Zufallsfotos vom Rockstar Energy: Taste Of Chaos Tour 2010 in Düsseldorf

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Rockstar Energy: Taste Of Chaos Tour 2010

Am 01.12.2010 fuhr ich in die Düsseldorfer Philipshalle, denn auch dieses Jahr stand wieder die „Rockstar Energy: Taste Of Chaos“ Tour an. Diesmal waren Disturbed, Papa Roach, Buckcherry und Halestorm an Board um dem Publikum ordentlich einzuheizen.



Im Foyer der Philipshalle wurden vom Namensgeber der Tour kostenlose Energydrinks ausgegeben, was natürlich bei den Besuchern gut ankam. Während die einen fröhlich „Rockstar Energy“ schlürften warteten draußen bei frostigen Temperaturen noch Hunderte Fans auf Einlass, den der Andrang war den Erwartungen entsprechend groß. Mit einem Getränk in der Hand schlenderte ich durch die Halle, den auf die erste Band musste ich noch knapp 40 Minuten warten. Auch in der Halle hatte Rockstar dezent Werbung angebracht, wie zum Beispiel große Strahler mit dem Firmenlogo.


Halestorm, eine Band aus Pennsylvania, USA stand als erstes auf der Runningorder. Die 1997 gegründete Rockband besteht aus vier Mitgliedern, wobei Frontfrau Elizabeth "Lzzy" Hale (Gesang, Gitarre) mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Stimmung ist für einen Opener ziemlich gut und die ganze Band strahlt Spielfreude und Energie aus. Richtig ernst nehmen sie sich nicht, eine Tatsache, die ich bei Bands immer gerne beobachte.
Ein Beispiel hierfür wäre das ausgedehnte Schlagzeugsolo von Lzzys Bruder Arejay, der mitten drin riesige Drumsticks zieht und einfach weiter spielt, als sei nichts geschehen. Auch werden vier zusätzliche Toms auf die Bühne gestellt, an der die verbleibenden drei Mitglieder in das Drumsolo einstigen. Zwischenzeitlich kommt der Drummer auch von seinem Podest um unten mit seiner Band die vierte Tom zu verdreschen.
Das Publikum geht, nicht nur hierbei, gut mit und feiert trotz früher Stunde schon ordentlich. Insbesondere die Frontfrau zieht alle in den Bann und strahlt einen großen Teil des Gesamtselbstbewusstseins der Band aus. Die ganze Truppe wirkt sympathisch und der Sound überzeugt auch auf ganzer Linie. Für eine hierzulande nahezu unbekannte Band spielt sie ein äußerst hohes Niveau und kann so an diesem Mittwoch sicherlich einige neue Fans verbuchen.
Natürlich wird auch Werbung für ihr selbstbetiteltes Album gemacht. In den Staaten scheint, die Band schon bekannter zu sein, denn das Backdrop passt nur in Hallen, die in etwa der Größe der Philipshalle entsprechen. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern und den Fans ein Andenken mitzugeben wurden gegen Ende des Gigs dutzende Plektren verteilt und mindestens ebenso viele Fanhände geschüttelt. Nach einer halben Stunde ist der gute Einstieg in den Abend vorbei und die Fans erwarten sehnsüchtig die noch kommenden Musiker.
Nach der Show gingen Mädchen mit blinkenden Schildern durch die Menge um den Silberling unters Volk zu bringen. Sicherlich keine schlechte Idee die Pause zwischen den Bands mit einem kleinen Plausch und einem CD Kauf zu füllen. Wer Lust hat kann auch Mal am Merch vorbeischauen, um sich den Neueinkauf direkt signieren zu lassen und mit der fannah wirkenden Kapelle ein wenig zu plaudern.


Nach einer kurzen Pause betreten Buckcherry die Düsseldorfer Bühne und auch hier gibt es Hard Rock aus den Staaten. Das Auftreten der Band war sehr Klischee behaftet: Lederjacken und dutzende Tattoos prägten das Bild. Auch diese Band ist in den USA nicht mehr unbekannt, so konnten sie 2007 eine Grammy-Nominierung einheimsen. Hierzulande handelt es sich bestenfalls um einen Geheimtipp. Dementsprechend sind auch hier im Publikum nicht viele Textkundige. Die Band rockte sich die Seele aus dem Leib und auch das Publikum machte eifrig mit, wobei die Stimmung bei Halestorm wohl noch ein Stückchen besser war. Während des Gigs zog Sänger Josh Todd seine Jacke aus um unter ohrenbetäubenden Gekreisch der anwesenden Mädels den Blick auf seinen komplett tattoowierten Oberkörper frei zu geben. Die neue Bewegungsfreiheit nutzte er direkt ausgiebig um, wie seine Kollegen, über  die Bühne zu springen.
Gitarrist Keith Nelson schmiss dutzende Plektren in den Fotograben, da er es nicht schaffte bis zum Publikum zu werfen. Die meisten Fotografen überbrachten die begehrten, grün leuchtenden, Plektren an die Fans.
Sänger Josh tanzte in den gesanglosen Passagen und zeigte dadurch seinen sehr eigenwilligen Tanzstil. Auch spielte er auf einem Tamburin, das jedoch so weit von einem Mikrofon entfernt, dass das Publikum nur visuell und nicht akustisch etwas davon hatte. Auf die Frage "You like this rock n roll shit?" gab es für Düsseldorf natürlich nur eine Antwort und die ertönte als ”Yeah” aus tausenden Kehlen.
Viel zu schnell waren auch hier die 35 Minuten Spielzeit vorbei und die Band verabschiedete sich mit dem Versprechen am Merchstand CDs zu signieren und ein paar Bierchen zu trinken.


