Nach einem langen Arbeitstag war es soweit: Ab ins Turock! Denn dort musste ich mich schon sehr früh einfinden, da ich mir ein Interview mit Andreas Kisser bevorstand. Natürlich kam ich bei dem ganzen Verkehr etwas zu spät,war aber nicht der Rede wert. Vor dem Turock hatte bereits ein einsamer Fan sein Camp aufgebaut. Plötzlich ging die Tür auf, ich wollte eintreten, aber Mr. Wichtig wollte natürlich nicht aus dem Weg gehen.

 


Ich: „Ich stehe auf der Gästeliste und habe heute ein Interview mit der Band.“

Darauf Mr. Wichtig:“ Es gibt keine Gästeliste und die Band ist auch grade mit dem Soundcheck beschäftigt, danach wird gegessen“.

Davon lies ich mich natürlich von Mr. Wichtig nicht abwimmeln. „Ich habe hier die Nr. vom Technischen Manager Band.“

 

MW:“ Wer ist das denn?“

Ich: “Andre Delamanha“

 

Und ab hier kam Bewegung ins Spiel. Nach 20 Minuten Wartezeit wurde mir mitgeteilt, dass die Jungs in einer Stunde bereit wären. Auch Mr. Wichtig war darauf sehr zuvorkommend. Nach einer Stunde hatte sich vorm Turock das Fan-Camp auch beträchtlich vergrößert. Es gab dann auch plötzlich eine Gästeliste: Sehr gut.

 

Nach dem gemeinsamen Interview von Michael (Powermetal.de) und mir mit Andreas Kisser in den Turock-Katakomben haben wir uns dann auch der Halle eingenistet. Kurz darauf haben auch „The very End“ losgelegt, recht moderner Metal. Hatten einen tierisch guten Sound und haben ein nettes Warm-Up abgeliefert. Von cleanem Gesang bis Growls, sowie schnellen und langsamen Stücken war alles dabei. Die Gitarrenarbeit war auch ganz nett. Die Jungs haben ebenfalls vom Voting für die Setlist Wind bekommen, was sich in einem „Ich hoffe ihr habt richtig entschieden!“ geäußert hat. Nach der Umbaupause waren dann auch „The Sorrow“ am Start. Hierzu weiss ich leider nicht viel zu berichten, weil mich das Metal-Core gekläffe ziemlich schnell weit weg getrieben hat. Allerdings hörte sich das ganze genre-mäßig betrachtet sehr solide an. Leider nicht mein Gebiet.

 

Nach etwas mehr Bier und einigen Gesprächen habe ich mich dann in die erste Reihe gewühlt. Das Einpegeln der Instrumente hat sich allerdings als sehr langwierig heraus gestellt, was unter Anderem an den zusätzlichen Percussions für Derrick Green gelegen haben könnte. Das hat der Stimmung allerdings nicht geschadet, da ordentlich gejubelt wurde, als es dann schließlich mit A-lex I düster angefangen hat. Bei „Moloko-Mesto“ gab es schließlich kein Halten mehr und der Laden hat ordentlich gebrodelt. Stück für Stück folgten die Tracks des neuen Albums, kurz unterbrochen von „Convicted in Life“, der sich als ein Mitbrüller herausgestellt hat.

Nach Tobe-Aufforderung „The Treatment“ hat sich auch „Manifest“ als Setlist-Neuheit gezeigt, was stark gefeiert wurde. Weiter die Serie der neuen Tracks bis zu gefordertem Highlight „Forceful Behaviour“ . Hier sei erwähnt, dass Derrick sich ein sichtbares Loch im Bauch gefreut hat, als dieser Track gefordert wurde. Mit dem Verweis der Front-Sau auf das Setlist-Voting, worauf mehrfach und lautstark „Innerself“ gefordert wurde, hat es mit Tracks von der Shizophrenia“ wie „Escape to the Void“ und Neuzugang „Sceptic Schizo“ sowie mit “Dead Embryonic Cells“ von der „Beneath the remains“ heftig gekracht, mit denen auch ein unaufhörlicher Anstur

m von Crowdsurfern eingeleitet wurde. „Ihr kennt also wenigstens etwas von dem alten Zeug, was? “. Und mächtig eingeschlagen hat auch „Mass Hypnosis“, wo Andreas Kissers Finger regelrecht das Griffbrett zersägt haben. Unglaublich, dass von der Gitarre überhaupt noch was übrig geblieben ist, einfach total randaliert. „Innerself“ ist dann auch persönlich an den Fan gerichtet worden, der am lautesten danach geschriehen hatte, welcher es kaum glauben konnte. Die Halle wurde zum Hexenkessel und eigentlich hätte Derrick sich das ganze auch gemütlich anschauen können, da alle die Vocals Lautstark aus sich heraus gebrüllt haben.

Zwischendurch haben sich die Herren von der Bühne zurückgezogen, was die Menge dazu aufforderte nach mehr zu schreien und mächtig auf die Bühne einzuhämmern. Weitere Setlist-Neuheit „Sepulnation“ wurde vom aufgebrachten Pöbel mit Freuden mitgenommen, bei Klassikern der „Chaos A.D“ wie „Refuse/Resist“ und „Territory“ hat es derbe gescheppert . Mit „Arise“ und „Roots“ ging es trotz des schmerzlichen vermissten Titel-Tracks der „Beneath the Remains“ ins Finale. Anschließend haben die Herren noch ne Runde Handshakes verteilt.

Echt ein gelungenes Konzert, was allerdings Schwerpunktsmäßig etwas zu sehr auf das neue Album ausgerichtet war und was recht mager besucht war. Nile und Behemoth sowie Unleashed und Krisiun im November waren doch ein ordentliches Stück besser besucht, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass jene Veranstaltungen an einem Samstag stattgefunden haben. Weiterhin fehlt die zweite Gitarre bei den Jungs, wenigstens für Live-Auftritte. Wie auch aus dem Interview hervor geht ist klar geworden, dass Sepultura niemals mehr den gleichen Zauber bewirken wie sie es in der Vergangenheit getan haben, was das Band-Image immer noch belastet. Mit A-lex haben sie meiner Meinung nach einen guten Weg eingeschlagen, allerdings werden ihnen dadurch wahrscheinlich wieder mehr Fans durchgebrannt sein.

Hier die Setlist, soweit ich mich an sie Erinnern kann:

1. Alex I/Moloko

2. Intro/Filthy Rot 3

3. What I Do!

4. Manifest

5. Convicted In Life

6. Intro/We've Lost You

7. Alex II/Treatment

8. Dead Embryonic Cells

9. False 9. D.E.C.

10. Troops Of Doom

11. Forceful Behaviour

12. Sceptic Schizo

13. Escape to the Void

14. Mass Hypnosis

15. Innerself

16. Alex III/The Experiment

17. Sepulnation

18. Refuse/Resist

19. Territory

20. Arise

21. Roots