Knallharter deutschsprachiger Metal! Welche Bandnamen fallen einem dabei ein? Rammstein und Oomph.. klar.. wobei letztere eher in den Rocksektor abdriften erscheint ein neuer Stern am Metalhimmel: GRANTIG.  Jonathan Schmid, Alex Negret, Jan Vogelbacher, Jonas Windwehr sind grantig. Warum die 4 Jungs grantig sind verraten sie zwar nicht, dafür präsentieren sie mit "So muss es sein" einen knüppelharten Longplayer, der sich im Plattenregal nicht verstecken braucht. Das Quartett legt mit dem Opener "Der König" einen erbarmungslosen Start hin. Treibende Riffs und ein ziemlich kritscher Text erwarten den geneigten Hörer. Nicht weniger hart geht es mit dem zumindest vom Titel her optimistischeren Song "jeder kann es schaffen" weiter. Jonathan Schmids Reibeisenstimme feilt sich während des Hörens unaufhörlich ins Hirn. Spätestens nach dem dritten Song, der gleichzeitig auch Namensgeber der Scheibe ist fällt einem die Vorliebe der Band für Strophen die aus kurzen Textpassagen bestehen auf.
Mit "Reflexion" kommt dann endlich etwas Abwechslung in das Album, ist man doch von den blues-lastigen ruhigeren Tönen doch überrascht. Der Song ist in der ersten Hälfte noch sehr minimalistisch aufgebaut, in der 2. Hälfte kommen dann aber wieder erdige Gitarren und harte Riffs dazu. Hier zeigt Herr Schmidt dann endlich auch das er mit seiner Stimme nicht nur grantig schreien, sondern auch singen kann.
Beim weiteren Hören des Albums bildet sich langsam ein Muster heraus: Knallhart geprügelte Songs werden immer wieder mit einem ruhigen Zwischenspiel oder einem "gemütlicheren" Song aufgelockert, so dass auf dem Debut durchaus für Abwechslung gesorgt ist.  Fans der härteren Gangart kommen dennoch voll auf Ihre Kosten und sich die Grütze aus dem Schädel bangen kann man sich zu dem Werk allemal.

Fazit:
Die ersten Songs klingen alle recht ähnlich, hier hätte ich mir - trotz der ruhigeren Stücke - etwas mehr Abwechslung gewünscht, das ganze relativiert sich aber dann in der 2. Spielhälfte des Albums noch. Hier stellt sich dann nämlich herraus, dass die Knüppelsongs keineswegs eintönig sind sondern mit ausgefeilten Soli und rhythmisch sehr starken Riffs glänzen. Um in die Top 10 meiner Lieblingsalben zu kommen fehlt dem Album zwar noch der letzte Schliff, die dargebotenen Stücke sind aber für sich gesehen absolut hörenswert und gerade die bemerkenswerte Stimme des Front-Grantlers geht durch Mark und Bein. Auch die technisch brillianten, aber leider recht kurzen Soli sprechen für "So muss es sein".

Anspieltipp [X]
Tracklist:

  1. Der König
  2. Jeder kann es schaffen
  3. So muss es sein
  4. Refelexion [X]
  5. Der Fremde
  6. Sodom und Gomorrha
  7. Zwischenspiel
  8. Wir haben nichts dazu gelernt
  9. Leichtsinn
  10. Schutt und Asche
  11. Totentanz
  12. Immer wieder