Vitruvius ist eine "neue" Band aus Mexico, die nun ihr Debütalbum, gleichenfalls "Vitruvius" genannt, veröffentlichten. Die Gänsefüßchen deshalb, weil die Gründung im Jahr 2006 statt fand. Aber gut Ding will Weile haben und so haben wir nun auch ihr Werk vor uns.

Für meine Ohren ist ihr Sound noch recht neu und ungewohnt, rhythmische Gitarrenchords und progressiver Stil mischen sich mit einer zwar vollen, aber dennoch klaren Frauenstimme. Zuerst scheint diese Verbindung weniger Erfolg versprechend, man traut ihr kaum zu, gegen die eher mächtigen Instrumente anzusingen. Hört man weiter hinein, harmoniert beides dann immer besser, diese anfängliche Dissonanz macht den Charme aus. Die Vocals sind wie schon gesagt klar, und die Sängerin scheut auch nicht die hohen Lagen, die sie aber beherrscht, ebenso wie einen kraftvollen Klang, der einen unerwartet treffen kann. Damit mischen sich Powerchords, progressive Passagen und ausgedehnte Solopassagen der Gitarren. Insgesamt ein Sound, der den Zuhörer mitnimmt.

Jetzt leider zu dem Aber: nach ein paar Songs verschwimmt es zu einem Ganzen, leider unterscheiden sich die Songs wenig in ihrer Dynamik. Fast alles im ähnlichen Tempo und nach dem gleichen Schema. Lange Gitarrensoli bringen da nicht wirklich neuen Wind rein und das ausgeklügelte Arrangement kommt nur zum Vorschein, wenn man sich aktivst mit dieser CD befasst. Insgesamt ein Album zum aktiv hören und richtig reinhören. Ich finde die Kombination dieser Stimme mit diesem Sound genial, aber man hätte es abwechslungsreicher umsetzen können. Dazu kommt, dass die Vocals zu sehr im Vordergrund klingen und das Gesamtklangbild stellenweise unausgeglichen erscheint.

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Titel:

Vitruvius

Veröffentlicht am:

25.02.2011

Bewertung:

7.0

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Tracklist:

01. Somewhere
02. Inner Space
03. A Tear From The Rain
04. Memories
05. Alchemist
06. Shade My Side
07. Lost Perception
08. Black Sphere Pt. I
09. Black Sphere Pt. II