Am 10.12.2010 ging das von Peppi von Wortmord ins Leben gerufene Endzeit-Festival in die nun 3. Runde. Am Start waren neben dem Headliner Onkel Tom Angelripper unter anderem die Deutsch-Trasher von Wortmord, Die Feebles aus Gelsenkirchen, Berserker aus Berlin sowie Tom’s neues Nebenprojekt „Die Knappen“.

Ich muss zugeben dass ich mich hauptsächlich auf den Auftritt der Knappen gefreut hatte. Von dem Silberling der Bergleute hatte ich bisher nur gutes gehört und wollte mich nun selber davon überzeugen ob Toms neue Truppe was kann. Doch vorher gab es noch einige Hürden zu überwinden.
Wettertechnisch herrschten nämlich nicht die besten Voraussetzungen um zur Zeche Carl in Essen zu gelangen. Es war spiegelglatt auf den Straßen.  Egal, angekommen sind wir ja trotzdem und relativ pünktlich begann auch schon die erste Band, die Feebles, eine Pop-Punk Band aus Gelsenkirchen.  Die Jungs sorgten schnell für Stimmung, obwohl noch relativ wenige Gäste anwesend waren. 
Mit den Knappen wurde es dann merklich voller in der Halle. Als die Mannen um Tom zum Intro vom Steigerlied auf die Bühne kamen war den bierseligen Anwesenden bereits ein breites Grinsen ins Gesicht gemeißelt.  Eine coole Show erwartete die Anwesenden, deren Alkoholpegel quasi minütlich weiter anstieg und schon zu Beginn der Show zu ersten Ausfällen der motorischen Fähigkeiten führte. Man merkt den Knappen deutlich an, dass sie schon anderweitig reichlich Bühnenerfahrung sammeln konnten. So rockten sich die Bergleute routiniert durch die Songs ihres Erstlingswerks  und ließen sich selbst von betrunkenen Weihnachtsmännern die sich auf die Bühne rollten nicht aus der Ruhe bringen.  Detlef ‚Magic‘ Lauster, der sein Geld unter andere total szeneuntypisch  als Schlagersänger verdingt, kam stilecht mit Helm, Grubenlampe und kohleverschmiertem Gesicht auf die Bühne.
Nach den Knappen gab es für Schiri eine kleine Pause, denn vor Wortmord standen Berserker aus Berlin auf dem Programm.  Lässt der Name noch auf finsteren Deathmetal schließen, macht sich erst mal Verwunderung breit. Berserker stehen für Punk und Rock und klingen teilweise doch verdächtig nach den inzwischen in der Versenkung verschwundenen Böhsen Onkelz.  So widmeten die Berliner den Jungs aus Frankfurt auch noch den Song Onkelz wir grüßen Euch während der Alkoholpegel weiter stieg und so schon lange vor dem Einsatz von Onkel Tom Angelripper extrem bedenkliche Höhen erreichte. Nach Berserker stürzten auf die Bühne. Die Jungs von  Wortmord schafften es mit Ihrem deutschsprachigen Thrash-Rock die Meute zu begeistern und legten einen  routinierten Auftritt hin. Kein Wunder, handelte es sich doch bei den Jungs um alte Hasen der Branche. Zum Schluss wurde dann noch Graveviolators Sohn Joshua auf die Bühne geholt um Wortmord bei den letzten Songs zu unterstützen.  Das musikalische Talent  scheint in der Familie zu liegen denn der Thrashmetal-Sprößling  konnte als Shouter ganz klar überzeugen.
Zum Auftritt vom Herrn Angelripper wurde es merkbar leerer im Raum was vermutlich daran lag dass viele der Schnapsleichen bereits abgewandert waren.
Es ist eine Sache besoffen zu sein aber eine total andere während eines Konzerts nichtmehr stehen zu können. Zusätzlich im Suff zu pogen ist dann eine denkbar dämliche Idee.  Tom selber hatte auch schon ordentlich einen im Tee und klang vermutlich deshalb nichtmehr so sauber wie bei seinem Auftritt mit den Knappen.
Das Publikum sah darüber aber großzügig hinweg und feierte eine recht rücksichts- und kompromisslose Party. Alles in allem kann also man ein sehr positives Fazit aus der Veranstaltung ziehen.{gallcatlink=940}