Als ich als der erste Gast den hinteren Teil des Aachener Jakobshof betrat saßen Stumpen und Buzz Dee, zwei Mitglieder einer Boyband und nicht nur irgendeiner Boyband, sondern der ehemals "meisten Band der Welt", noch kurz zu so einer Art Soundcheck auf der Bühne, bevor sie verschwanden. Ich nahm erstmal Platz und nahm den Raum unter die Lupe: Viele kleine Tischchen mit Teelichtern waren im Saal verteilt. Sitzplätze gab es vielleicht 40 bis 50 und ich sollte später noch merken, dass alle benötigt werden.

Um zwanzig Minuten nach Acht betraten die beiden dann erneut die Bühne und einige werden sich auf den ersten Blick vielleicht gefragt haben, wer denn der Mann neben Buzz Dee sei, denn Stumpen war völlig normal gekleidet und somit nicht sofort zu erkennen. Für alle die es nicht wissen, Stumpen trägt auf Konzerten bevorzugt Badeanzüge oder ähnlich freizügiges. Buzz Dee setzte sich sofort auf sein Sofa, öffnete ein Bier und zündete sich eine Kippe an, Stumpen hingegen genehmigte sich erstmal einen Martini und bot auch dem Publikum einen an. Erst hatte niemand Interesse, doch dann meldete sich eine Frau und holte sich ein Glas und ein Küsschen von Stumpen ab. Stumpen orderte Eis und bekam ein vermutlich vier Liter fassendes Gefäß, welches halb voll gefüllt war. Kurzerhand entschloss er sich seine ganze Flasche Martini hinein zu schütten und fortan daraus zu trinken.

Er startete seinen Vortrag mit einem selbstgeschriebenem Gedicht und einem welches angeblich von einem Acht Jahre alten Jungen stammte und von einer Kuh auf einem Bauernhof handelte. Sein dritter Beitrag beschrieb den weiblichen Körper als ein Mehrfamilienhaus (Link).

Nun sang Stumpen uns etwas vor: "Horch was kommt von draußen rein", "Ich will nur ficken" und zum Schluss sang Buzz Dee "The lady is a tramp", da Stumpen laut eigener Aussage kein Englisch sprechen kann. Es folgte eine Diskussion mit den Zuschauern über die folgenden Themen; Zur Auswahl standen: "ficken", "kacken" sowie "ficken und kacken". Als dies abgehakt war spielte uns Stumpen auf seinem Beamer ein Video eines Kindes vor, welches ein Beatles lied sang und wir mussten erraten, um welches Lied es sich handelt. Als Belohnung sang er uns einen Beatlesklassiker mit Hilfe einer computergenerierten Übersetzung vor. Kurz darauf verschüttete er einen halben Liter Martini auf den Bühnenboden, da er zu hastig aufsprang. Eine Bediehnung konnte den Abend jedoch retten und ihm neuen Martini bringen.

Es folgte ein weiterer Knorkatorklassiker und zwar "Ding inne Schnauze" und Buzz Dee musste Karaoke zu "It's a lovely day" singen. Obwohl seine Begeisterung gering war, tat er wie ihm geheißen. Nun war wieder der Beamer an der Reihe und Buzz Dee zeigte uns das Scheißequartett. Die Werte in dennen man zwei Karten vergleichen konnte, waren zum Beispiel das Gewicht und der Schmerz der bei der Produktion entsteht. Wer Interesse an diesem Spiel der etwas anderen Art hat kann es hier für cirka 9€ bestellen.

Jetzt folgte mein persönliches Highlight: Stumpens 7 Jahre alte Tochter und eine vermutlich gleich alte Freundin sangen den Knorkatorhit "Mich verfolgt meine eigene Scheiße". Mich würde interessieren was passiert, wenn die Freundin das neu gelernte Lied ihren Eltern präsentiert, aber wir werden es wohl nie erfahren.



Nach diesem Kracher erzählte uns Stumpen die moderne Geschichte von Hänsel und Gretel (Murat und Aische) und dem Pfefferkuchenhaus (Dönerbude) (Link). Darauf schub Stumpen einen USB-Stick in seinen Computer und zeigte ein Fanvideo, von zwei anwesenden Fans. Die jüngere von beiden war cirka 10 Jahre alt. Das Video zeigte sie bei der Interpretation eines Knorkatorliedes, wobei die ältere Buzz Dee spielt und die jüngere Stumpen. Kann man sich angucken, muss man aber nicht, war auch nichts wirklich besonderes. Nun weihte uns Stumpen in den Alterungsprozess einer Möse ein (Link), worauf ich jedoch nicht weiter eingehen möchte. Auch die darauf folgenden 33 Grade der Freimaurer waren nicht sonderlich spannend.

Es folgte ein vorgelesener Comic und die abgewandelte Version des Liedes "Sah ein Knab ein Rösslein steh'n, Rösslein auf der Weiden" (Sah ein Knab ein Höslein steh'n, Höslein unter'm Kleide). Stumpen fand auch Zeit die deutsche Sprache zu kritisieren: Warum heißt eine Fliege Fliege, wenn auch ein Adler fliegen kann? Warum heißt der Fußabtreter Fußabtreter, wenn er keine Füße abtritt? Warum heißt die Schenke Schenke, wenn ich dort gar nichts geschenkt bekomme? ...

Nun folgte wieder ein Gesangsblock: "Only you", "Wir werden alle sterben" auf arabisch (!), "Ace Of Spades", ein Song über Belgier und "Es kotzt mich an". Nach diesen Liedern sprang er auf und wollte Buzz Dee knuddeln und flog dabei jedoch beinahe auf die Fresse, da sein Stuhl anscheinend nicht für Stumpenakrobatik gedacht zu sein schien. Nun folgten auf dem Beamer die Harakiri-Häschen von Andy Riley (einfach mal googeln!) sowie einige Wortspiele. Zum Abschluss gab es noch ein Gedicht über durch eine Kröte hervorgerufenen Sex (Link) und der Abend war nach knapp 2,5 Stunden zu Ende.


Alles in allem ein sehr niveauloser Abend, jedoch dürfte das niemanden überraschen, wenn ein Knorkatormitglied im Spiel ist. Trotzdem war es sehr lustig und unterhaltsam.