Wenn mir eine Power Metal Band mit dem Namen Lonewolf angekündigt wird, dann denke ich an klassischen, handgemachten Stahl, an Texte über heroische Schlachten, Blut, Tod und Heldentum. Alles eingebettet in eine filmreife Soundkulisse, die einen im Herzen animiert selbst das Schwert zu schwingen. Dies alles bieten auch Lonewolf aus Grenoble im Süden Frankreichs. "Army of the Damned" ist das inzwischen vierte Studioalbum der Truppe, sodass man sie getrost als "alte Hasen" ihres Genres bezeichnen kann.

Auch wenn alle theoretischen Voraussetzungen für eine gute Power Metal Scheibe erfüllt zu sein scheinen, will "Army of the Damned" mich nicht völlig überzeugen. Der Sound ist klassisch bombastisch, die Melodien recht eingängig und bestens für zünftige Bierabende im Kreise der Mitstreiter geeignet. Soundtechnisch bleiben kaum Wünsche offen. Gleich der erste Track des Albums zeigt, wer hier die Schwerter/ Äxte oder was auch immer schwingt. Stimmige Riffs gepaart mit donnernden Drums sind eben selten verkehrt, auch dann nicht, wenn keines der Lieder eine Innovation in Sachen Spielweise oder Melodik darstellt. Doch warum das Rad immer neu erfinden, wenn das alte noch immer gut rollt? Dann allerdings kommen wir auch schon zu meinem großen Kritikpunkt. Die Stimme von Sänger und Gitarrist Jens Börner wirkt mir an vielen Stellen zu angestrengt - trotz professioneller Aufnahme. Die wenigen cleanen Passagen sind in Ordnung, doch der eigentliche, für den Power Metal typische Gesang kommt mir leider ziemlich schwach rüber.  Gerade eine Band, die seit insgesamt 15 Jahren zusammen Musik macht und professionelle Studioalben aufnimmt, sollte meiner Meinung nach in der Lage sein solche Schwächen auszugleichen. Insgesamt halte ich "Army of the Damned" eigentlich für ein recht anständiges, eingängiges Werk, welches leider durch den Gesang zum Mittelmaß degradiert wird. Mit einer deutlichen Verbesserung in diesem Bereich könnten Lonewolf jedoch in die obere Liga ihres Genres aufsteigen.

Titel:

Army of the Damned

Veröffentlicht am:

30.03.2012

Label:

Napalm Records

Bewertung:

5.0

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Tracklist:

01. Lonewolf 02. Crawling to Hell 03. Army of the Damned 04. Hellbent for Metal 05. Soulreapers 06. Celtic Heart 07. The Last Defenders 08. Cold 09. The One You Never See 10. Tally Ho 11. One Second In Eternity