Wochenenden sind eigentlich wie geschaffen für Konzerte…
Man muss am nächsten Tag nicht früh raus und  man hat jede Menge Zeit um sich zur Location aufzumachen. Nicht ohne Grund sah ich also mit Freude dem kommenden Event entgegen: Der Lordi-Deadache Tour.

Die Finnen die `06 im Handumdrehen den Grand Prix gewonnen hatten befinden sich auf Ihrer ersten Headliner EinlassTour. Und die ist auch wohlverdient. Ticketpreise oberhalb der 30 Euro finde ich persönlich zwar immer etwas happig und sind auch bei Szenegrößen wie Manowar und Maiden nicht unbedingt gerechtfertigt, doch ich muss zugeben dass dieses Geld im Nachhinein lohnend angelegt war.  Jörg von Hooked on Music und ich waren schon recht zeitig unterwegs, da wir noch ein Interview mit Kita und Amen halten wollten welches Ihr hier in Kürze nachlesen könnt. Leider verschob sich der ganze Zeitplan  ziemlich nach hinten, also waren wir viel zu früh angerückt und konnten so  noch die Aufbauphase und Teile des Soundchecks der Vorbands (Fatal Smile und Silverlane) begutachten.

 

 

Blade von Fatal Smile Kurz nach dem eigentlichen Einlass konnten wir dann doch noch unser Interview durchführen und kamen pünktlich zum Konzertbeginn in die Halle. Fatal Smile standen als erste auf dem Programm. Ich kannte die Band nicht und hatte keine allzu großen Erwartungen, da Vorbands in der Regel kaum Stimmung bringen, vor allem nicht wenn alle Gäste eigentlich nur für den Headliner da sind. Diesmal war jedoch alles anders.  Die Schweden präsentierten eine genial ausgewogene Mischung aus Hardrock und Sleeze und hatten keine Probleme die Halle aufzuheizen. Leider war es besonders zu Beginn noch relativ leer. Es gab wohl noch reichlich Tickets an der Kasse und die Tendenz vieler Konzertbesucher, die Vorbands einfach auszulassen machte sich bemerkbar. Stimmung machten die Jungs von Fatal Smile dennoch, was mit Sicherheit auch an der starken Bühnenpräsenz von Frontmann Blade und dem Basser Alx lag.
Während Blade quasi im Takt der Musik posierte als würde die wichtigste DVD der Bandgeschichte aufgenommen fegte Alx, an Mike Duda von W.A.S.P. erinnernd, springend und Pirouetten drehend über die Bühne.  Leider kannte ich keinen einzigen Song der Sleeze-Rocker und ungünstiger Weise lag auch keine Setlist aus, daher kann ich an dieser Stelle keine Songtitel nennen.

Nach Fatal Smile und dem obligatorischen Changeover betraten Silverlane die Bühne.Silverlane
An der Schiessbude von Silverlane tobt sich kein geringerer als Subway to Sally Drummer Simon Michael aus. Die eher im progressiven Power-Metal angesiedelte Band hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie ihre Vorgänger von Fatal Smile. Ich kann mit progressivem Gedöns halt nicht ganz soviel anfangen wie manch Anderer.

Auch wenn die Jungs und die hübsche Keyboarderin musikalisch nicht so ganz mein Fall waren, kamen sie beim Publikum gut an und waren somit die zweite Band  an diesem Abend die völlig aus der für Support-Acts typischen Art schlug.  Einziger Kritikpunkt wäre da vielleicht das man einige Bandmitglieder im Dunklen und im Nebel versteckt hielt und abgesehen vom Frontmann Ecki allgemein relativ wenig Action auf der Bühne stattfand.
Gerade in diesem Punkt können sich Silverlane noch eine dicke Scheibe von Fatal Smile abschneiden.  Schließlich möchte bei einem Konzert niemand 4 Salzgötzen bewundern.

Nach einer ähnlich kurzen Spielzeit wie Fatal Smile (geschätzte 40 Minuten) verließen Silverlane dann die Bühne um den Weg für einen komplexeren Changeover frei zu machen.

