Als ich am Freitag, den 07.01.2010, an der Kölner Essigfabrik ankam, traute ich meinen Augen nicht, als ich eine riesige Schlange bis zur ARAL-Tankstelle (sicher 150m-200m), sah. Sicherlich haben sich die sechs A-Capella-Metaller in den letzten Jahren eine beachtliche Fanbasis erspielt, doch die Menge der in der Kälte stehenden Fans überraschte mich doch positiv.



Doch bevor Van Canto die Kölner Bühne betreten sind erstmal die Power-Metal Orden Ogan aus Arnsberg an der Reihe um das Publikum auf die beiden noch kommenden Bands gebührend vorzubereiten.

Sänger Seeb forderte die wild feiernde Meute dazu auf die Band statt mit Namen mit einem freundlichem „Fuck You Pussy“ zu begrüßen, da Orden Ogan im Vergleich zu diversen anderen Metalbands eher Power-Metal typisch softere Musik spielen. Dieser Orden Ogan typische Schlachtruf war den wenigsten Fans bekannt, doch er wurde schnell angenommen und euphorisch gebrüllt.

Eins muss man den Jungs lassen, sie wissen, wie sie die Fans begeistern und die Zuschauer in eine feierwütige Menge verwandeln können. Mit Hits, wie „We Are Pirates“ gelingt ihnen das hervorragend und am Ende des kurzen Auftritts war die Stimmung in der Essigfabrik schon auf einem beachtlichem Level.

Als nächstes kommt die Dreierkombo In Legend um Van Canto Schlagzeuger Bastian Emig auf die Bühne um mit gitarrenlosem Metal schon einmal auf den A-Capella-metal von Van Canto vorzubereiten. Mit liebevoll gestalteter Bühnendeko lässt sich die sonst eher leere Bühne (sind ja nur drei Musiker) ansprechend füllen. Im Vordergrund steht Basti, der mit seinem Keyboard die Gitarre ganz und gar zu ersetzen mag. Als weitere Instrumente kommen ein Schlagzeug und ein Bass zum Einsatz. Das Gesamtkonzept kann sehr überzeugen, sodass mir kein Grund einfällt weitere Instrumente, wie zum Beispiel die typische Gitarre mit an Bord zu holen.

Neben den Songs der Pandemonium EP wurden auch einige neue Songs des bald erscheinenden Albums online gestellt, auf das wir schon sehr gespannt warten.

Nach einer weiteren Umbaupause ist es nun so weit und Van Canto betreten von „Rakkatakka Motherfucker!“-Rufen begleitet die Kölner Halle. Unschwer zu erkennen sind die wenigsten Besucher zum ersten Mal auf einem Van Canto Konzert und so wundert es nicht, dass die Band beim Einmarschieren schon auf bekannte Gesichter von den letzten Shows trifft.

Die Setlist des Abends war eine gute Mischung aus alten und neuen Songs und auch das Verhältnis von Cover Songs zu eigenen Kompositionen lies keine Wünsche offen, so wurden neben „The Bards Song“, „Whismaster“ zum Beispiel auch Manowar mit ihrem „Kings Of Metal“ gewürdigt.

Jetzt fragt man sich, ob es irgendwas gibt, was zu jeder Metalshow gehört, aber hier nicht zu finden ist. Gitarrensoli mag jemand sagen und obwohl es einleuchtend klingt ist dem nicht so. Den auch „Rakkatakka“-Gitarrensoli und regelrechte Soliduelle gehören zum Pflichtprogramm jeder Van Canto Show. Auch In Legends Bassist Daniel Wicke gesellt sich kurz auf die Bühne um bei den Soliduellen mitzuwirken.


Alle drei Bands konnten an diesem Abend begeistern und die Zuhörer von ihrem Livequalitäten überzeugen, sodass sich die meisten sicherlich bald auf weiteren Konzerten wieder finden lassen.

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