- Dong of the Dead -

 

Der Berg ruft!

Das Dong Open Air Festival, welches nun seit sechs Jahren besteht, fand nun zum vierten mal auf der Halde Norddeutschland am Niederrhein statt. Ebenso bekannt ist die Halde auch als "Dongberg" in Neukirchen-Vluyn nahe Duisburg. Aufgrund seiner sechsjährigen Historie kamen dieses Jahr zirka 1500 Fans aus ihren Löchern gekrochen, die meisten davon meist aus der näheren Umgebung, um den Heavy-Metal zu feiern. Und auch dieses Jahr blieben die Veranstalter ihrem Motto gerecht, ein "Festival für Fans" zu machen: Niedrige Eintrittspreise, attraktive Location und kühles Bier für wenig Öcken. Das dies keine kommerziell ausgerichtete Veranstaltung ist, die den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen versucht, merkt man sofort. Wer jetzt jedoch an der Qualität zweifelt, liegt falsch: Es gab keine Pannen (zumindest keine, die ich erlebt habe), die Bands, teilweise aus Headlinern und Underground bestehend, waren gut und ausgewogen ausgewählt worden und an der Sound- und Lichttechnik gab es eigentlich nichts zu nörgeln! Das Festzelt war groß genug, das Catering drum herum ebenfalls ausreichend.

Etwa schlechter sah es jedoch um die Parkplätze aus: frühzeitig Anreisende mussten bereits resigniert vorne an der Straße parken, weil der Parkplatz direkt am Berg schon überfüllt war. Auch die Parktickets, die dieses Jahr erstmalig mit dem Kauf eines Tickets ausgeteilt wurden, konnten dieses Problem nicht beseitigen. Auf den Berg hinauf half dann jedoch das Gepäck-Shuttle, in dem dieses Jahr sogar Personen mitfahren konnten.

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Stimmung super

Das Wetter, welches 2004 den Besuchern das Feiern erschwerte und den Veranstaltern einiges an Hektik einbrachte, war dieses Jahr perfekt: 30°C und kein Wölkchen am Himmel! Wohl dem, der in weiser Vorraussicht außer einem Zelt zum Schlafen auch noch einen kleinen Pavillon in seinem Gepäck hatte, der Schatten spendete. Die Stimmung war allerorts auf dem Gelände super: Den Fans gefiel die gelungene Auswahl an Bands. Und selbst im Backstage-Bereich, wo emsige Veranstalter wie fleißige Honig-Bienen umherschwirrten, gab es nur glückliche Gesichter und auf nahezu jede Frage eine höfliche Auskunft. Respekt! Mit dem Gitarristen der schwedischen Band "Dragonland", den ich dort zufällig in ein Gespräch verwickeln konnte, sinnierte ich darüber, warum grade dieses kleine Festival bei allen beteiligten derart positiv in Erinnerung bleibt: Es ist die familiäre Atmosphäre, die im Gegensatz steht zu der Massenabfertigung großer Festivals.

Für die musikalische Seite des Festivals sorgte ein abwechselungsreich gestalteter Bandmix. Die Genré erstreckten sich von Power Metal über Hardrock und Viking/Pagan Metal bis hin zu Death/Thrash. Es spielten hochrangige Headliner genauso wie einige Underground-Bands. Hier ist die komplette Playlist:

Freitag:

14:30 - 15:15 The Bonny Situation
15:35 - 16:20 Motorjesus
16:40 - 17:25 Contradiction
17:45 - 18:30 Mystic Prophecy
18:50 - 19:35 Commander
19:55 - 20:40 Hidden in the Fog
21:00 - 22:20 Turisas
22:40 - 00:10 Savage Circus

Samstag:

12:05 - 12:50 Grail Knights
13:10 - 13:55 Gun Barrell
14:15 - 15:00 Negator
15:20 - 16:05 Lords of Decadence
16:25 - 17:10 Osyris
17:30 - 18:15 To be Announced
18:35 - 19:20 Symbiontic
19:40 - 20:25 Horrorscope
20:45 - 21:30 Dragonland
21:50 - 23:10 Rotting Christ
23:30 - 01:00 Die Apokalyptischen Reiter

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"Unten hört man nix!"

Mehrere Anwohner, die den weiten Weg von unten bis auf die Gipfelkuhle auf sich nahmen, meinten völlig erstaunt, dass man unten gar nichts höre von all dem, was sich oben ereigne. Während 1500 Metal-Fans auf dem Berg ausgiebig zu lauter Musik feierten, konnten die Anwohner also friedlich schlummern. Laut Berichten kam es weder zu Störungen, Lärmbelästigungen oder gar Festnahmen. Auch diese Tatsache spricht für die friedliche Atmosphäre auf dem Festival wie auch für die gesamte Metal-Szene an sich.

Wasser marsch!

Die Feuerwehr Neukirchen-Vluyn war die ganze Zeit vor Ort und versorgte die schwitzenden und ausgelaugten Fans mit einem kleinen Wasserbad. Mehrere Male gab es sogar eine Wasserdusche aus dem Feuerwehr-Schlauch. Beantwortet wurde diese Aufmerksamkeit mit dem begeisterten Chor der Menge, welche sich jedes Mal rasend schnell um den Wassersegen ansammelte.

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Fazit

Auch dieses Jahr war das Dong Open Air wieder mein kleines persönliches Festival-Highlight, was Freundlichkeit, Überschaubarkeit, und Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. An dieser Stelle möchte ich die Organisatoren dazu ermuntern, bloß weiter zu machen mit diesem grandiosen Mini-Festival! Wo sonst gibt es anteilsmäßig so viele glückliche Gesichter?