Das dieses Jahr erschienene siebte Album der Hamburger PowerMetal Kapelle Iron Savior macht bereits mit dem ersten Song "Running Riot" ordentlich Dampf auf dem Plattenteller. Piet, der auch bei Savage Circus seine Finger mit im Spiel hat klingt stimmlich stark nach einer Mischung aus Hansi Kürsch und Jens Carlson womit er die Brücke zwischen Savage Circus und Blind Guardian schlägt. Gerade der Chorus von Running Riot wird sich live definitiv als Burner entpuppen. Weiter geht es mit dem weniger harten, aber dennoch gut anzuhörenden Song "The Omega Man", der inhaltlich vom letzten überlebenden Menschen handelt und dessen Geschichte erzählt. The Omega Man bietet einen eingängigen Chrous den schön laut mitgröhlen kann, wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist standesgemäß zu headbangen.
Gleich nach dem Omega Man folgt mit "Flesh" ein weiterer Fantasy Kandidat. Flesh ist ein vom Kannibalismus handelnder Song mit sehr eingängigen Riff und wenig Melodie.
Danach legen die 4 Jungs wieder tempomäßig zu und bringen die Platine der Stereoanlage mit "Megatropolis" zum kochen. Megatropolis geht direkt in den Gehörgang und von dort aus unweigerlich zur Nackenmuskulatur, so dass man sich nach kurzer Zeit beim im Takt mitwippen erwischt. Veredelt wird das Stück dann noch mit einem etwas längeren Gitarrensolo. Mit Cybernatic Queen schieben Iron Savior dann auch eine astreine Rocknummer mit Baladen-Elementen hinterher und sorgen damit für eine kontrastreiche Abwechslung auf dem durchweg genialen Album. Computerprostitution wird hier thematisch durchleuchtet und unweigerlich werden Erinnerungen an die Borgqueen und Quarks Holosuiten wach. Wir halten uns noch einen Song länger in den virtuellen Welten auf und kommen zu meinem absoluten Lieblingssong auf dem mit 45 Minuten relativ kurz gehaltenen Album. Cyber Hero heisst das gute Stück und ist eine Hymne für alle die einen Großteil ihres Lebens mit der Maus in der Hand in finsteren Dungeons verbringen. Richtig.. Cyber Hero ist für alle Zocker geschrieben und reisst melodisch sowie textlich gleich mit. Mitsingen ist dank des einfach gehaltenen Chorus problemlos möglich.  Die Büchse der Pandora öffnen Iron Savior dann schliesslich mit "A Tale from down below" einer weiteren eher rocklastigen Nummer mit eingängigen Riffs und einem eher ruhigen Chorus. "Still I believe" sorgt dann für erneute Abwechslung auf dem Silberling und legt in Sachen Tempo wieder einige Gänge zu. Kräftige Doublebass-Passagen und wenig Melodie prägen diesen Song der zugleich auch der Vorletzte auf dem Album ist.
Den Abschluss macht dann vom Titel her sehr passend der mit fast 6 Minuten Spielzeit längste Song auf Megatropolis "Farewell and goodbye".
Hier ziehen Iron Savior nochmals alle Register und ballern einem einen rasanten Song um die Ohren.

Fazit:
Megatropolis ist ein solides Powermetal-Album, das stilmäßig sicher in die Sparte Blind Guardian / Savage Circus / Rebellion passt. Sicherlich ist dies keine Überraschung, ist doch mit Thomas Nack, Piet Siek und Yentz Leonhart ein Großteil der(Live)-Besetzung von Savage Circus mit am Werk. Das Album macht durchweg Spass und hat eigentlich keinen Haken. Ich konnte eigentlich keinen Song finden bei dem die Stimmung einen Hänger durchmacht. Die Texte bedienen sich wie für Iron Savior typisch an diversen Stilmitteln des Science Fiction. Iron Savior bleiben ihrem Stil treu und liefern eine geniale Scheibe ab, die allerdings mit knapp 45 Minuten Gesamtspielzeit etwas kurz geraten ist. Dafür wirkt das Album aber auch nach mehrmaligem Hören nicht fad und dürfte auch für Live Konzerte den ein oder anderen Stimmungssong bereitstellen.



Tracklist:
[X] Anspieltipp
  1. Running Riot [X]
  2. The Omega Man
  3. Flesh
  4. Megatropolis
  5. Cybernatic Queen  [X]
  6. Cyber Hero  [X]
  7. A Tale from down below
  8. Still I believe
  9. Farewell and good bye