Mit Hero werfen die A Capella Wunder aus Bingen ihr zweites Album auf den Markt.
Dieses mal halten von Anfang an GUN Records ihre schützende Hand über die 5 Jungs und die weibliche Stimme der Band.
Das ist wohl auch der Hauptgrund dafür, warum man sich dieses mal entschieden hat gute 50% des Albums mit Coverversionen zu spicken.

Den Einstieg macht "Speed of Light", welches gleich mit einem Bombast-Intro beginnt um sich dann in eine klassische Powermetal-Nummer zu verwandeln. Sofern man den Stil den sich Van Canto  erarbeitet haben überhaupt klassisch nennen kann.

Die Nummer die auch gleich die erste Video Auskopplung des Albums ist, überzeugt sofort und man bekommt schnell ein Bild davon was einen auf "Hero" erwartet. Der nächste Song ist dann eine der vielen Cover-Versionen, die auf dem Album verteilt sind. Hier haben sich Van Canto an Kings of Metal versucht. Vor allem Live kommt der Song gut rüber, aber auch auf dem Album schafft es die Band um Frontmann Dennis Schunke ohne große Schwierigkeiten, das typische Manowar-Feeling rüberzubringen.

Nach Kings of Metal folgt dann wieder ein eigener Song: Pathfinder. Die Band beginnt den Song  mit einem stimmungsvollen Riff an um dann hinter Dennis Schunkes Gesang etwas zurückzutreten. Objektiv betrachtet bewegt sich der Song irgendwo zwischen rockig und typischer Ballade. Natürlich kommt Pathfinder nicht ohne das Bandtypische "Rakkatakka" aus, das auch die Band-Shirts prägt. Dieses wurde bei Pathfinder jedoch in "Indiananer-Gesänge" eingeflochten.

Mit Wishmaster versuchen sich die Bingener dann an einem Nightwish-Song der Tarja Ära. Hier kommt Ingas Stimme voll zur Geltung. Und ich muss gestehen, dass der Song mehr nach den alten Nightwish klingt, als wenn Anette Olzon den Song intoniert. Einziger Minuspunkt ist hier das  Fehlen einer Stimme die sich auf die Keyboards konzentriert, die bei der originalen Wishmaster-Version für den Bombast sorgen.

Schockiert hat mich allerdings die Anwesenheit des "Bard's Song", dem Blind Guardian Klassiker, der den meisten in der legendären Version von 2004 aus der Düsseldorfer Philllipshalle bekannt sein sollte. Meiner Meinung nach gibt es Songs die man nicht covern sollte.. der Bard's Song gehört definitiv dazu. Fairer Weise muss ich aber auch erwähnen dass der Song wirklich imposant klingt. Van Canto haben die Ballade durchaus würdig umgesetzt und diesbezüglich weniger voreingenommen ist wird an diesem Cover durchaus seinen Spass haben. Für mich ist es aber ein gefühltes ähnliches Verbrechen wie Casablanca in Farbe zu schauen.

Nun folgen wieder zwei eigene Stücke: The Quest for Roar und Take to the sky. Ersterer ist eine waschechte Metal-Hymne, letzerer kann mit Bilnd Guardian Frontmann Hansi Kürsch als Gastsänger aufwarten. Der Song hat alles was ein guter Powermetal Song braucht: Einen treibenden Rythmus und ordentlich Bombast. Das gemixt mit Hansis unverwechselbarer Stimme und man hat einen Killersong.
Einen weiterne Klassiker haben sich die Jungs rund um Inga und Dennis mit "Fear of the dark" gesichert. Der Song gehört schon so zu meinen Alltime-Favorites, was wohl auch einer der Gründe ist, warum die Band damit bei mir Punkten kann. Inga und Dennis singen hier die Strophen im Duett wobei Ingas Stimme ganz klar im Vordergrund liegt. Das verpasst dem Song neben dem Van Canto - Style noch eine zusätzlich  eine besondere Note.

Der dem Album seinen Namen gebende Song Hero ist das Schlusslicht in der Tracklist. Einer sehr stimmungsvollen langsamen Bombast-Nummer, die wie der Rest des Albums durchweg überzeugen kann.

Fazit:
Etwas Angst hatte ich ja schon, was Van Canto denn nun als zweites Album nachschieben würden. Total unbegründet wie sich herrausgestellt hat, denn  die Songs von keinem anderen als Charlie Bauerfeind in den Twilight Hall Studios produziert und der Mann versteht sein Handwerk. Mir wäre allerdings lieber gewesen wenn mehr Eigenkompositionen auf dem Album vertreten gewesen wären. Aber solange die Band die aktuelle Cover-Strategie nicht beibehält und wieder mehr eigene Songs produziert ist die Gefahr als "A capella Cover Band" abgestempelt zu werden, nicht gegeben. Ob man sich auf Heavy Metal a capella einlassen möchte oder nicht, muss jeder mit sich selber ausmachen, ich für meinen Teil habe es nicht bereut und freue mich jedesmal darüber das es Bands wie Van Canto gibt die mein Plattenregal bereichern.

Hero von Van Canto gebe  ich auf einer Skala von 0 - 10 gute 7 Punkte.

Tracklist


[X] Anspieltipp

1. Van Canto - 01 Speed Of Light (4:27) [X]
2. Van Canto - 02 Kings Of Metal (3:44)
3. Van Canto - 03 Pathfinder (4:54)
4. Van Canto - 04 Wishmaster (4:27)
5. Van Canto - 05 The Bard's Song (3:13)
6. Van Canto - 06 Quest For Roar (3:36) [X]
7. Van Canto - 07 Take To The Sky (4:19)
8. Van Canto - 08 Fear Of The Dark (7:14) [X]
9. Van Canto - 09 Hero (5:22) [X]