Die News auf der Webseite des wohl größten Metal Events überhaupt verhiessen nichts gutes..
Die heiligen Wiesen standen unter Wasser und das Festival drohte total im Matsch zu versinken..

Trotzdem machten wir uns Mittwochs gegen 5 Uhr morgens auf den Weg nach Wacken um auch ja nicht die Öffnung des Camp Grounds  zu verpassen. Die Fahrt verlief eigentlich recht gut, wir hatten eigentlich mit fast keinem Stau zu kämpfen... ausser einem!

Nach 4 1/2 stündiger Fahrt erreichten wir unser Ziel.. fast zumindest. Vom Ortseingang Wacken bis zum Campground (ca. 2 KM) benötigten wir dann nochmal weitere 3 1/2 Stunden. Das totale Chaos!
Zu unserem Ärger mussten wir feststellen das die Frühanreiser, die eigentlich gar nicht vor Mittwoch campen sollten, unsere reservierte Fläche (okay die Reservierungen wurden aufgehoben.. das ändert aber nichts daran das die Leute vor Mittwochs 8 Uhr nichts da zu suchen hatten) belegt hatten. 

Aus Dank dafür das wir uns an die Regeln gehalten hatten wurden wir also mit einem Platz auf Campground V belohnt.. aber okay.. es hätte schlimmer kommen können. So hatten wir wenigstens ziemlich saubere Dixies und einen relativ Schlamm- und Lärm-freien Campground.

Problematisch waren allerdings die langen Wege zur Festival Area.
20 Minuten musste man schon einplanen wenn man nüchtern war. Relativ ungünstig, denn so musste man sich im vorraus gut überlegen welche Klamotten man mitnimmt, denn mal kurz zurück zum Camp laufen war so kaum zu realisieren. 

Der Rest vom Mittwoch verlief dann noch relativ ruhig, schliesslich war Zelte aufbauen angesagt. Wir gründeten dann auch gleich das Dekadenz-Camp mit den wichtigsten Sachen die man so auf einem Festival braucht: einem Generator und einem Kühlschschrank. Danach grillten wir noch und trafen uns mit ein paar Bekannten. 

Donnerstags stiefelten wir dann ersteinmal los in Richtung Edeka Markt, schliesslich mussten wir unsere Badges abholen. Nachdem wir durchs ganze Dorf gestiefelt waren, stellten wir erstaunt fest, dass die Vergabe der Backstage-Ausweise dieses Jahr um einiges schneller und besser organisiert verlief. Nach 20 Minuten anstehen hatten wir unsere Badges.

Danach velierf alles erstmal gemächlich.. eine Runde über das Festival Gelände drehen, mal kurz im Supermarkt auf dem Festval Gelände reinhüpfen und anschliessend dann Abhängen mit unseren Campnachbarn. Die erste interessante Band waren für mich am Donnerstag abend dann Sodom, die für eine Donnerstag Abend Band schon eine riesige Masse an Publikum anzogen.
An ernstzunehmende Fotos war bei den Lichtverhältnissen und den Menschenmassen nicht zu denken. Bis an den Eingang standen die Leute um Tom Angelripper und sämtlichen Ex-Sodom Mitgliedern zu huldigen. Es herrschte eine allgemein geile Stimmung auf dem Gelände, obwohl es mir persönlich schon zu voll war. Egal, hauptsache die meisten Besucher hatten Spass. Der wurde auch nicht dadurch getrübt, dass das Gelände noch sehr an Wacken 05 Verhältnisse erinnerte.  Ich würde ja schreiben Sodom spielten sich durch sämtliche Klassiker, aber genau so gut könnte ich schreiben Sodom spielten sich durch Ihre gesamte Band Geschichte.  Nach einer Umbaupause waren dann Biff & Co von Saxon an der Reihe und bewiesen das sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Auch hier fand sich wieder eine respektable Publikumsmenge vor der Blackstage ein und konnte neben diversen Saxon Klassikern auch den Auftritt von Toby Sammet erleben, der Biff am Mikro zeitweise unterstützte.  Während des  Saxon Gigs füllten Overkill auf der Hellfest Stage  das Party Zelt und gaben in  dem einstündigen Gig alte, aber auch neue Songs zum besten.

