Es ist ja immer die Frage, ob es gut ist, viel über eine Band berichten zu können. Für jemanden der eine Einleitung für eine CD-Rezension schreiben möchte ist es eher schlecht wenig über eine Band berichten zu können. Allerdings trifft dies auf Lamb of God zu. Seit Über 10 Jahren in konstanter Besatzung unterwegs machen sie eben das, was sie am besten können: Harten, kompromisslosen und ehrlichen modernen Metal.
Wenn es schon nicht viel zu ihnen zu sagen gibt, dann gucke ich mir doch direkt mal die Eckdaten der aktuellen Scheibe an: Der Name ist "Resolution", 56 Minuten und 53 Sekunden die Laufzeit, da wird die Stunde doch angenehm mit 14 Stücken gefüllt. Ein Orchester und ein Opernsängerin finden sich stellenweise auch wieder. Das klingt dann doch mal etwas vielversprechender. Dann hören wir doch mal einfach rein.

Fängt die Scheibe mit "Straight for the Sun" noch langsam an, so werden die Erwartungen doch direkt erfüllt: Druckvoller Sound, harte Gitarren und angenehmes Geschrei am Mikro. Mit Track 2, "Desolation", wird dann auch das erste mal Tempo aufgenommen und von hier an stellt sich das gewohnte Lamb of God-Hörgefühl ein. Zum ersten mal fallen mir hier auch die vertrackten Riffs auf, für die ich die Band eigentlich so mag. In den nächsten Tracks findet man zwar immer wieder ein paar nette Ideen, zum Beispiel ein Akustikgitarren-Intro auf Song 3, namentlich "Ghost Walking", aber etwas für Lamb of God wirklich neues findet sich erstmal nicht. Erst bei "Barbarossa", welcher sich als Track 7 mittig auf der Platte befindet, wird es etwas anders: Das Stück ist kurz, rein instrumental und bietet eine angenehme Pause. Wie bei Schallplatten, wo man die Platte wenden muss um die andere Seite zu hören, teilt dieser Song das Album irgendwie auch in zwei Hälften. Auf jeden Fall eine nette Idee.
Die zweite Hälfte des Albums geht dann auch so weiter, wie die erste aufhörte: Harter kompromissloser Metal, modern gespielt, mit schönen Soli. Vor "King Me", dem letzten Track, bietet sich einem da leider auch nicht so viel Abwechslung. Dieser wartet dann aber auch endlich mit dem Orchester und der Opernsängerin auf. Zum Abklang nochmal etwas anderes, für mich definitiv das Highlight der Platte.

Gehen wir mal weg von der Musik und hin zu den Texten. Es zeigt sich schnell, dass die Band etwas zu sagen hat, und das will gehört werden. Laut eigener Aussage sind alle Texte etwas persönliches, die Scheibe dreht sich um verschiedene Erlebnisse und Gefühle der einzelnen Mitglieder. So behandelt zum Beispiel"Ghost Walking" Gitarrist Mark Mortons Kunst, sich immer wieder falsch zu entscheiden, "Visitation" handelt von negativen Aspekten der Dinge, die man liebt und in "King Me" singt Sänger Randy Blythe von seiner früheren Alkoholsucht.

 

Komm wir zu meinem Fazit: Die Scheibe ist gut. Wirklich! Aber sie ist eben nicht mehr, leider. Im Endeffekt ist sie für Leute die schon immer Lamb of God mochten. Großartige Abwechslung oder auffallende Besonderheiten gibt es abseits von "King Me" leider keine. Dennoch ist das Album eben grundsolide und ich würde es jedem, der diese Musik mag, empfehlen.

Abschießend behandel ich dann noch meine Lieblingsfrage: Wird sich die Platte öfter in meinem Player wiederfinden? Leider nein, muss ich sagen, da ich sie zwar gut finde, aber zu eintönig um mir die Platte im ganzen anzuhören. Für mich bleibt "Ashes Of The Wake" von 2006 das Referenzwerk der Truppe und wird weiterhin häufiger in meinem Player rotieren, vielleicht werden aber einige Stücke von "Resolution", insbesondere "King Me", sich doch noch darin einfinde.

Titel:

Resolution

Veröffentlicht am:

20.01.2012

Label:

Roadrunner Records (Europa)

Bewertung:

6.5

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Tracklist:

Straight For The Sun
Desolation [x]
Ghost Walking
Guilty
The Undertow
The Number Six
Barbarossa
Invictus [x]
Cheated
Insurrection
Terminally Unique [x]
To The End
Visitation
King Me [x]