So ganz wollte ich dem Braten nicht trauen.. schönes Wetter am Wochenende?

Und das obwohl es so mies ausschaute? 

Doch dann kam es alles ganz anders..  nach ca einer Stunde Fahrt zum Tanzbrunnen in Köln, wo nun zum zweiten mal das Amphi-Festival stattfinden sollte begann ersteinmal die Suche nach einem Parkplatz.
Kaum dort angekommen stand uns auch schon ein Fussweg von ca. 15-20 Minuten bevor.
Das Wetter war bombig.. die Sonne knallte zumindest am Samstag erbarmungslos auf die Festivalbesucher herab.

Während des Festivals haben wir uns hauptsächlich auf die Bands die im Open Air Gelände gespielt haben konzentriert.

Leider verpassten wir die erste Band, Obscenity Trial. Bloodpit hatten leider kurzfristig abgesagt, daher wurden die Auftritte alle etwas nach vorne verschoben und Diorama begannen mit ihrem Weiberelektro-Programm und konnten ein beachtliches Publikum für einen so frühen Act begeistern.

Als nächstes sollte eigentlich Imatem, das  Soloprojekt von Project-Pitchfork Kopf Peter Spilles auftreten. Imatem standen aber im Stau, daher verschoben kurzfristig die münchner Kollegen von Eisbrecher ihr Programm um Imatem einen späteren Auftritt zu ermöglichen. Zumindest der Frontmann von Eisbrecher dürfte so einigen noch aus seiner Zeit bei Megaherz bekannt sein. 

Das Publikum erwartete hier eine von Stromgitarren unterstützte LIveperformance aller erster Güte. Natürlich durfte auch der Megaherz-Klassiker "Miststück" nicht fehlen. Eisbrecher sorgen noch für eine richtig geile Party, leider war der Gig viel zu kurz.

Danach folgte der von vielen Neugierigen erwartete Auftritt von Imatem der mit diversen Gastkünstlern aufwarten konnte.  Auf hier waren elektronische Klänge aus der Retorte angesagt. Nicht ganz meine Tasse Kaffee, aber zwischendurch ganz ok. Auch der Graf von Unheilig unterstützte Imatem mit seiner Stimme.

Danach folgten weitere elektronische Klänge von Funker Vogt bevor es mit Unheilig wieder etwas rockiger wurde.

Der Graf hatte die Menge, die vor allem aus weiblichen Goths in knappen Klamotten bestand, fest im Griff und sorgte mit seiner Live Performance für ausgelassene Stimmung. Kaum einer der Stars der schwarzen Szene hat eine dermaßen sympathische Ausstrahlung und nimmt sich Zeit für seine Fans wie der Aachener. Man konnte dem Grafen durchaus ansehen das er von den Publikumsreaktionen überwältigt war.

Weiter ging es nach Unheilig mit weiteren rockigen Klängen. Diesmal jedoch von ASP der natürlich auch Songs wie "Ich will brennen" und "Befülle mich mit Bier Erfülle mich mit Dir" zum Besten gab.

Nach ASP waren dann Front 242 an der Reihe, die genau wie ASP für einen vollen Platz sorgen.
Ich nutzte den Front 242 Gig um mich etwas auf dem Gelände umzuschauen. Der Tanzbrunnen ist alles in allem eine schöne Festivaumgebung, auch wenn es etwas nervig ist, das man nur eine 0,5 Literflasche mit aufs Gelände nehmen kann. Dafür gibt es allerdings eine kostenlose Trinkwasserstelle. Gut gefallen hat mir auch das Pfandsystem auf dem Amphi. Rumfliegende Becher oder Flaschen konnte man so an einer Hand abzählen.

Am Ende des ersten Festivaltages machten wir uns auf den Rückweg, nicht aber ohne den Ausblick auf den Kölner Dom zu und den Rhein zu geniessen.

