Wer auf Power Metal steht und im Geschichtsuntericht nicht durchgängig geschlafen hat – oder genau dies getan hat und seine Kenntnisse nun auffrischen will – der ist bei Crystallion richtig. 12. Jahrhundert, Anno Domini: Tempelritter auf ihrer Tour durch Nahen Osten, inklusive Battle und Fiasko werden auf einem silbernen Power Metal Tablett serviert, garniert mit epischen Bombast-Elementen à la manière de Rhapsody.


    Thomas Strüblers Vocals harmonisieren z.B. in Wings of Thunder zwar gut mit dem Musikgenre, könnten jedoch noch ein wenig überzeugender und nach ein etwas mehr Thunder klingen.

Onward, der ersten Teil des dreiteiligen The Battle, sowie die folgenden Episoden Higher Than the Sky und Saracen Ascension, dürften durch ihren narrativen Charakter und ihr Tempo den einen oder anderen an Tobias Sammets Avantasia Alben erinnern. Und zwar durchweg positiv.

Besonders Saracen Ascension zeigt in seinen gut sieben Minuten sehr viel Power und schlußendlich – mit dem Verlust der Schlacht für die Tempelritter – kurzzeitig sogar ein wenig Beschaulichkeit.


    Das Thema Tempelritter hat nicht nur Cineastik und Literatur erreicht, sondern nun auch die Musik und dabei die Metalszene. Gibt es eine Musikszene, die besser Kampf- und Aufbruchsstimmung vertonen könnte? Bis zum Finale bleibt Hattin prachtvoll, üppig und trotz der Veranschaulichung der größten Niederlage der Tempelritter heroisch und kraftvoll.

Denn zum Schluß drehen die sechs Bayern noch einmal auf und kombinieren im elfminütigen Preach With An Iron Tongue noch einmal Kontemplatives zur verlorenen Schlacht, sowie treibende Gitarren und tollen Riffs um das durchaus gelungene Album abzurunden. Die Variation an Vocals, die Thomas Strübler in diesem Stück zeigt, überzeugt das Metallerherz letztendlich doch und lässt hier Melodie und Lyrics im Kopf verweilen und nachklingen.


    Nicht nur, dass mit Hattin ernsthafte und sehr interessante Ereignisse der Weltgeschichte angesprochen werden, die bis heute noch Einfluss auf die weltpolitische Tendenzen haben, sondern dass das bayerische Sextett auch ein äußerst hörbares Album produziert hat. Auch wenn es sich insgesamt nicht sehr stark von der doch partiell ähnlich anmutenden Power Metal Szene absetzt, so sorgen die virtuosen Melodien und das Thema, das Interesse auf mehr macht, dafür, dass sich das Album nachhaltig im mitnickenden Kopf festsetzt.


Mein Anspieltip ist Preach With An Iron Tongue um einen Eindruck vom Gesamtkönnen der Jungs zu erhaschen, der dann aller Wahrscheinlichkeit nach zum Anhören des Rests des Albums verleitet!

 

 

 

Playlist:

01. The Ambush

02. Wings of Thunder

03. Vanishing Glory

04. Under Siege

05. The Battle - Onward

06. The Battle - Higher Than The Sky

07. The Battle Saracen Ascension

08. [X] Preach With An Iron Tongue 

 

[X] Anspieltip