Als ich gestern Abend kurz vor 20:00 Uhr das Grundstück des Kölner Undergrounds betrat war ich doch etwas erstaunt, da fast keiner im Biergarten saß. Der Verdacht, dass doch nicht um 20:00 Uhr Einlass sein sollte lag erschreckend nah, vor Allem da ein Mr. Irish Bastard Lied aus der Halle schallte.

Gott sei Dank war es nur der Soundcheck, das Kölner Publikum schien an diesem Abend eher kurz vor Beginn anzureisen. Nach einem kurzen Anruf wurde ich dann in den Backstageraum geführt um ein Interview mit „The Irish Bastard Himself“, dem Sänger, Songwriter und Akustikgitarristen der Band zu führen (näheres nächste Woche).

Auf dem Weg dorthin stellte man mir diverse Menschen vor, deren Namen ich zum Großteil keine fünf Minuten behalten konnte. Nur „Hallo, ich bin Theke!“ blieb mir im Gedächtnis. War mir dass im ersten Moment etwas suspekt, so wurde mir nach dem Interview klar, dass ich es mit einem „Hallo, ich bin Klöte!“ noch suspekter hätte treffen können. Bernd („Theke“) und Thomas („Klöte“) sind zwei der fünf Mitglieder der Vorband Los Cinco Felices Cuatro (ab jetzt nur noch LCFC ). Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man das ausspricht, aber es ist spanisch und heißt wohl „die fünf lustigen vier“. Die Band kommt aus Epe im nördlichen Münsterland, hat bisher zwei Alben veröffentlich und spielt Punk-Rock.

Die fünf Jungs rockten von der ersten Minute an und ich persönlich hatte viel Spaß. Auch der Truppe sah man die Spielfreude sofort an. Leider war das Kölner Publikum äußerst träge, so bewegte sich keiner und es gab auch außer einem weiteren Fotografen und mir niemanden der sich näher als drei Meter an die Bühne heran traute. 90% Des Publikums standen in der Hallenhälfte mit der Theke. Natürlich ist eine gute Bierversorgung nötig, aber LCFC etwas mehr zu feiern hätte ich durchaus angebracht gefunden, aber Geschmäcker sind nun mal verschieden. Erfreulicherweise haben sich die sympathischen Fünf nicht von den bewegungsfaulen Zuschauern anstecken lassen und rockten trotzdem fröhlich bis zur letzten Minute. Etwas schade fand ich auch, dass der Lichttechniker LCFC nur alle drei Minuten minimal anderes Licht spendierte und die ein oder andere Lampe ein- bzw. ausschaltete. Das statische Licht passende daher gar nicht zur dynamischen, energiegeladenen Show der Epeler (wie heißen Leute, die aus Epe kommen?!?). Außerdem habe ich gehört, dass es auch Licht geben kann was nicht rot ist, aber das ist nur ein Gerücht ;) ...

Nach LCFC kamen nun auch schon Mr. Irish Bastard an die Reihe. Leider war ich anfangs auch hier von den Kölnern sehr enttäuscht, der „Sicherheitsabstand“ zur Bühne wurde zwar verkleinert aber nicht ganz aufgehoben. Zum Fotografieren war so ein improvisierter Fotograben zwar klasse doch trotzdem wäre es ohne Lücke schöner gewesen. Doch erfreulicherweise schafften Mr. Irish Bastard relativ schnell das Eis zu brechen und für das nötige „warm werden“ des Publikums zu sorgen, was LCFC allem Anschein nach nicht möglich war. So kam es dazu, dass ich schon nach einigen Liedern auf meine Kamera aufpassen musste, da der einstige Fotograben zur (Pogo)-Tanzfläche umgestaltet wurde. Langsam, aber nicht zu bremsen, wie eine alte Dampflok, nahm das Publikum Fahrt auf und sorgte für die dringend nötige Partystimmung. Angeheizt von der Menge spielten sich Mr. Irish Bastard durch ihr langes Set. Auch hier konnte man den Musikern auf der Bühne ansehen, dass sie großen Spaß hatten. Es wurde herumgealbert und gepost was das Zeug hält und gerade für die Kamera wurde gerne ein noch alberneres Gesicht oder eine noch blödere Pose aufgelegt. Leider immer zufällig da, wo wenig Licht war, sodass die meisten dieser Bilder nichts geworden sind. Sehr schade. Sänger „The Irish Bastard Himself“ erzählte dem Publikum zwar, dass sie das alles nur für’s Geld machen, doch die Spielfreude dieser Band und der absolut faire Eintrittspreis von nur acht(!) Euro im Vorverkauf widerlegten diese - sowieso nicht ernst gemeinte - Aussage sofort. Die Songauswahl lies keine Wünsche offen, altes und neues Material ruhigere und punkigere Lieder und Eigenkompositionen und Coverversionen wurden stimmig eingesetzt, zudem gab es ein Schlagzeugsolo.
Sehr schön fand ich auch die Tatsache, dass der Lichttechniker die anderen Farben für sich entdeckte und die Bühne somit nicht nur im eintönigen Rot erstrahlte. Gegen Ende des Konzerts gab es ein paar fiese Rückkopplungen, aber davon abgesehen gefiel mir die Abmischung des Sounds bei beiden Bands sehr gut.



Fazit:
Ein aus meiner Sicht sehr gelungener Abend mit zwei sehr sympathischen und spielfreudigen Bands. Leider brauchte das Publikum sehr lange um warm zu werden, doch gegen Ende war die Stimmung trotzdem da wo sie sein sollte. Ich würde beide Bands bedenkenlos weiter empfehlen, hier bekommt man für wenig Geld wirklich einiges geboten.

Die Bilder des Abends findet ihr un unserer Galerie.



Setlist LCFC
Vamonos
Back Again
My Attitude
Who the Hell Are You
Sadistic
Head Up
Cry Baby
Just Another Song
Dirty Town


Setlist Mr. Irish Bastard
Another Mans Country
Galway Bay
Building Up
Skin And Bones
Temple Of Love (Sisters Of Mercy Cover)
I Smell the Blood
Paddys Last Tango
Ghosttrain
Blood On The Flag
You Spin Me Round (Dead Or Alive Cover)
Gods Hands
Hate & Loathe
Gypsy Road To Nowhere
Forty Something Street
Don't Judge Me
This World
Stupid Bastards
Streams Of Whiskey (The Pogues Cover)
Bite The Dust
Curse Of The Red-Haired Woman
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Home
End Of the World
Last Pint
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Ceili Becks (?)
Let Go

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