THIRT3EN heißt das Album, Megadeth die Band und als Schmankerl kriegen die Thrash-Metaller sogar ihren ersten Bassisten wieder mit ins Boot. Na wenn das nicht was Feines werden kann. 13 ist dabei nicht nur Name sondern auch Programm: 13 Tracks befinden sich auf dem 13. Studioalbum und "Megadave" Mustaine hat am 13. September Geburtstag. Ist letzteres doch vermutlich eher Zufall so gehe ich doch mit hohen Erwartungen mal ans Album ran, zumal beim letzten Album schon klar wurde, dass mit Chris Broderick endlich ein angemessener Nachfolger für Marty Friedman gefunden wurde. Also gehen wir die Trackliste mal durch und was finden wir? "New World Order" - das kommt mir doch bekannt vor. Also vorm reinhören nochmal was im Archiv gekramt und tatsächlich: Den Song haben Megadeth schon 1991, sogesehen also im letzten Jahrtausend, geschrieben, nein, den haben sie auch schon mehr oder minder häufig als Demomaterial veröffentlicht. Da bin ich doch mal gespannt wie der jetzt so klingt, endlich als Studioversion. Länger will ich mich hier auch gar nicht aufhalten sondern einfach mal die Platte einlegen und los hören.

 

Track 1: Sudden Death
Spannungsgeladener Auftakt, schnelle komplexe Soli und dann ein donnerndes Riff, sofort wird klar: Megadeth ist wieder da! schon die ersten paar Takte machen Lust auf mehr und die Lust soll auch erfüllt werden. Ein wirklich gelungener Opener, welcher vielleicht noch kein absolutes mega-must-have ist aber durchweg gut auf die Platte einstimmt.

Track 2: Public Enemy No.1
Nach einem ruhigen Intro geht "Public Enemy No.1" dann auch direkt in die vollen und stellt typisches Megadeth-Riffing gepaart mit Melodieeinwürfen zur Schau: Genau das was man von dem Quartett hören will! Für mich, nach einem Song der ordentlich Lust auf mehr machte, eindeutig der erste Höhepunkt der Platte und den lassen wir auch gleich zwei Mal laufen um ihn komplett zu erfassen. Auf jeden Fall ein Anspieltip!

Track 3: Whose Life (Is It Anyways)
Führt das bisherige Konzept des Albums konsequent fort und bleibt genauso gut im Ohr wie die bisherigen Songs, allerdings gibt es leider zu ihm auch nicht mehr zu sagen.

Track 4: We The People
Zeit zum Aufatmen: „We The People“ fühlt sich doch etwas gemächlicher an als die ersten drei Stücke, es ist sogar ein leichter Groove zu vernehmen. An Energie geht dennoch nichts verloren und diese Abwechslung tut überraschend gut.

Track 5: Guns, Drugs & Money
"Guns, Drugs & Money" reiht sich technisch perfekt ins Album ein und schlägt eine Brücke zwischen dem ruhigeren Track 4 und den ersten drei Songs. Da bin ich mal gespannt was hiernach noch kommt.

Track 6: Never Dead
Ein leiser Marsch auf der Snare-Drum, ein paar atmosphärische Klänge im Hintergrund. Zeit für die erste wirklich ruhige Stelle auf dem Album. Doch Megadeth wären nicht Megadeth wenns nicht in der Magengrube drückt: Nach einer kurzen Klimax geht der Song in ein Double-Bass Gewitter mit hartem Riffing über. Um mich zu wiederholen: Genau das was man von dem Quartett hören will!

Track 7: New World Order
Aha, Herr Mustaine will also über die NWO singen - gut, er darf das. Geht der Song noch ähnlich schnell los wie die meisten Songs bisher so ist die Strophe doch deutlich komplexer als das bisherige und im allgemeinen beschleicht mich langsam die Vermutung, dass diese Scheibe mehr Abwechslung bietet als ich ursprünglich erwartet habe. Auch wenn man die alten Versionen heranzieht, so merkt man: da ging wohl wirklich noch etwas mehr. Weiter so!

Track 8: Fast Lane
Das Riff kurz angespielt, danach ein treibendes Schlagzeug und eine Gitarre die eher an eine Sirene als an ein Instrument erinnert. Abwechslung wird auf diesem Album wirklich groß geschrieben ohne dass man dabei einen roten Faden vermissen lässt, wie der Rest des Songs eindrucksvoll zur Schau stellt.

