Auf der Welle der Sequels schwimmend veröffentlichen Gamma Ray am 16. November 2007 in Deutschland ihren aktuellen Longplayer "Land of the free II". Ob die Nordmänner um Kai Hansen nur einem Modetrend folgen, oder ob das Album tatsächlich Substanz hat wollen wir hier etwas genauer beleuchten. Der Titel "Land of the free II" ist von den Hanseaten bewusst gewählt und referenziert mit voller Absicht einen Meilenstein in der Geschichte von Gamma Ray. Das Thema der Freiheit und die stilistische Ausrichtung des mit 12 Stücken immerhin 65 Minuten langen Longplayers sind aber auch die einzigen Gemeinsamkeiten zwischen dem aktuellen Album und dem 12 Jahre alten Vorgänger. Nachdem die Grundstimmung von Majestic relativ düster war, sollte Land of the free II wieder deutlich positiver und farbenfroher klingen und das, meine Freunde, ist Kai Hansen und seinen Jungs definitiv gelungen.
Das Album beginnt mit dem sehr leichtgängigen "Into the Storm". Melodisch bis auf das Solo nicht unbedingt ein Meisterwerk, dennoch macht das Lied Spaß und Lust auf  mehr. Weiter im Takt geht es mit "From the Ashes" einem Song der dann auch gleich wesentlich komplexer ist, aber aufgrund seines hymnenartigen Charakters durchaus das Song zu einem geilen Livestück werden könnte. Schnelle Rythmenwechsel prägen hier das Bild. Auch mit den nachfolgenden Songs "To mother earth", in dem sich die Gammastrahlen mit der Art beschäftigen wie wir mit unserem Planeten umgehen, und dem treibenden "Rain" das eigentlich so gar nicht nach Gamma Ray klingen mag treten die Jungs kräftig aufs Gaspedal. "Leaving Hell" ist auch wieder einer der Songs die live sicher eine gute Figur machen werden da er sich prima zum mitgröhlen eignet. Täusche ich mich, oder singt Kai Hansen jetzt rauher und weniger im hohen Bereich als früher? Nach Leaving Hell folgt das für mich interessanteste Stück auf der Scheibe "Empress" welches thematisch wie eine Fortsetzung des Accept Klassikers "Princess of the dawn" wirkt. Empress ist eine sehr rockige Nummer und legt den Vergleich zu dem vorher genannten Accept Song mit Textpassagen wie "Kiss the princess of the dark" doch sehr nahe. Wenn man genau hinhört kann man im Accoustic / Solopart deutliche Anleihen zu den Songs "Balls to the Wall" und dem Gitarrensolo aus "Princess of the dawn" erkennen. In meinen Augen eine gelungene Homage!
Das etwas später auf dem Album folgende "Real world" ist ein typisches Kai Hansen Stück, das stilistisch sehr an ältere Hansen Songs wie z.b. Future World erinnert. Da Ich diese Art von Songs absolut geil finde ist das definitiv einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.
"Hear me calling" der vorletzte Song auf dem Album knallt einem dann erstmal ein fixes Drumsolo vor den Kopf, um dann so weiter zu gehen wie man es von einem Song von Gamma Ray erwartet.
Den Abschluss auf dem Album macht das 11:30 Minütige "Insurrection", welches wohl auch den Höhepunkt des Albums darstellt. Der Beginn des Songs ruft spontan Bilder von entflammten Feuerzeugen in einem hervor um sich dann langsam zu einer extrem abwechslungsreichen Powernummer zu entwickeln.

Fazit:
Land of the Free II ist ein absolut geniales Album das durchaus an die Hochzeiten der Hamburger anknüpft.
Weniger dunkel, dafür aber sonniger als "Majestic" kommt der Longplayer so daher wie wir es von Kai Hansen gewohnt sind.
Rasante Soli, treibende Riffs und ein guter Schuss Heavy-Metal-Hymne machen das Album zu einer sicheren Sache (vorausgesetzt man mag GammaRay, sonnst wird man mit der Scheibe nicht warm.). Zugreifen lautet die Devise.


[X]  Anspiel tipp

Tracklist:
  1. Into the Storm
  2. From the ashes [x]
  3. Rising again
  4. To mother earth
  5. Rain
  6. Leaving hell
  7. Empress [x]
  8. When the world
  9. Oppurtunity
  10. Real world [x]
  11. Hear me calling
  12. Insurrection