Jetzt heiß es noch 20 Minuten warten um den ersten Headliner des Abends, Papa Roach, gebührend begrüßen zu können. Als es dann endlich so weit war stürmten die drei Amerikaner um Sänger Jacoby Shaddix die Bühne und das Publikum war von der ersten Minute auf ihrer Seite. Während das Publikum zum Teil noch verhalten auf die Vorbands reagierte, so gingen hier fast alle ab. Dies ist bei den in die Menge geblasenen Hits wie „Last Resort“ und „Getting Away With Murder“ natürlich kein Wunder.
Für besondere Erlebnisse einiger Fans sorgte Sänger Jacoby Shaddix, als er in den Fotograben herab stieg um sich auf die Wellenbrecher zu stellen und so direkt vor den Augen und Ohren der ersten Reihe zu singen. So gab es für einige Papa Roach zum anfassen.
Das Publikum feierte jeden Song und grölte auch durchgehend mit, wobei offensichtlich die alten Songs deutlich besser ankamen. Die Show war energiegeladen und abgesehen vom Drummer war kein Bandmitglied lange an einem Ort. Der Song „To Be Loved“ wurde mit einem Ramonespart ala „Hey Ho, Let’s Go“ eingeleitet.
Zur visuellen Unterstützung hatten Papa Roach kleine LED-Wände und ein riesiges Backdrop dabei.
Nach etwas weniger als einer Stunde Spielzeit mussten die Mannen von Papa Roach die Bühne unter lautstarkem Protest wieder verlassen. Hier wäre ein wenig mehr Spielzeit durchaus angemessen gewesen.


Nun wartete die Menge auf das Highlight des Abends, Disturbed, und die Spannung wurde nur größer, als die komplette Bühne mit einem schwarzen Vorhang verhangen wurde. Als es dann nach einer halben Stunde endlich soweit war fiel ohne Licht oder irgendwas einfach der Vorhang runter. Unspektakulärer hätte man das ganze wirklich nicht mehr machen können. Eine nette Idee wurde hier einfach nur langweilig umgesetzt. Zumindest konnte man jetzt die LED-Wände sehen, die bühnenhoch und fast bühnenbreit ein Backdrop überflüssig machten und dazu noch beeindruckend aussahen. Immerhin hier hatte man offensichtlich nicht gespart.
Schon beim ersten Song ist die Menge in Bewegung und einige junge Mädchen müssen von den Securitys aus der moshenden Masse gerettet werden. Während die Fans sich schwitzend abmühten war auf der Bühne eher weniger los. Der blick auf die LED-Wände lohnte meist mehr als auf die Musiker, denn diese konnten die von den Vorbands hoch gelegte Messlatte an Spielfreude und Energie nicht ansatzweise erreichen, geschweige den toppen.
Auch wenn die Band ein wenig gelangweilt wirkte war der Sound und die Songauswahl doch gut und ließ wenige Wünsche offen. Mit Liedern wie „Prayer“, „Stricken“, dem Genesis Cover „Land Of Confusion“, „Inside The Fire“, „Ten Thousand Fists“, „Stupify“ und “Another Way To Die” zockten die Jungs einen repräsentativen Querschnitt durch die fünf Alben umfassende Diskografie.
Der Einsatz der LED-Wand war beinahe perfekt, so zierten bei „Inside The Fire“ Flammen die Bühnen und das ganze sähe nur mit echten Pyros eindrucksvoller aus. Zu  „Just Another Way To Die“ wurden Giftmüll, Atemmasken und Umweltverschmutzung gezeigt, um die Message hinter dem Songs zu verdeutlichen. Zwischenzeitlich nahm Sänger David Draiman auch eine Kamera mit auf die Bühne um die abgehende Menge auf den Wänden zu zeigen und ihnen so eine Art Spiegel vorzuhalten, gerade bei „Ten Thousand Fists“ machte das viel her.
Natürlich durfte auch „Down With The Sickness“ in einem perfekten Distrubed Set nicht fehlen und die Band wurde mit sehr viel Bewegung vor der Bühne belohnt. Als Fazit muss ich sagen, dass mich mein erstes Disturbedkonzert ein wenig enttäuscht hat. Zwar gab es an Liedauswahl, Sound und Bühnentechnik nichts auszusetzen, doch hätte ich mir eine Band gewünscht, die auf der Bühne energiegeladener und spielfreudiger daher kommt.


Auch nach der Show wurden, wie im Vorjahr, kostenlos Rockstar Energy Dosen verschenkt, damit der Markenname auch wirklich jedem im Gedächtnis blieb. Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, wenn auch die Headliner etwas mehr Spielzeit als nur circa eine Stunde hätten bekommen könnten. Klar es waren vier Bands, aber das Konzert um 23:30 anstatt um 22:50 zu beenden hätte niemanden umgebracht. Trotzdem freue ich mich schon sehr auf nächstes Jahr.

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