Obwohl Sebastian Bach nun bereits seit 15 Jahren auf Solopfaden unterwegs ist handelt es sich bei „Kicking & Screaming“ erst um das zweite Soloalbum des ehemaligen Skid Row Sängers. Es wird deutlich, dass Bach hier nicht versucht an Kracheralben wie „Skid Row“ oder „Slave To The Grind“ anzuknüpfen sondern es vielmehr darauf anlegt, etwas anderes zu erschaffen.

Bereits der Titeltrack „Kicking & Screaming“ zeigt deutlich, dass Sebastian Bach sich nicht an vergangenem, sondern vielmehr an modernem Hardrock mit Metal Einflüssen orientieren will. Eine Gradwanderung, die ihm auf dieser Platte zum größten Teil gelingt.

Auch „My Own Worst Enemy“ geht musikalisch gut nach vorne, ist jedoch trotz besonders gelungenen Gitarrenriffs nicht so eingängig wie der Vorgänger. „TunnelVision“ schlägt schließlich ein wenig ruhigere Töne an, ist jedoch aufgrund des herausragenden Chorus“ zweifellos eins der Highlights der Platte. Bach bleibt den ruhigeren Tönen mit „Dancing On Your Grave“ und „Caught in a dream“ weiterhin treu. Letzterer Song erinnert doch stark an die alten Skid Row und sticht somit besonders heraus. Definitiv ein Anspieltipp.

Ein wenig poprockiger kommt Bach mit dem doch etwas klischeebeladenen Titel „As Long As I Got The Music“ daher. Ein netter Track, der im Ohr hängen bleibt obwohl das gewisse Etwas zu fehlen scheint. „I’m Alive“ ist die erste  Ballade auf „Kicking and Screaming“ und auch wenn sie mit Meisterwerken wie „I Remember You“ oder „18 and life“ nicht mithalten kann zeigt sich hier doch wieder das besondere Talent Bachs bevor es mit „Dirty Power“ passend zum Titel dreckig weitergeht.  „Live the Life“ ist ein krachender, jedoch auch austauschbarer Song auf den bereits die zweite Ballade „Dream Forever“ folgt. Diese kommt jedoch ein wenig zu poprockig und belanglos daher.Mit „One Good Reason“ gibt der Kanadier dann noch einmal richtig Gas bevor der Lückenfüller „Lost In The Light“ den Hörer auf den Rausschmeißer „Wishin“ einstellt.

„Kicking & Screaming“ hat seine Höhen, ist jedoch allgemein vor allen Dingen eine austauschbare Platte, die von dem Prädikat „nett“ gut beschrieben wird. Es fällt schwer, keinen Vergleich zu Skid Row zu ziehen und somit nicht zumindest ein wenig enttäuscht zu sein. Wer es schafft, die Platte unvoreingenommen zu betrachten findet hier ein gelungenes Hardrock Album mit einigen wirklich sehr starken Tracks. Erwartet man jedoch ein Album, welches an vorherige anknüpfen kann wird man sicherlich enttäuscht. Die Messlatte liegt hier allerdings auch besonders hoch.

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Titel:

Kicking & Screaming

Veröffentlicht am:

23.09.2011

Label:

Soulfood

Bewertung:

7.0

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Tracklist:

01. Kicking & Screaming [X]
02. My Own Worst Enemy
03. TunnelVision [X]
04. Dance On Your Grave
05. Caught In A Dream [X]
06. As Long As I Got The Music
07. Im Alive
08. Dirty Power
09. Live The Life
10. Dream Forever
11. One Good Reason
12. Lost In The Light
13. Wishin