Zufallsfotos vom Indica in der Werkstatt (Köln)

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Indica

Als ich an der Kölner Werkstatt ankam wartete schon eine beachtliche Schlange auf den Einlass. Das Publikum war gut durchmischt von jung bis alt war eigentlich alles vertreten. Der Einlass ging schnell vonstatten, was bei der Außentemperatur sehr angenehm war.

Etwas kurios war dort drinnen Männer im Alter von bestimmt 40 vorzutreffen, die von dem ein oder anderen Bandmitglied schwärmten, wie sonst zwölfjährige Mädchen, wenn sie die BRAVO lesen. Die Bühne wirkte äußerst voll: Die Finninnen hatten noch einiges an Lichttechnik mit auf Tour genommen, sodass das etwas spärliche Equipment der Werkstatt Unterstützung erhielt.

Die Werkstatt war sehr gut gefüllt, sodass es kuschelig warm wurde. Doch auf wen genau wird gewartet? Indica sind eine 2001 gegründete finnische Pop-Rock-Band, die ihren Stil selber als Mystik-Romantik-Pop bezeichnet. In der Metalszene bekamen sie als Vorband von Nightwish viel Aufmerksamkeit. Tuomas Holopainen (Keyboarder von Nightwish) unterstützte die Band, was sicherlich auch zum internationalen Durchburch beitrug und letztendlich dafür sorgte, dass Indica bei Nuclear Blast unterkamen, was für eine sehr poppige Band doch ungewöhnlich war.

Pünktlich um 20:00 ging es los und die fünfköpfige, finnische Pop-Rock-Band betrat die Kölner Bühne. Das Licht war komplett aus und die einzige Beleuchtung kam aus der Lichterkette, welche an der Kapuze von Sängerin Jonsu befestigt war. Das Ganze sah zwar ein wenig nach Weihnachtsbaum aus, gab der Szenerie aber das gewisse Etwas.

Die Mädels blödelten gerne auf der Bühne rum und hatten sichtlich Spaß. Sie scherzten viel und lachten noch öfter. So wurde das Angebot gemacht, dass die Person, die alle T-Shirts kauft eine Nacht mit dem Merchverkäufer verbringen darf. Mich persönlich sprach das Angebot allerdings eher weniger an. Die jungen Frauen flirteten gerne mit dem Publikum und zeigten eine selten gesehene Spielfreude.

Mitten im Gig fiel im hinteren Teil ein weißes Tuch, sodass der Blick auf das Indica-Backdrop frei wurde. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Sängerin Jonsu zwischenzeitlich auch Violine oder gar Gitarre oder Keyboard spielt. Ein wahres Multitalent, wie mir scheint.

Das Publikum zeigte sich äußerst textsicher, was sicherlich auch daran lag, dass der überwiegende Teil der Songs aus dem neuen Album „A Way Away“ stammte, welches das bisher einzige Album in englischer Sprache ist. Die wenigen finnischen Songs wurden ebenso begeistert gefeiert, doch mitsingen konnte hier keiner, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat, denn Sängerin Jonsu konnte auch ohne Publikumschor auf ganzer Linie überzeugen.

Als nach „Straight And Arrow“ die Show vorbei zu sein scheint forderte das Publikum selbstverständlich eine Zugabe und nach wenigen Sekunden sind Indica wieder auf der Bühne und entschuldigten sich, dafür dass es „so lange“ gedauert hat, da Sängerin Jonsu hungrig war und im Backstagebereich noch etwas essen musste. Nach „Eerie Eden“ endete das Konzert nun endgültig und es wird kaum jemand im Saal gewesen sein, der dies nicht bedauerte.

Indica überzeugten durch Energie und Spielfreude, wie ich sie selten zuvor gesehen habe. Die Finninnen beherrschen ihre Instrumente und bieten eine klasse Show. Ich werde mir sie bei nächster Gelegenheit gerne wieder ansehen und auch das Kölner Publikum schien begeistert. Auf CD hören sich Indica ganz in Ordnung, aber nicht außergewöhnlich, an, aber auf der Bühne sind die jungen Damen ganz in ihrem Element und hauen einen wirklich um.


Setlist

Intro
As If
Islands Of Light
Children Of Frost
Nursery Crimes
A Way Away
Scissor, Paper, Rock
Precious Dark
Mykkä
Outside In
Wuthering Heights
VALOKEILAT
In Passing
Straight And Arrow
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Eerie Eden

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