Portion Control sollten am Samstag den Beginn des 2. Festivaltages einleuten und taten dies dann auch standesgemäß mit einer halben Stunde Elektro, bevor dann Saltatio Mortis mit ihrem Mittelalter-Folk-Metal Mix das Amphi rocken sollten. Die Gruppe sorgte für eine verdammt geile Atmosphäre, und dafür das ich meinen Nacken und meine Haare völlig ruinierte.. *G*

Danach waren HeimatAerde an der Reihe. Auch hier standen wieder einmal elektronische Klänge im Vordergrund. Allerdings unterstützt von einem elektronischen Dudelsack. Erwähnenswert ist hier allerdings die Liveshow. HeimatAerde traten allesamt in Kettenrüstung auf. Das Kettenhemd des Sängers soll sogar 18 Kilo gewogen haben. Während des 3. Liedes gab es einen Zwischenfall: Eine der Flaggen mit Metallspitze kippte um und schrammte haarscharf an den Fotografen sowie dem Publikum vorbei. Im zweiten Teil der Show trad der Sänger dann ohne Kettenhaube, dafür aber blutüberströmt auf. Auch einen kleinen Show-Schwertkampf durfte das schwarze Publikum erleben.

Nach einer kurzen Umbaupause waren Krypteria an der Reihe. 

Krypteria lassen sich am besten als Mix aus Nightwish / After Forever und Doro beschreiben, wobei die Sängerin Ji-In alle Blicke auf sich zog.  Krypteria bestehen zu 98% aus professionellen Studiomusikern was wohl einer der Gründe dafür sein mag das ihr Live Material etwas klinisch klingt. Dennoch rockten die 4, die auch schon auf dem W:O:A vertreten waren das Amphi ordentlich. 

Nun wurde es wieder elektronisch: Mesh waren an der Reihe. Grund genug für mich noch einen Gang über das Gelände vorzunehmen. Das Angebot an CD und Bekleidungsständen war reichlich, auch ein kleiner "Mittelalter Stand" mit recht günstigen Preisen war vorhanden. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so gut wie am Vortag. Es wechselte immer zwischen Regen und knallendem Sonnenschein. Essenstände und Getränkestände hatten festivalübliche Preise. Über die Qualität der Lebensmittel kann man aber wie auf so ziemlich jedem Festival streiten.

Pünktlich zu Samsas Traum beendete ich meinen Rundgang, denn ST wollte ich unbedingt einmal live erleben! Ich wurde nicht enttäuscht. Frontmann und Projektgründer Alexander Kaschte gab auf der Bühne dermaßen Gas das ich befürchtete meine Nackenmuskeln würden reissen. Natürlich durfte auf Material der Gothic Oper Tineoideia nicht fehlen.

Mit Frontline Assembly wurde die Masse dann wieder mit elektronischen Beats verzückt, was diverse Goths zum extatischen Tanzen anregte. Kurz darauf ging es weiter mit  Subway to Sally.
Subway begannen mit dem Song Kleid aus Rosen, wobei Frontmann Eric Fish den Damen im Publikum rote Rosen überreichte. Auch der Klassiker Henkersbraut und der wesentlich aktuellere Song Sieben gehörten zum Live Repertoire der Mittelaltermetal Band.

 Mit dem Headliner Apotygma Berzerk wurde dann die gelungene Brücke aus Elektro und Rock geschlagen. Apotygma bieten Ihre Songs live nämlich imt Stromgitarrenunterstützung dar, was sie wesentlich rockiger erscheinen lässt als Sie in wirklichkeit sind. Diverse Hits und Klassiker aus dem Programm der Elektropopper wurde gespielt. Starsign und  Love never Dies durften da natürlich nicht fehlen.

Alles in allem ein geniales Festival, das ich als Metalhead so nicht erwartet hätte.
Wenn die Zeit vorhanden ist schaue ich auch im nächsten Jahr gerne wieder im Tanzbrunnen vorbei!