Am 27.06.08 ist es soweit: Secret Voyage, das nächste Studioalbum von Ritchie Blackmore, Candice Night und ihrer Band of Ministrels wird bei SPV veröffentlicht.
Eingeleitet wird die schillernde Scheibe von dem Song "God save the keg", einem instrumentalen Stück für dessen Vertonung, bis auf die erst spät sehr dezent eingesetzte E-Gitarre, nur Bauerninstrumente verwendet wurden. Nett anzuhören, aber für ein Intro ziemlich lang geraden. Eigentlich fragt man sich die ganze Zeit wann denn endlich was passiert.
Vielversprechender klingt da schon der nächste Song "Locked within the cystal ball" der es auf ganze 8 Minuten Spieldauer bringt.
Der Einstieg beginnt mit Percussion.. dann folgen gezupfte Gitarren... und dann setzt die Gefühlvolle Stimme von Candice Night ein..
- und man ist hin und weg. Wenn man einen Vergleich wagen sollte.. Die alten Nightwish lassen sich am ehesten als Vergleich nehmen . Weniger brachial natürlich, viel, viel sanfter klingt die Umsetzung von Blackmore. Die Meldodie stammt übrigens aus dem mittelanterlichen Stück "Stella Splendens" wie man der Pressemitteilung entnehmen konnte. In die Mitte des Songs ist ein fragiles Solo von Ritchie Blackmore eingewoben. Ein sehr gefühlvoller aber auch etwas schnulziger Song. Dennoch mein ganz klarer Favorit auf dem Album.
"Gilded Cage", das folgende Stück auf Secret Voyage ist viel ruhiger und gemächlicher als "Locked within the crytal ball" und animiert zum Augenschliessen und Träumen
Orientalische Klänge erwarten einen zu Beginn des Songs "Toast to tomorrow". Allerdings ist der Song nicht durch und durch orientalisch angehaucht. Der Rest des Songs basiert auf einem traditionellen Folksong. Leider geht Candice nicht näher darauf ein auf welchem.. Für mich klingt der "Körper" des Songs für eine Mischung aus ungarischem und russischem Folk..
Wie dem auch sei.. der Song ist fürs Tanzen und feiern wie geschaffen.
Mittelalterlich geht es bei dem gezupften Instrumentalstück "Prince Waldeck's Galliard" zu. Der Stück ist dem Prinzen aus dem Titel des Liedes gewidmet, der einst in einem der Lieblingschlösser von Candice und Ritchie residierte. So lauscht man denn zweieinviertel Minuten der kurzweiligen Melodei. Auch hier ist wieder Träumen und entspannen angesagt.
Bei "Rainbow eyes" handelt es sich um ein altes Rainbow Stück. Blackmore's Night haben hier dem Wunsch vieler Fans entsprochen, diesen Song doch im typischen Blackmore's Night Gewand neu zu vertonen. Gelungen ist ihnen dies allemal. Sehr schön ist hier das verspielte Solo.
Definitiv ein weiterer Song auf meiner Favoritenliste ist der Song "The circle". Gitarren werden hier sehr dezent eingesetzt, eingeleitet und weitestgehend unterstützt wird Candices Stimme hier hauptsächlich durch mittelalterliche Blasinstrumente. Erst später stösst Blackmore mit der E-Gitarre dazu.
"Can't help falling in love".. Für viele sicher nicht nachvollziehbar, aber ich habe bei diesem Song ein breites Grinsen und leuchtenden Augen bekommen. Beim ersten Hören hatte ich die CD einfach in den Player gestopft und lauschte der Dinge die da kommen würden... Aber mit einem alten Elvis Cover, noch dazu von einem Song den ich sehr mag, habe ich wirklich nicht gerechnet.
Beide Daumen hoch!
"Peasant's promise" ist wieder ein typischer Blackmore's Night Song der Gattung "Tanzbar". Inhaltlich handelt der Song von einer Liebe die nicht weltlichen Gütern basiert. Inspiriert wurde der Song durch ein englisches Traditional.
Nicht aus der Feder von Blackmore stammt der Song "Far far away", der von einem engen Freund der Band geschrieben wurde. Wieder ein etwas ruhigerer Song.
"Empty words" ist quasi das Outro des Reise durch Geheime Welten. Er handelt davon wieviel Zeit wir damit verbringen leere Worthülsen von uns zu geben.

Fazit:
Alles in allem ein sehr gelungenes (wenn man von dem nicht ganz so tollen Artwork absieht) Album. Vollgepackt mit einer ganzen Ladung Mittelalter und Songs zum Träumen. Das absolute Partyalbum ist Secret Voyage natürlich nicht und auf der kommenden Tour werden Blackmore's Night wohl vermutungsweise in bestuhlten Hallen spielen, aber das heisst nicht, das Secrect Voyage langweilig ist. Die Platte eignet sich wunderbar zum nebenher Hören wenn man einfach mal abschalten möchte und sich von Ritchie Blackmore in längst vergangene Zeiten entführen lassen will. Wen dass noch nicht überzeugt hat, der kann hier in das Album reinhören.


1. Blackmore's Night - God save the keg (3:40)
2. Blackmore's Night - Locked within the crystal ball (8:04) [X]
3. Blackmore's Night - Gilded cage (3:42)
4. Blackmore's Night - Toast to tomorrow (3:49)
5. Blackmore's Night - Prince Waldeck's Galliard (2:13)
6. Blackmore's Night - Rainbow Eyes (6:01)
7. Blackmore's Night - The Circle (4:48) [X]
8. Blackmore's Night - Sister Gypsy (3:21)
9. Blackmore's Night - Can't help falling in love (2:51) [X]
10. Blackmore's Night - Peasant's promise (5:33)
11. Blackmore's Night - Far far away (3:54)
12. Blackmore's Night - Empty words (2:40)