Freitag

Während des Amorphis-Gigs standen wir in der Schlange zum Prince Body Wash.. ein denkbar schlechter Zeitpunkt, denn scheinbar steckte ein Metalhead vor der Truestage versehentlich das Stroh in Brand und sorgte damit dafür, dass die Feuerwehr es für eine gute Idee hielt uns das Wasser abzudrehen.  Nach kurzer Zeit konnten wir dann aber doch das EISKALTE!! Wasser im Bodywash geniessen und fühlten uns wieder halbwegs sauber. Danach ging es dann erstmal wieder zurück zum Campground unser Zeugs wegbringen und ordentlich Frühstücken. 

Eigentlich wollten wir uns ja schon zu Therion wieder auf den Weg zur Festival-Area machen, doch steckte uns der weg noch zu sehr in den Knochen (und diverse Pfannkuchen..) , dass wir erst zum Gravedigger-Gig auf dem Gelände ankamen. Die Mannen um Chris Boltendahl marschierten zum Intro der "Tunes of War" auf die Bühne und liessen es mit Songs aus der Medival Trilogie richtig krachen. Das Publikum feierte eifrig mit und so mancher Nacken sollte sich vom Gravedigger-Gig nicht allzuschnell wieder erholen. Nach Gravedigger wanderten wir ersteinmal wieder nach Hause.

Die blinden Gardinen standen als nächste auf unserem Terminplan, aber vorher trafen wir uns noch mit einem Großteil der Orgas vom Dong Open Air. Einer der Verrückten hielt es für eine tolle Idee sich bei Guardian ganz nach vorne zu durchzukämpfen.. doch als das Gedräne immer mehr z unahm zogen wir uns dann in eine gemütlichere Entfernung zurück. Blind Guardian lieferten eine Show die zwar (zum Glück) wenig neue Songs und dafür mehr Klassiker beinhaltete, aber dafür von der Stimmung her eher mittelmäßig war. Hansi zeichnet sich bei seinen Ansagen durch einen eklatanten Mangel an Eloquenz aus, den ich vielleicht von einem Musiker erwartet hätte der zum ersten Mal auf der Bühne steht aber nicht von einem Musiker der mit seiner Band schon um die ganze Welt getourt ist. Abgesehen davon ist es recht ermüdend bei jedem Konzert zu hören wie "weltspitzenklasse" man doch war. Sowas mag auf die legendären Konzerte in der Düsseldorfer Phillipshalle zutreffen, aber nicht auf diesen Auftritt. Auch der Bard's Song erzeugte dieses Mal leider nicht das gewohnte Bauchkribbeln. Der Gig war dennoch nicht langweilig, schliesslich wurden auch so musikalische Perlen wie "Script for my Requiem" und "Valhalla" dargeboten.

Iced Earth bewiesen letztendlich noch, dass die Band auch mit dem Ripper überzeugen kann. Gerne hätten wir dann noch einen kleinen Demons & Wizards Gig gesehen, dazu kam es dann aber leider nicht..

Samstag sollte dann gegen 17:30 die Überraschungsbombe platzen: Toby Sammets Pressekonferenz. Leider fiel diese ins Wasser, da Toby, der äusserlich nun eher einem Emo gleicht, mit einer Blinddarmentzündung ins Itzehoer Krankenhaus gekommen ist. Die Überraschung wurde aber dennoch Verkündet. Wir hatten es schon vermutet und letztendlich bewahrheitete es sich auch: Tobias Sammet wird mit seinem Metal Opern Projekt Avantasia auf dem Wacken 2008 auftreten! Damit wäre für 2008  der 2. hochkarätige Headliner bekannt.

Schade fand ich jedoch das einige der Stewards kein Englisch sprachen, was auf einem längst internationalen Festival eigentlich ein No-Go ist. Aber ok.. es gibt dafür ja genug MetalHeads die der Sprache mächtig sind und dementsprechend aushelfen können. Man muss schliesslich auch bedenken das die Helfer ehrenamtlich arbeiten. 

