So, da hab ich mir mal was Zeit gelassen mit der nächsten Rezension und schon türmen sich die Platten hier vor mir auf. Schrecklich schrecklich, dann fange ich doch direkt mal mit einer an: "The Saftey Fire". Sagt mir nichts, nie gehört, muss ja nichts heißen. Erstmal ein paar Infos zusammentragen: Progressive Metal das Genre, London die Heimat und seit 2006 aktiv. Nach einer EP von 2009 nun also das erste Studioalbum, "Grind the Ocean" heißt die Platte. Vorband von Periphery waren sie auch mal, was ja zumindest erahnen lässt, in welche Richtung das alles hier gehen wird.

"Grind the Ocean" wirft neben einem mich gut ansprechenden Cover 9 Songs mit einer Gesamtlänge von 47 Minuten und 41 Sekunden in die Runde, da wäre doch garantiert noch Platz für ein oder zwei Songs mehr gewesen. Die Länge variiert von knapp 2 Minuten bis hin zu exakt (!) 7 Minuten, dann wollen doch auch mal rein hören.


Nach einem kurzen Vorgeplänkel steigt "Huge Hammers" dann auch direkt hart ein und man wird, verfeinert mit schiefen Takten, gepflegt angeschrien, in einigen Teilen wird dann auch das ruhigere Klangmetier bedient. Klingt doch ganz annehmbar und schön abwechslungsreich. Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass irgendwo der Ohrwurm-Charakter fehlt. Es macht Spaß den Song zu hören, aber irgendwie bleibt er nicht hängen. Vom stilistischen erinnert mich das ganze was hier geboten wird schon sehr an Cynic, wobei ich mich bei Progressive Metal nach einem Song noch nicht festlegen möchte.
Bei Floods of Colour wird das bisher existente Klangbild weiter gezeichnet und prinzipiell ist das ganze auch ganz schön, allerdings fehlt auch hier mir wieder irgendetwas, was zurück bleibt. Dieser Gesamteindruck setzt sich auch nach dem dritten Song ("DMP (FDP)")  fort, prinzipiell alles sauber gespielt und anspruchsvoll geschrieben, allerdings bleibt es, gerade beim Direktvergleich mit den doch relativ ähnlichen Periphery, nicht so gut im Ohr. Könnte ich nun zu fast jedem Stück das selbe schreiben, so belasse ich es dabei, dass sich mein erster Höreindruck leider bestätigt hat: Virtuose Musiker mit viel Liebe zum Detail, die leider stilistisch zu wenig Abwechslung bieten. Dennoch existieren ein paar Ohrwurmmöglichkeiten. Dafür herausragende Stücke sind für mich Track 4 (Anomolous Materials) und Track 8 (Seagraves). Mit ungefähr 2 Minuten jeweils sind sie wohl eher als Lückenfüller gedacht, haben sie dann eben doch diesen Ohrwurmcharakter und klingen einfach in sich runder.

Als Fazit machen wir es kurz, da ich es ja eigentlich schon gesagt habe. Virtuos, auf hohem Niveau, es fehlt jedoch dieses dieses gewisse etwas. Dennoch bin ich bei der Band sehr hoffnungsvoll und werde mich weiter über sie informieren, denn Potential ist da. In meinem Player wird "Grind the Ocean" nun erstmal nicht mehr landen, dazu habe ich zu viele ähnlich klingende aber ausgereiftere Alternativen.

Titel:

Grind the Ocean

Veröffentlicht am:

27.02.2012

Label:

Inside Out

Bewertung:

5.5

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Tracklist:

Huge Hammers
Floods Of Colour [x]
DMP (FDP)
Anomolous Materials
Animal King [x]
Circassian Beauties
Sections
Seagraves [x]
Grind The Ocean [x]