Grailknights

Lange, viel zu lange haben die Grailknights ihre treuen Fans, den Battlechoir auf das neue Album warten lassen. Inzwischen ist es etwas über 2 Jahre her dass die Band um Sir Optimus Prime  in Hannover die Doppel-Release Party zur CD die es aufgrund widriger Umstände nie gab feierte. In der Zeit danach stand es immer mal wieder schlecht um ein Fortbestehen der tapferen Recken aus Grailham City: Zuerst verließ Mac Death aufgrund persönlicher Differenzen die Band, später trennte sich die Band dann von ihrem Trommeläffchen Baron van der Blast. Grund genug jedenfalls ein besorgtes Auge in Richtung Grailham zu werfen. 

Wie dem auch sei, inzwischen haben sich die Jungs wieder aufgerappelt und mit den Neuzugängen Count Cranium (Bass), Earl Quake (Gitarre) und Lord Drumcules (Drums) eine ordentliche Kampftruppe aufgestellt ,die sich auch live schon beweisen konnte. Während sich die Band auf Konzerttechnisch relativ rar gemacht hat, wurde quasi heimlich am neuen und vierten Album „Calling the Choir“ gewerkelt und geschraubt, dessen Artwork in schicker Comic-Optik im Stile der diversen Superhelden Comics gehalten ist. Der erste Song ist auch gleich der Titeltrack des Albums und ein definitiv würdiger Song um das Comeback der Gralsritter einzuläuten. Ein schneller Song, der sich stilistisch weg vom Melodic Death Metal der vorherigen Scheiben und mehr zum hymnenartigen Mitsing-Powermetal bewegt und direkt ins Ohr geht. Ungewohnt ruhig geht es dann weiter mit „Now or Nevermore“. Puh. Glück gehabt, der Song tritt dann nach dem Intro doch ordentlich in den Arsch. Das Stück entpuppt sich gerade im Chorus als melodische Mitgröhlnummer, eine Stärke die die Knights bisher live auch immer ausspielen konnten. „Morning Dew“ sollte den Fans hinlänglich bekannt sein, denn der Song wurde auch schon auf dem ein oder anderen Konzert zum Besten gegeben. Optimus zückt hier zum ersten Mal auf dem Album sein Akkordeon. Der Song wildert ein klitzeklein wenig in Polka-Gefilden, Partystimmung ist also garantiert.   Danach folgt „Absence of Gratvity“, die erste Nummer bei der die Knights zurück zu Ihren Wurzeln kehren. So sehr ich die Screams und Growls bisher auf dem Album vermisst habe, so richtig warm werde ich mit der Nummer nicht. Irgendetwas fehlt mir hier, ich kann nur nicht genau sagen was. „Victorious“ gefällt mir da schon wesentlich besser, auch wenn ich nicht sagen kann woran es letztendlich liegt. Auch hier werden ein paar Growls eingestreut, primär baut der Song aber auf Optimus‘ cleanem Gesang und Chören auf, die richtig gute Stimmung machen. Mitten auf dem Album  haben die Knights die Ballade „Anna Lee“ versteckt. Balladen sind gerade auf Alben die richtig krachen immer irgendwie Stimmungstöter, hier ist der Zeitpunkt für die Ballade aber geschickt gewählt, so dass man seinen Ohren eine kleine Verschnaufpause gönnen kann. Es würde mich allerdings schwer wundern, wenn der Battlechoir den schön melancholischen Seemannssong live nicht mächtig schmettern würde.  Mit „Desert Storm“ folgt auf die Ballade dann wieder eine Hymne, bei der Optimus hin und wieder ein paar satte Growls und Screams einstreut und so den Weg zum Partysong schlechthin, dem auch von Konzerten bekannten „Sea Song“ zu ebnen.  Wer hier nicht mitgröhlt, sollte sich schleunigst ein Sterbeloch graben, denn die Nummer ist an Partyfaktor einfach nicht zu überbieten. Ein hitverdächtiger Chorus und das perfekt harmonierend Akkordeon tun ihr Übriges.  Ans Ende der Welt führt uns die groovige Nummer mit dem passenden Namen „End of the World“. Auch hier handelt es sich um eine typisch schnelle eher klassische Grailknightsnummer mit starkem Hymneneinschlag. Fast schon brutal wirkt im Kontrast dazu die vorletzte Nummer „Far and Away“, die stark an die Grailknights Wurzeln im Melodic Deathmetal erinnert. Wenig überraschend schafft es Optimus auch hier, gekonnt hymnenartige Strukturen einzubinden so dass sich im Mittelpart des Songs auch genügend Gelegenheit zum bierseeligen mitsingen ergibt. Witzig ist, dass mich der eine Passage an das Titelthema der 80er Jahre Serie „Ein Fall für Zwei“ erinnert.  Aber eigentlich zeigt das nur dass ich ein alter Sack bin. Als Bonus spendieren die Recken aus Grailham City dem Choir den Bonnie Tyler Klassiker „Holding out for a hero“ , der wohl bei keiner Band besser wie Arsch auf Eimer passt als bei den Grailknights, als amtliche Coverversion.

Es fällt auf dass sich die Grailknights weiterentwickelt haben, eher weg vom melodischen Deathmetal und ein wenig mehr hin zum hymnenhaften, rockigen Powermetal. So ganz untreu werden die Recken ihrem alten Stil jedoch nicht, so dass sich auch der konservativste Fan bei „Calling the Choir“ zuhause fühlen wird. Man findet auf dem Album zwar auch die ein oder andere nicht ganz so starke Nummer, dass gleichen die restlichen Songs aber mehr als aus. 



Battle Choir: Kauft die Scheibe!
Der Rest: Habt ein Auge auf die Band, in dem Lineup steht einem steilen Start eigentlich nichts mehr im Wege!

Titel:

Calling the Choir

Veröffentlicht am:

11.04.2014

Label:

Bewertung:

9.0

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Tracklist:

Die Reihenfolge der Songs im Reviewtext bezieht sich auf eine Vorabversion des Albums.

1. Calling the Choir [X]
2. Now or Nevermore
3. Morning Dew
4. Absence of Gravity [X]
5. Victorious
6. Anna Lee
7. Desert Star
8. Sea Song
9. End of the World
10. Far and Away
11. Holding out for a Hero (bonustrack) [X]