganzen alle in die selbe Kerbe. Mal mehr, mal weniger melodisch haben Enemy Within ein gut ausgewogenes Album  zusammengestellt, das so schnell nicht langweilig wird.

Die Growls von Frontmann Christian sind tief aber dennoch klar verständlich, so dass man im Gegensatz zu manch anderen Bands, den Text sogar erkennen kann. Gitarren und Schlagzeug sind ordentlich abgemischt und klingen nicht "billig". Auch in den etwas langsameren Songs verlieren Enemy Within nicht ihren agressiv-destructiven Drive der sich wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht.

Fazit: Guter Sound muss nicht teuer sein, das beweisen die Jungs von Enemy Within aus Duisburg. Das Album ist erfrischend kurzweilig und hat mich recht schnell überzeugt. Erhalten kann man das gute Stück, das sich durchaus mit Werken bekannterer Bands messen kann,  übrigens direkt bei der Band unter http://www.enemy-within.de/
Dem geneigten Trash-Metaller kann ich das Album nur ans Herz legen und vergebe dafür 8 von 10 Punkten.

Tracklist:
[X] Anspieltipp
 1. Enemy within - intro (0:43)
 2. Enemy within - just another scar (2:51) [X]
 3. Enemy within - and demons wait below (4:17)
 4. Enemy within - on bloodstained soil (3:56)
 5. Enemy within - repeat the pain (4:41)
 6. Enemy within - enemy within (3:29)
 7. Enemy within - bleed like your savior (4:35)
 8. Enemy within - slowmotion suicide (5:33)
 9. Enemy within - deadlights (2:55) [X]
10. Enemy within - last warning (5:56) [X]