Powerwolf
Noch nicht lange auf dem Markt wurde die neue Scheibe von Powerwolf gleich auf den ersten Platz der Charts katapultiert. Wie von Powerwolf gewohnt bekommt man auf der Scheibe „Preachers of the night" amtlichen Powermetal mit religiös-ironischen Einschlägen um die Ohren gehauen. Schon der Opener „Amen & Attack" lässt auf ein starkes Album voller Metal-Hymnen hoffen." Secrets of the sacristy" führt dann allerdings zu kurzzeitiger Verwirrung. Die Nummer kommt recht schnell und ungewohnt klassisch daher. Abgesehen von den Texten und Falks Orgel erinnert hier nichts an Powerwolf wie man sie kennt. Mir gefällt das! So bringen Powerwolf frischen Wind in ihre Musik und verhindern so gleichzeitig die Gefahr sich selber ständig zu kopieren. Auch bei Coleus Sanctus fahren die Wölfe um Frontmann Attila Dorn deutlich das für die Band typische Riffing und den Bombast zurück. Zwischen dem starken Refrain wirkt der Song fast schon ruhig. Hier kann Attila seine Stimmgewalt voll ausnutzen. Song Nummer vier „Sacred and Wild" ist auch wesentlich rockiger als man es gewohnt ist. Man merkt schon wohin das neue Album will, weg vom Bombast hin zum Rock. Mit „Kreuzfeuer" packen Powerwolf dann erstmals einen deutschsprachigen Song auf einen ihrer Longplayer und kommen dabei so düster daher dass man den Song auch in jeder Gothic-Disko spielen könnte. Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass der Song „Kreuzfeuer" durchaus gut mitsingbar ist und sich sicher zu einer interessanten Live-Nummer entpuppen könnte. Mit „Cardinal Sin" treten die Wölfe im Kirchengewand wieder aufs Gaspedal und erhöhen somit das Tempo deutlich. Die Nummer macht Spaß wobei ich allerdings langsam anfange den typischen Powerwolf-Bombast-Sound zu vermissen, der gerade auf dem Vorgängeralbum „Blood oft the Saints" so frenetisch zelebriert wurde. Zum Glück besinnt man sich mit dem Song „In The Name Of God" wieder auf die alten Werte und präsentiert eine klassische Powerwolf-Mitsing-Hymne, die auch live ein echter Kracher ist. Mit „Nochnoi Dozor", den Wächtern der Nacht bezieht sich die Band auf den gleichnamigen Fantasy-Roman von Sergei Lukjanenko. Der Song sowie das Thema passen wunderbar in das Repertoire der Wölfe aus dem Saarland. „Lust For Blood" und „Extatum Et Oratum" lassen vom Titel her wieder auf eine eher klassische Powerwolf Nummer hoffen, doch auch hier merkt man deutlich wie sehr sich die Band darum bemüht die bereits eingetretenen Pfade zu verlassen und eher in die Richtung klassischer Powermetal zu gehen ohne dabei dem Powerwolf-Konzept ganz untreu zu werden. Den Abschluss bildet der sehr ruhige Song „Last Of The Living Dead" bei dem sich die Gebrüder Greywolf an der Gitarre ordentlich austoben dürfen. Der Song endet in einem sehr ruhigen Outro mit Windrauschen, Kirchenglocken und Wolfsgeheul.
Alles in allem haben Powerwolf ein Top-Album produziert dass sich locker mit den bereits erschienenen Werken messen kann. Frontmann Attila hat erneut ordentlich an seiner Stimme gefeilt. Das ist zunächst zwar etwas ungewohnt, kommt aber im Endeffekt den Songs zugute. Die Scheibe macht ordentlich Spaß und sollte in jedem Schrank der Popwerwolf-Jünger stehen. Ob einem der neue rockigere, auf weniger Bombast ausgelegte Stil gefällt ist natürlich Geschmacksache. Ich bin allerdings der Meinung, dass gerade diese Änderung frischen Wind in das Haus Powerwolf bringt.

Titel:

Preachers Of The Night

Veröffentlicht am:

29.07.2013

Label:

Napalm Records

Bewertung:

8.5

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Tracklist:

01 Amen & Attack (4:00)
02 Secrets Of The Sacristy (4:14) [X]
03 Coleus Sanctus (3:50)
04 Sacred & Wild (3:46)
05 Kreuzfeuer (3:53) [X]
06 Cardinal Sin (3:51)
07 In The Name Of God (Deus Vult) (3:20) [X]
08 Nochnoi Dozor (3:51)
09 Lust For Blood (4:00)
10 Extatum Et Oratum (4:01)
11 Last Of The Living Dead (7:47)