Noch 2 Tage, dann erscheint das nächste Album der Cello-schwingenden Finnen in den Plattenregalen. Anlass genug für uns die Scheibe vor der Veröffentlichung mal unter die Lupe zu nehmen.

 

"Worlds Collide", der Titelsong des Albums beginnt gleich mit einer treibenden Bass-Line mit eher ruhigen Cellos um es dann kurz darauf
mit kraftvollen Riffs richtig krachen zu lassen. Unterbrochen wird das Cello-Inferno immer wieder von ruhigen Parts bei denen sich der geneigte Headbanger
regenerieren kann.
"Grace" hält von Anfang an durch die Drums ein gleichbleibend schnelles Tempo welches von melodiösen Cello-Parts untermalt wird um dann gegen Mitte des Songs in einem
experimentell-elektronisch angehauchten Höhepunkt zu gipfeln.
Für "I'm not Jesus", der ersten Singleauskopplung des Albums holten sich die Finnen Corey Taylor, einigen sicher eher vertraut als Stimme von
Slipknot, mit ins Boot. So sorgt dann Mr. Taylor auch für einen etwas anderen Klang als man ihn üblicherweise von Apocalyptica gewohnt ist.
i'm not Jesus klingt deutlich Radio-tauglicher als andere Songs der Finnen, ist aber auf der anderen Seite eher dem Nu-Metal zu zuordnen.
Dem normalen Radiohörer dürfte nichtmal auffallen das keine Gitarren mit im Spiel sind. Der Song bietet einen eingängigen Refrain
der durchaus zum mitsingen animiert.
Weiter geht es mit "Ion", dem 4. Song auf dem Longplayer. Wie die ersten beiden Songs ist Ion eine Instrumental-Nummer, wie man es gewohnt ist.
Der Song plätschert so dahin und ist nicht besonders auffallend. Eher ein Standartwerk der Cello-Virtuosen.
Mit "Helden" ist auch ein deutschsprachiger Titel auf dem Album vertreten, der von keinem geringeren eingesungen wurde als Till Lindemann,
Es ist immer wieder faszinierend zu hören, wie ein Sänger einen Song prägt. Helden würde problemlos auf jedes der jüngeren Rammstein-Alben
passen ohne großartig aufzufallen. Auf "Worlds Collide" sticht der Song eben wegen Herrn Lindemanns markanter Stimme deutlich hervor.
Bei "Stroke" geben die Finnen dann wieder richtig Gas. Hämmernde Rhytmen, die immer wieder von leichten Melodien übertönt werden, prägen den Song
der nur so dahin zu rasen scheint. So schaut man dann auch recht verwundert aus der Wäsche wenn einem die 4 Minuten 30 Spielzeit deutlich zu kurz vorkommen.
Stroke macht richtig Spass.
Ebenfalls rasant geht es dann mit "Last Hope" weiter, als würden die Finnen um ihr Leben spielen müssen. Hier ist erstmals eine E-Gitarre mit am Start.
Last Hope klingt deutlich "power-metallig" und kann mit eingängigen Riffs aufwarten.  
Nach zwei ziemlich schnellen Stücken geht es dann wieder etwas "gemächlicher" weiter: "I don't care" verspricht erneut einen "Radiotauglichen Song"
diesmal mit Three Days Grace-Frontmann Adam Gontier am Mikro. Eine Hymne für alle Verlassenen und diejenigen die ihren Frust rausschreien wollen.
I don't care lässt sich aufgrund des eingängigen chorus gut mitsingen und macht live sicher einiges her.
Gefolgt wird der Gleichgültigkeits-Song von "Burn". Burn kommt im rockigen Gewand, aber ohne Vocals daher und lockert damit die Atmosphäre für den folgenden Song auf.
Für "SOS (Anything but love)" holten sich die Finnen weibliche Unterstützung. Lacuna Coils Goldkehlchen Christina Scabbia verleiht dem Song mit viel Gefühl ihre Stimme
und sorgt so dafür das auch Fans der weniger harten Klänge auf Ihre kosten kommen.
Den Abschluss des Albums macht "Peace", ein weiteres Instrumentalstück, das recht kraftvoll daher kommt.

Fazit:
Das neue Scheibchen kommt gut, so gut das es mich nicht wundern würde, wenn der ein oder andere Song im Radio gespielt würde.
Instrumentalstücke und Stücke mit Vocals sind gleichermaßen vertreten. So wirkt die Scheibe auch beim mehrfachen Hören abwechslungsreich
und wird nicht langweilig. Worlds Collide sollte man sich auf jedenfall zulegen, auch wenn es für Fans der älteren Alben durchaus gewöhnungsbedürftig ist.


Tracklist:

  1.     Worlds Collide
  2.     Grace
  3. (X)I'm not Jesus (feat. Corey Taylor)
  4.      Ion
  5. (X)Helden (feat. Till Lindemann)
  6.      Stroke
  7. (X)Last Hope
  8.      I don't care (feat. Adam Gontier )
  9.      Burn
  10.      SOS (Anything but love) (feat. Cristina Scabbia)
  11.      Peace