Am 11. Januar 2013, weniger als ein Jahr nach ihrem letzten Studioalbum „Blitzkreuz“ (VÖ: 15. Juni 2012), kommt aus dem Hause Callejon mit „Man spricht Deutsch“ der nächste Schlag. Statt für ein reguläres Album haben sich Kallejon (wie sie sich für diese Platte nennen - „Mit K wie Krawall!“) für ein Coveralbum entschieden, wobei - der Albumtitel lässt es erahnen - nur deutschsprachige Titel durch den Metalcore-Fleischwolf gedreht wurden.

Die reguläre Version bietet elf Songs bei circa 40 Minuten Spielzeit und befasst sich mit einigen großen Pop- und Hip-Hop-Hits der letzten 30 Jahre, denn von Peter Schillings „Major Tom“ (VÖ: 1983) bis zu „Alles neu“ von Peter Fox (VÖ: 2008) sind nur jedem bekannte Lieder mit dabei. Nach welchem genauen Prinzip Bastian „BastiBasti“ Sobtzick (Gesang), Thorsten "Totti" Becker (Bass), Bernhard "Bernie" Horn (Gitarre), Christoph „Kotsche“ Koterzina (Gitarre) und Maximilian "Kotze" Kotzmann (Schlagzeug) Songs aus ihrer BRAVO-Hits CD-Sammlung gewählt haben ist unklar.

Den Anfang macht mit „Schrei nach Liebe“ direkt ein Statement gegen Neonazis, bei welchem es sich Bela B. von Die Ärzte nicht hat nehmen lassen an den Aufnahmen mitzuwirken. Wer Die Ärzte covert muss natürlich auch an die Toten Hosen denken, was mit „Hier kommt Alex“ abgehakt wird.

Neben den rockigeren Originalversionen kamen aber auch einige Songs des Hip Hops, wie von Fettes Brot, Die Fantastischen Vier oder dem Berliner Aggro-Rapper Sido unter das Messer um in einer Metalcore-Version in neuem Glanz zu erstrahlen. Insbesondere diese Songs sind auf Anhieb etwas schwerer zu erkennen, da der Unterschied zum Callejon Cover am gravierendsten ist.

„Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller und „Alles nur geklaut“ von Die Prinzen erkennt man sofort und ebenso schnell beginnt der Kopf mit dem Headbangen und man singt mit. Diese beiden Songs gehören sicherlich zu den Highlights auf „Man spricht Deutsch“. Aber auch Tokio Hotels „Durch den Monsun“ kann in der Metalversion durchaus - zugegebenermaßen recht unerwartet - punkten.

Der Clou an der Scheibe ist, dass sich Callejon nicht an x-beliebigen Metalsongs vergriffen, die sie nahezu unverändert hätten nachspielen können, sondern nur genrefremde Lieder gewählt haben. So konnten sie der skurillen Auswahl an BRAVO-Songs ihren Stempel aufdrücken und auch für den geneigten Headbanger erträglich machen.

„Man Spricht Deutsch“ ist sicherlich kein Must-Have aber sehr gut für eine Metalparty geeignet, denn das Mitbrüllpotential bei den alten Hits wie „Major Tom“ ist enorm und Spaß ist garantiert. Meiner Meinung nach funktionieren die Songs die im Original rockiger sind jedoch ein wenig besser als die Hip Hop Nummern.

Doch eins ist sicher: „Man spricht Deutsch“ ist perfekt um die Zeit bis zum nächsten „richtigen“ Studioalbum von Callejon zu vertreiben.

Titel:

Man Spricht Deutsch

Veröffentlicht am:

11.01.2013

Label:

Four Music

Bewertung:

7.0

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Tracklist:

01. Schrei nach Liebe (Die Ärzte Cover) (feat. Bela B.)
02. Schwule Mädchen (Fettes Brot Cover)
03. Alles neu (Peter Fox Cover)
04. Ich find dich scheiße (Tic Tac Toe Cover) (feat. K.I.Z.)
05. Durch den Monsun (Tokio Hotel Cover)
06. Mein Block (Sido Cover)
07. Ein Kompliment (Sportfreunde Stiller Cover) [X]
08. Hier kommt Alex (Die Toten Hosen Cover) [X]
09. Major Tom (Peter Schilling Cover)
10. MfG (Die Fantastischen Vier Cover)
11. Alles nur geklaut (Die Prinzen Cover) [X]