Das Bühnenbild wurde zu einem Schlachthaus bzw. einem OP-Saal des Horrors. Lordi
Blutbespritzte Wände, ein Seziertisch samt in Plastik verpackter Leiche, baumelnde abgetrennte Körperteile… Mr. Lordi hat offensichtlich keine Mühen gescheut, ein aufwendiges Bühnenbild zu kreieren, das sich perfekt in die dargebotene Show einfügen würde.  Das die Show in keinster Weise mit denen zu vergleichen war, die Lordi bisher im Vorprogramm anderer Bands wie Hammerfall geboten hatten, wurde einem schnell klar.
Nach dem Intro jagten zum Beginn von „Girls go chopping“ gleich deftige Feuerfontänen bis an die Hallendecke während Mr.Lordi  wild mit einem Beil rumfuchtelte. Der sprichwörtliche Funke sprang sofort auf die Menge über und die Halle kochte. Mit „Raise hell in heaven“ legten die Monster-Finnen dann gleich noch einen oben drauf.  Das Programm bestand zu einem Großteil aus Nummern vom neuen Album, aber auch ältere Songs wurden gekonnt eingeflochten. Im

Allgemeinen beschränkte man sich aber auf die eher typischen Lordi-Nummern die direkt ins Ohr gehen und gut Amen singbar sind. Aber nicht nur musikalisch wurde einem einiges geboten. Denn zum einen hat der  autodidaktische Special Effekts Artist und hauptberufliche Dämon Lordi die Band mit einem komplett neuen Bühnenoutfit ausgestattet, zum anderen wurde das nicht ganz jugendfreie Programm immer wieder durch Horror-Showeinlagen aufgelockert. So wurde zum Beispiel ein tanzendes Zombiepaar von Awa der Vampirgräfin aufgespießt um dann tanzend von der Bühne zu scheiden.  Kita der Drummer vom anderen Stern kam in den Genuss einen schon reichlich angeschimmelten Samurai zu enthaupten, dessen Schädel er prompt an seinen Drums befestigte. Zu Dr. Sin sezierte Lordi dann eine Leiche die gar nicht liegen bleiben wollte und verspeiste anschließend ihr Gehirn.

Die Showeinlagen waren recht amüsant und kamen auch beim Publikum gut an.
Das sich Lordi selber nicht all zu ernst nehmen bewies der Höllenfürst dann gleich selber, als er mit einer blutverschmierten Puppe auf die Bühne kam, die auf Deutsch Dinge wie „Nimm mich in den Arm, ich hab Dich lieb“ und „Sing mir was vor“ von sich gab.
Hiermit sorgte Mr. Lordi für einige Lacher bei den anwesenden Gästen bevor er dem Bitten der Puppe nachkam und „Would you love a monsterman“ anstimmte.  Natürlich durften auch bei der nun dritten Show in Oberhausen Songs wie „Hard Rock Halleluja“, „Blood red Sandman“ und „Devil is a loser“ samt den obligatorischem ausfahrbaren  Fledermausflügeln nicht fehlen.

Alles in allem eine sehr geile Show, bei der einzig und allein AWA etwas im nebligen Abseits unterging. Nicht nur Lordi sondern auch das Publikum hatten ordentlich Spass, auch wenn die Halle leider nicht ganz ausverkauft war.

Setlist Lordi:
Lordi

  1. Intro
  2. Girls go chopping
  3. They only come out at night
  4. Raise hell in heaven
  5. Bite it like a bulldog
  6. Who’s your daddy?
  7. Blood red sandman
  8. Manskin boots
  9. Night of the living dead
  10. Awa Solo
  11. Deadache
  12. The Arockalypse
  13. Monster Monster
  14. Evilyn
  15. Wake the snake
  16. Dr. Sin
  17. Missing Miss Charlene
  18. WOuld you love a monsterman
  19. Devil is a loser
  20. Hard Rock Halleluja
  21. Outro

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