Track 9: Black Swan
Nanu - bei "Black Swan" denk ich doch spontan an einen Film übers Ballett. Damit hat dieser Song aber doch recht wenig zu tun - er fängt so an wie der letzte Song aufhört und gehört damit auf der Platte eindeutig hinter "Fast Lane", kommt dennoch etwas rockiger daher als das bisherige Riffing auf dem Album. Um mich nochmal zu wiederholen: Abwechslung wird hier wirklich groß geschrieben, aber so gefällt es eben.

Track 10: Wrecker
Auch "Wrecker" fügt sich gnadenlos dem roten Faden des Albums, insofern gibt es bei ihm nicht viel zu sagen was nicht schon gesagt wurde. Schade eigentlich, denn ich könnte mich durchweg nochmal über dieses schöne Bauchgefühl auslassen was mir diese Songs alle vermitteln. Naja, vielleicht beim nächsten Track.

Track 11: Millenium Of The Blind
Tatsache, für diesen Song kann ich doch wieder was abwechslungsreicheres schreiben. Ein schönes clean gespieltes Intro an der einen Gitarre, eine wunderbare Melodielinie an der anderen und dann ein ruhiger Gesang, komplett ohne Schlagzeug. Zum Ende des Albums hin will man wohl nochmal was Abwechslung reinbringen. Natürlich bleibt dieser Song nicht so ruhig wie er anfängt, allerdings bewegt er sich im Wesentlichen eher im mittleren Tempobereich und so richtig laut wird es hier nie. Eine willkommene Abwechslung.

Track 12: Deadly Nightshade
War das eine lachende oder eine weinende Frau? So oder so, interessant so einen Song zu beginnen. Auch hier wird das hohe Tempo des Anfangs nicht mehr erreicht, allerdings stört das auch nicht, denn die Hookline geht ins Ohr und es drückt nochmal ordentlich nach. Schade dass nur noch ein Song kommt, aber mal gucken, was der mir noch bringt.

Track 13: 13
Der Titeltrack also, benannt nach der glücksbringenden Zahl. Nun, mal sehen ob das Beste zum Schluss kommt. Zu Beginn erinnert der Song etwas an Track 11: Ruhige Gitarre, Melodielinie an der anderen Gitarre, dann wieder nur clean und ruhiger, diesmal aber etwas angespannter, Gesang. Das baut Spannung auf. Viel mehr passiert in der ersten Hälfte des Songs auch nicht, aber es passt. Die zweite Hälfte des Songs ist dann wieder von donnernden Gitarren dominiert, welche ein breites Fundament für Mustaines Gesang bilden. Zum Schluß wird nochmal clean das Thema gespielt und für mich ist klar: die Platte hört mit einem Knaller auf.


Was bietet diese Scheibe also? Im Wesentlichen lebt die Platte von jenem Rezept, welches Dave Mustaine Anfang der 80er bereits postulierte: Schnelle Riffs, viele Soli, simples Songwriting, gepaart mit einigen, wenigen, ruhigeren Stellen zum ausatmen. Aber das ist auch  genau das was man eben von Megadeth will. Persönlich würde ich das Ganze als eine durchgängige Hochdruckbetankung mit virtuosen Soli und donnernden Riffings, gewürzt mit einigen ruhigen  Momenten, beschreiben. Thumbs up!

Zum Abschluss noch eine Frage, die ich bei jedem Review stellen will: Wird die Platte häufig oder eher selten in meinem Player rotieren?
Habe ich schon öfter Platten gekauft wo ich mich dann gefragt habe warum, so muss ich hier doch sagen: Immer wieder! Diese Platte wird definitiv häufiger in meinem Player landen.

Titel:

THIRT3EN

Veröffentlicht am:

28.10.2011

Label:

Roadrunner Records (Europa)

Bewertung:

9.5

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Tracklist:

Sudden Death [X]
Public Enemy No.1 [X]
Whose Life (Is It Anyways)
We The People
Guns, Drugs & Money
Never Dead
New World Order [X]
Fast Lane
Black Swan
Wrecker
Millenium Of The Blind
Deadly Nightshade [X]
13 [X]