Wie bei episch angehauchten Musikalben nicht unüblich, beginnen die Zauberer auf ihrer
Newcomer-Scheibe mit einem kurzen Intro : "Let The Spell Begin" hat Filmmusik-Character und bereitet 
dem Hörer mit orchestralischen Klängen und Chören den Weg in das Land der Zauberer.
Nahtlos knüpf daran "Prime Evil" an, wobei die Chöre den Song abschnittweise weiter begleiten.
Dieses mittelschnelle Stück gestaltet sich als recht facettenreich: Sänger Dan Rubin wartet hier
stimmtechnisch mit einer Mischung aus Bruce Dickinson (Iron Maiden) und Joacim Cans (Hammerfall)
auf - mal kommen die Maiden-typischen scharfen Evil-Vocals durch und mal hört man typische hochstimmige Powermetal Vocals.
Der Musikstil erinnert dabei passagenweise an Dionysus sowie mitunter (wegen des "Bombastes") Rhapsody of fire. Bei dieser sehr originellen Mischung wirkt dabei aber nichts abgekupfert.
In den folgenden Songs lässt sich ähnliche Vielfalt erkennen.

Es schließt sich ein etwas langsamer gehaltenes aber dafür riff-reicheres Lied an, wobei die epische Atmophäre weiter ausgemalt wird : "Underworld Terror",welches mit einer ziemlich ausgeprägten Solo-Passage (ca. ab 3:30 Marke) daherkommt - ein Schmankerl für die Luftgitarre !

"Sandstorm" setzt den Vorgänger-Song quasi fort. Es ist diesem stilistisch sehr ähnlich.

Mit "Terminal Day" hat man es dann auf den ersten Blick mit einer Ballade zu tun. Wenn aber die erste Minute um ist, ändert sich dies : langsam steigert sich die Geschwindigkeit. Allerdings wird die Nr.2 damit nicht überholt. Viel mehr wird in diesem Song ständig das Tempo gewechselt und man kann nicht unbedingt ein einfaches Schema erkennen. Damit hat der Song  zwar keinen Ohrwurm-Charakter, ist jedoch durch die ständige Abwechslung repeat-würdig.

Es folgt "Dark Ritual", ein weiterer langsamerer Song, der jedoch eine düstere Atmosphäre gekonnt 
rüberbringt. 

Plötzlich hört man Akkustik-Gitarre beim Anspielen des nächsten Tracks: "Minstrel's Domain" - hier kommen auch mal Flöten zum Einsatz und der ruhigere Stil, der diesmal nicht allzu sehr wechselt, verleiht dem Lied stellenweise die Gestalt eines "Lagerfeuer-Singsangs" - live sicherlich für "Feuerzeug-schwenkerei" geeignet.

BANG! - Jetzt haut es rein, denn endlich kommen wir zum Highspeed-Song der Scheibe : "Siege on Zelgian". Hierbei sollte es  einem Power Metal Fan an nichts fehlen : einprägsamer Refrain, schnelle Drums und jaulende Gitarren inklusive Solos. Eine Belagerung soll man sich schließlich nicht in Zeitlupe vorstellen ! 

Leider ziehen die Zauberer hiernach wieder die Bremse. "Crossing the last gate" - übrigens das längste Stück - beginnt zwar mit einem fixen melodischen Gitarrensolo, welches an "No more lies" (Iron Maiden) erinnert, kommt dann aber in sehr progressiver rockiger Form daher und hält sich vom Tempo her eher an die Tracks 3 und 4. Interessanterweise gibt es hier neben den ganzen Riffs auch längere Piano-Passagen und das Lied kann man somit nicht eindeutig einordnen. 

Schließlich bekommt dann auch der Balladen-Fan mit "Let the harmony endure" sein Stück vom Album-Kuchen.Der Song ist und bleibt balladenhaft - wird nur gegen Ende etwas impulsiver. Diesmal sind deutlich Akkustikgitarre, Streichinstrumente und Flöte mit von der Partie. 

Ingesamt lässt sich sagen, dass die Scheibe nicht unbedingt leichte Kost ist, da hierauf viel experimentiert wird. An Mitsingen ist so schnell nicht zu denken, da einschlägige Abschnitte selten sind und sehr viel variiert wird. Man möchte zwischendurch die Schere nehmen und sich die besten Passagen herausschneiden. Wer aber mal eine echte Mischung verschiedener Stile kennen lernen möchte, dem sei zu "Tales Of The Magician" geraten.

[x] Anspieltipps


Album-Track-Liste :
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  01. Intro:Let The Spell Begin (1:34)
[x] 02. Prime Evil (4:55)
  03. Underworld Terror (5:52)
  04. Sandstorm (4:33)
  05. Terminal Day (6:50)
  06. Dark Ritual (Hear Your Master's Call) (6:34)
  07. Minstrel's Domain (5:41)
[x] 08. Siege On Zelgian (5:10)
[x] 09. Crossing The Last Gate (8:41)
  10. Let The Harmony Endure (6:03)

CD-Spieldauer total : 55 min. 53 sec.