Es ist schon irgendwie komisch: Ich habe das Gefühl, sie noch nicht so lange zu kennen. Aber überlege ich mal, was ich alles von ihnen kenne und auf wie vielen Festivals ich schon zu ihrer Musik getanzt habe, muss ich sie doch zu den alten Hasen einordnen. Mit ihrem bereits sechsten Studioalbum blasen sie nun zum Sturm aufs Paradies. Was ihre Fans vorher nur als akustische Kostprobe auf Konzerten gespielt wurde, kann man sich jetzt im vollen Rockgewand um die Ohren hauen lassen. Was mir sofort auffällt, ist die Konstanz in ihrer Musik.

Ich muss an dieser Stelle schon Kritik üben, denn der Sound ist noch der gleiche wie der auf „des Königs Henker“. Die Weiterentwicklung ist hier wohl im Detail zu suchen. Das macht aber den echten Fans sowiso nichts aus. Also gilt es das Runde ins Eckige zu legen und auf Play zu drücken. Sofort schallen einem auch Schalmei und Dudelsack entgegen, begleitet von rockigen Gitarren, oder ist es anders herum? Die Platte ist fast durchgehend sehr rockig und schnell. Textlich wie auch musikalisch recht aggressiv, was einen als Hörer durch die Tracks treibt und schon sind 14 Songs verklungen.

Thematisch findet man sich neben den Themen Liebe, Hass und Stolz unter anderem bei der Sünde aller Sünden oder auch in den griechischen Sagen wieder. Mein Favorit ist hierbei „Orpheus“. Die Sage ist gut aufgegriffen und umgesetzt. Ein Gast mit unverkennbarer Stimme, Dunkelschöns Sängerin, singt den weiblichen Part und gibt den letzten Thrill, der den Song zu meinem Highlight macht. Hier ist weiter gedacht worden und die Interpretation vermittelt leider auch traurige Melancholie, aber sie gehört nunmal dazu.

Für Fans von Saltatio Mortis natürlich ein Muss, wer rockige, schnelle Musik mit mittelalterlichen Einflüssen gern mag ist hiermit aber auch gut beraten.

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Titel:

Sturm aufs Paradies

Veröffentlicht am:

02.09.2011

Label:

Napalm Records

Bewertung:

7.0

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Tracklist:

1. Habgier und Tod
2. Hochzeitstanz
3. Ode an die Feindschaft
4. Eulenspiegel
5. Sündenfall
6. Nachtigall und Rose
7. Gott würfelt nicht
8. Nach Jahr und Tag
9. Orpheus
10. Spiel mit dem Feuer
11. Fiat Lux
12. Der letzte Spielmann
13. Wieder unterwegs
14. Wer nicht kämpft (Bonus Track)