Zufallsfotos vom Rock Hard Festival 2010 - Und Dio schaut von oben zu (Teil 1)

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Rock Hard Festival Freitag

Freitag 21.05.10
Es ist erstaunlich warm,  wenn man bedenkt wie fies das Wetter in der letzten Woche war und es ist fast schon so als hätte Ronnie James Dio ein gutes Wort bei Petrus eingelegt damit dieses Rock Hard Festival zumindest vom Wetter her die besten Voraussetzungen hat.  Trotz kurzer Hose und Shirt fühle ich mich genötigt möglichst schnell ein kaltes Bier zu organisieren um den Staub welchen ich auf der Strecke vom Parkhaus zum Festivalgelände geschluckt habe runter zu spülen.


Kaum betreten wir das Gelände, schon befindet sich ein fröhlicher Götz Kühnemund auf der Bühne um das Publikum zu begrüßen und die erste Band an zu sagen. Perfekter hätte das Timing nicht sein können.  Es ist für einen Freitag schon erstaunlich voll und dieser Trend wird sich wohl durch das ganze Wochenende ziehen.  Die erste Band welche die Bühne betritt sind Ketzer,  eine Newcomer Thrash-Kapelle.  Ob das springende Intro von CD gewollt ist oder nicht lässt sich schwer sagen. Dem Publikum ist es spätestens nach dem ersten Song " I am your unholy god" sowieso egal  denn Ketzer, aus dem Bergischen Land, legen brachial los und  schaffen den Trick  als Opener erstaunlich viele Leute vor die Bühne zu ziehen.

Setlist Ketzer:
1.    I am your unholy god
2.    Warlust
3.    My triumph
4.    To each saint his candle
5.    Witchcraft + S.B.U.
6.    Fire to conquer the world
7.    Crushing The Holy

Während des Change Overs lasse ich meinen Blick durch das Publikum streifen und erspähe einen Dio-Fan der verzweifelt versucht von der Security Gaffa-Tape zu bekommen um sein RIP-DIO Plakat an der Absperrung befestigen zu können.  Als hätte Götz Kühnemund seine  Gedanken gelesen kündigt er vor der nächsten Band, Necros Christos noch weitere Aktionen für Dio und Peter Steele an.   Der Auftritt von Necros Chistos ist nicht so ganz mein Fall. Zwar handelt es sich bei den Gigs der Undergrounder aus Deutschland um eine echte Seltenheit, dennoch will zumindest bei mir keine rechte Stimmung aufkommen. Ganz so speziell wie erwartet sind die Jungs dann doch nicht und es fällt mir ernsthaft schwer die Jungs ernst zu nehmen.  Obwohl die orientalischen Klänge im Intro der Band neugierig machen, ist der darauf folgende Sound mir irgendwie zu eintönig.

Setlist Necros Christos:
1.    Red wine
2.    Invoked
3.    Curce of the…
4.    Necromantique nun
5.    Black Mass
6.    The pharaonic dead
7.    Descending…
8.    Impure

Die Shopping-Meile eignet sich besonders gut die 20 Minuten zwischen Necros Christos und Katatonia zu überbrücken.  Allerdings geben die Stände jetzt auch nicht so viel neues her.  Der Artworxx Stand bietet wie jedes Jahr eine Grabbelkiste mit günstigen Shirts, ansonsten fehlt irgendwie das richtige Highlight. Statt Printpalace findet man jetzt einen Tattoo-Stand der Werbung für ein Studio macht. Na ob das eine gute Idee ist... Ich weiß ja nicht. Ich persönlich suche mir auf einem Festival lieber volltrunken T Shirts  anstelle von Tätowierungen aus.  Zeit für ein kühles Hopfengetränk ist jedenfalls noch bevor ich wieder die Treppen runter hüpfen darf.  Inzwischen erklingen die ersten Töne von Forsaker.
Katatonia  gelten  seit Jahren im Bereich des düsteren Prog-Death-Metal als das,  was  Blind Guardian für den Powermetal sind: Absolute Meister ihres Fachs.  Ich kann mit der Düster-Metal Sparte allerdings nicht allzu viel anfangen und frage mich während des ganzen Konzerts , das  immerhin 9 Songs  umfasst ob Jonas Renkse überhaupt ein Gesicht hat. Der Gute versteckt sich nämlich fast  die ganze Zeit über, am Mikro festgekrallt, hinter seiner wallenden Haarpracht.   Auch der Rest der  Band setzt nicht unbedingt einen Meilenstein was  Dynamik angeht, musikalisch überzeugen die Schweden jedoch problemlos. Hierfür spricht auch eine Breite Fan-Schar die sich vor der Bühne eingefunden hat.