Da wir Type O Negative unbedingt sehen wollten fanden wir uns also rechtzeitig vor der Truestage ein . Leider zeichnete sich der Gig durch einen dermaßen schlechten Sound aus, wie ich ihn auf dem Wacken noch nie erlebt habe. Der Sound war dermaßen übresteuert das die Boxen bei jeder lauteren Einlage von Pete Steele aufs übelste plärrten. Fairer Weise muss man dazu sagen das die komplette Band strunzbesoffen war, das der Tourmanager den Keyboarder der Bandimmer wieder auf die Bühne schubsen musste, da dieser diverse Fluchtversuche unternahm. Von Type O relativ enttäuscht wollten wir dann eine Runde über den Metalmarkt drehen, der bisher ja für Pressevertreter kostenlos war. Am Eingang erwartete uns eine genervte Kassiererin die leider nur in einem unfreundlichen Ton "kostet  einsfuffzich" sagen konnte. Also drehten wir um und schauten uns andersweitig um.

Etwas kritisch betrachteten wir die neue Abreiseregelung der Polizei, doch gab es überhaupt keine Probleme. Bis nach Itzehoe kamen wir problemlos durh und stärkten uns dort dann traditionell bei einem goldenen M. Danach ging es dann weiter nach Hamburg und dann über die Elbbrücken auf die A1. Hier erwartete uns dann eine Überraschung der unangenehmen Art.
Erst lagen ein Paar Schuhe und Gepäck auf der Straße.. Ok.. hat halt jemand Gepäck verloren dachten wir uns da..
Als dann aber ein paar Meter weiter ein Motorrad mitten auf der Autobahn lag und links davon in der Leitplanke ein Motorradfahrer hing wurde uns doch etwas flau im Magen.
Natürlich hielten wir sofort an um zu helfen, wie auch einige andere Metaller.
Der Motorradfahrer hatte jedoch noch Glück im Unglück. Ausser einem Schock war ihm nichts passiert. Also gings nach dem Eintreffen der Polizei weiter über die (nun staufreie) A1. Auf der A43 hingen wir dann erneut im Stau und packten erstmal die Stühle und ne Dose Ravioli aus..  nach 8 Stunden waren wir dann endlich zu Hause.

Wacken war zu Ende.. aber geil war es doch irgendwie!

Was uns gefallen hat:

  • Die Festivalzeitung
  • Die Atmosphäre auf dem Gelände
  • Das es in Wacken keine verschiedenen Nationalitäten sondern nur Metalheads gibt.
  • Die Idee den Wegen Namen zu geben, das erleichterte die Orientierung dramatisch.
  • Die Auswahl der Bands war allererste Sahne.
  • Das verlorene Gegenstände wirklich am Lost & Found auftauchen. (Dank hiermit an den ehrlichen Finder meines PDA)
  • Die Ausgabe der Pressebadges war in diesem Jahr bessre organisiert als in den Jahren davor.
  • Das Ordner in unser Camp kamen und fragten ob wir noch Müllsäcke brauchten.
  • Die Dixies waren sauber! (Meistens)
  • Das sich in Wacken die Diebstähle in Grenzen gehalten haben

 

Was uns nicht gefallen hat:

  • Die langen Wege zum Festivalgelände (20Min+).
  • Die Masse an Menschen. Das Gelände war zeitweise absolut am Limit.
  • Die hohen Preise der Food-Stände (z.b. Döner 4€ bei mickriger Qualität).
  • Das X-Mas-Ticket Chaos (Fairerweise muss man aber dazusagen, dass sich das im nächsten Jahr erledigt hat.
  • Das viele der Stewards kein Englisch konnten. (Aber hey, die Jungs machen das für Umme und es gibt ja genug Metalheads die gerne aushelfen)

Fazit:

Das diesjährige Wacken Open Air war besser als befürchtet. 
Das Wetter war durchweg geil, nur Abends war es schweinekalt und eklig feucht.
Der Campground war zwar etwas vermatscht, aber damit konnte man leben. Nervig war da hauptsächlich die Mücken/Bremsen Plage die bei den feuchtwarmen Verhältnissen ja nicht ausblieb.

In einem Punkt sind sich aber die meisten Wackianer so ziemlich einig: Das Wacken Open Air muss wieder kleiner werden. Nicht nur wegen dem Anreise-Chaos, sondern auch wegen der Menschenmassen auf dem Gelände.

Für uns steht trotz aller negativen Punke dennoch fest:
Wir kommen im nächsten Jahr wieder, denn geil war es irgendwie trotzdem.