2006 hatten Subway to Sally mit ihrer ersten Nackt-Tour begeistert. Besonders in der Bochumer Christuskirche war die Begeisterung der Fans groß, die Atmosphäre ist jedes Mal eine ganz besondere und so standen Subway to Sally an diesem Abend sehr hohen Erwartungen gegenüber.
Mit dem Bühnenbild hatten sie sich sehr viel Mühe gegeben. Ein Baum, auf dem zwei Krähen thronten, stand inmitten der Bühne, im Hintergrund ein Transparent mit einer Dämmerungsszene. Gleichzeitig diente der Baum mit seinen wuchernden Wurzeln als Sitze für die Band, Nebel und das richtige Licht steuerten den Rest zur richtigen Stimmung bei.
Geentert wurde die Bühne diesmal nicht. Der Opener wurde geradezu celebriert. Zuerst humpelte Percussionistin Nora mit Unterstützung eines Roadies auf ihren Platz, denn sie brach sich kurz zuvor die Ferse. Sie setzte den Auftakt mit einem Solo, in das bald auch Drummer Simon einstimmte, bevor der Rest der Band sich zu ihnen gesellte und die Zuhörer für diesen Abend entführte.
Mit „Die Schlacht“ gelang den neun Musikern ein stimmungsvoller Auftakt, der vom Publikum sofort begeistert aufgenommen und natürlich mitgesungen wurde. Die Tanzwütigen, die nach vorn stürmten, wurden aber ziemlich bald von der Security gestoppt und angehalten, das Konzert sitzend zu genießen. Meiner Meinung nach wurde die Stimmung so ausgebremst, und so glich es eher einem Fish-Konzert als dem, was man von den Konzerten von Subway to Sally sonst gewohnt ist.
Doch auch sitzend war das Konzert noch ein Hochgenuss. Man konnte sich wirklich von der Songauswahl und vor allem den Interpretationen überraschen lassen. Songs wie „Die Rose im Wasser“ stellten kaum eine Herausforderung dar, dafür aber eher „Falscher Heiland“. Mit diesem Song hätte ich wirklich nicht in einem Akustikset gerechnet, doch die Herausforderung war genial gelöst.
Zu der Setlist gesellten sich das selten gespielte „An der Zeit“ und das noch nie live performte „Versteckt“ hinzu. Außerdem gab es einen noch nie gehörten neuen Song dazu, der extra für diese Tour geschrieben wurde: „Bruder“. Ein ruhiges erzählendes Stück, das besonders in dieser Atmosphäre seine volle Wirkung entfaltete.
Insgesamt war das Konzert ein Gesamtwerk aus Licht, Kulisse, und nicht zu vergessen den Songs mit ihren ausgefeilten Arrangements. Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst. Wer noch überlegt, muss unbedingt hin! Aber, was gibt es da eigentlich noch zu überlegen?

Setlist:
Solo Nora
Die Schlacht
Henkersbraut
Rose im Wasser
Herrin des Feuers
Krähenkönig
Kleine Schwester
Eisblumen
Angelus
Versteckt
Accingite vos
So fern so nah
Wenn Engel hassen
Falscher Heiland
Krähenfrass
Bruder
Es ist an der Zeit
Die Ratten
Auf Kiel
Tanz auf dem Vulkan
Veitstanz
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Spielmann
Ohne Liebe
Sieben
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Kaltes Herz
Die Jagd
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Die Räuber