Setlist Katatonia:
1.    Forsaker
2.    Liberation
3.    My twin
4.    Longest year
5.    Ghost
6.    Evidence
7.    July
8.    Day & shade
9.    Leaders

Dem Auftritt der nun folgenden Band wurde bereits fieberhaft erwartet und so verwundert es auch nicht, dass die lustige Truppe von Sabaton die wohl den Dauer-Tour-Rekord halten dürfte, bejubelt wird während die ersten Klänge des "Art of War - Intros"  erklingen.  Schon während der ersten 3 Songs reist ein Crowdsurfer nach dem anderen über das Publikum und wird von den Securities aufgelesen. Knochenarbeit für die Jungs in Schwarz. Während also Ghostdivision, Panzerbattalion und erstmalig ein nagelneuer Song nämlich "Coat of arms" aus den Boxen hämmern dreht das Publikum förmlich durch und feiert die Ausnahme-Schweden, deren eigenwilliger Powermetal das Amphitheater im Sturm erobert.  Neben einigen altbekannten Songs spielen Sabaton noch 2 Stücke vom neuen Album, nämlich Saboteurs und Uprising. Beides durchaus starke Nummern,  wobe ich statt Uprising lieber Screaming Eagles gehört hätte. Das Leben ist aber kein Ponyhof und so bleibt eigentlich nur zu erwähnen das Pär, der immer fröhliche Bassist von Sabaton trotz seiner fetten Erkältung  das ganze Konzert über wie ein Flummy über die Bühne wirbelt.  Das viele der Fans auch die neuen Songs lautstark mitsingen können liegt zum Teil sicher an den berüchtigten Musikpiraten. Andererseits darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass man sich seit geraumer Zeit das aktuelle Album der symphatischen Schweden auf derer Myspace Seite anhören kann.

Setlist Sabaton:
1.    Ghostdivision
2.    Panzerbattalion
3.    Coat of arms (neu)
4.    Cliffs of gallipoli
5.    Attero Dominatus
6.    Price of a mile
7.    Saboteur (neu)
8.    Uprising (neu)
9.    40:1
10.    Primo Victoria
11.    Metal-Medley (Metal Machine, Metal Crüe)

Nach diesem Kracher dürfen nun Bloodbath zeigen was in ihnen steckt.  Die Band  die eigentlich eher eine Art Joint-Venture zwischen Opeth und Katatonia  ist bestritt vor diesem Gig nämlich erst sage und schreibe 3 andere Auftritte. Einer davon war 2006 auf dem Wacken Open Air. Damals standen die Jungs noch in blutbeschmierten Leibchen auf der Bühne.  Dass es diesmal nicht ganz so blutig zugeht wie damals wird einem schnell klar. Offensichtlich will man The Devil's Blood nicht den Rang ablaufen, dazu jedoch später mehr.  Mikael Akerfeldt erweist sich als Rampensau mit Pornobrille und Lederjacke während den Gästen kompromissloser Schwedenstahl um die Ohren fetzt.  Das kommt beim Publikum gut an und die Stimmung ist allgemein eher auf Geboller als auf Frickelmusik gebürstet.  Nach 75 Minuten und einer Zugabe verschwinden die Deathmetaller von der Bühne und machen Platz für The Devils Blood.  Ich bin gespannt wie der Tag bis dahin noch getoppt werden kann.

Setlist Bloodbath:
1.    Intro
2.    Ways to the grave
3.    Soul evisceration
4.    Process of disillumination
5.    Iesous
6.    Breeding Death
7.    Mouth of empty prayer
8.    Mass strangulation
9.    Cancer of the soul
10.    Mock the cross
11.    Like fire
12.    Blood vortex
13.    Outnumbering the day
14.    Hades rising
15.    ----------------------
16.    Eaten

Kann er  nicht wie sich wenig später herausstellt, denn was für The Devils Blood bei kleinen Clubkonzerten vielleicht funktioniert klappt auf der Bühne des Rock Hard Festivals eher nicht. Da wünsche ich mir doch eher Sabaton als Headliner, die es problemlos  schaffen die Menge zu begeistern und eine riesen Party zu starten. Stattdessen bleibt nur eine blutüberströmte Band die nicht wirklich überzeugt. Zwar mag der 70er Rock eigentlich ganz nett sein doch irgendwie ist der Sound zu flach.  Im Fotograben habe ich das zweifelhafte Vergnügen besonders nah an der Band zu sein und der öfter herüber wehende  eisenartige Geruch legt nahe, das es kein Bühnenblut ist was sich die Niederländer da über die Birne gegossen haben.  Ekelfaktor-Galore! Nunja.. die Show entpuppt sich als relativ eintönig und Frontfrau  Farida, deren Bühnenoutfit sicher 2 Nummern zu eng ist, bewegt sich während der ganzen Show kaum einen Zentimeter. Stattdessen macht sie einen auf Priester und streckt beide Arme zu den Seiten hin weg.  Ob das ganze jetzt eine schwarze Messe darstellen soll kann ich nur mutmaßen. Der Gedanke liegt aber nahe, da The Devils Blood keinen Hehl daraus machen bekennende Satanisten zu sein.  Der Platz im Headliner-Slot war meiner Meinung nach jedenfalls nicht gerechtfertigt

Setlist The Devil’s Blood:
1.    Come reap
2.    River of gold
3.    I’ll be your ghost
4.    The yonder backons
5.    The graveyard shuffle
6.    Evermore
7.    A waxing moon over Babylon
8.    Rake your nails across the firmament
9.    The heavens cry out
10.    Angels Prayer
11.    House of 10.000 voices
12.    The anti kosmik magick
13.    Voodoo dust

14.    Christ or Cocaine