Groezrock
Dieses Jahr am ersten Maiwochenende fand das Groezrock Festival 2014 am 02. Und 03. Mai statt. Freitag und Samstag und nicht (wie die Jahre zuvor Samstag und Sonntag). Viel von dem was in der Punk-, Hardcore- und Metalcore-Szene Rang und Namen hat machte sich an besagtem Wochenende auf um das 10.000 Einwohner Dörfchen Meerhout in Belgien in Schutt und Asche zu legen. Nach den beiden geglückten Anläufen in den Vorjahren wollten es sich die MetalViecher auch 2014 nicht nehmen lassen die Festivalsaison 2014 mit härteren Tönen zu beginnen. Nach der Arbeit also schnell ins Auto und die Stunde Richtung Belgien gedüst um mit der Kamera unterm Arm auf’s Festivalgelände zu stürmen.

Da das Festival nur eine knappe Autostunde von der Deutschen Grenze entfernt ist, haben sich auch viele Deutsche auf den Weg nach Meerhout gemacht, sodass man andauernd zwischen den vielen vertretenden Sprachen die eigene Muttersprache vernahm. Von den tausenden Fans war bei der Anreise nichts zu spüren, was aber natürlich auch an unserer relativ späten Ankunftszeit lag. Von der Autobahnausfahrt Richtung Festival, auf den VIP/Crew/Presse Parkplatz fahren, Sachen packen, Kamera vorbereiten und am Pressecontainer Bändchen und Fotopass abholen, war in weniger als einer Stunde getan.

Für den kleinen Hunger zwischendurch gab es wieder nahezu alles, was man sich wünschen konnte: Hamburger, Sandwiches, Pommes, Asiatisches, Eis und auch für Veganer war ein eigener Stand dabei. Im Gegensatz zur Ausgabe 2012 gab es dieses Mal nur kombinierte Essens- und Getränkemarken, sodass man nicht mit zwei verschiedenen Währungen bezahlen musste.

Zwei Zelte luden zum shoppen ein, wobei eines für Merchandise Artikel des Festivals und der dort spielenden Bands und eins für alles andere, wie beispielsweise einen Stand von Sea Shepherd, gedacht war.

Dadurch das das Festival bereits Freitag begann verpassten wir so natürlich den halben ersten Tag und schafften es gerade noch so einen kurzen Teil des Auftritts von Boysetsfire zu bewundern. Die Mannen um Frontmann Nathan Gray machen eigentlich immer ordentlich Spaß und so wunder es nicht, dass es auch beim Groezrock Gig gut abgeht. Und dabei muss man natürlich bedenken, dass Boysetsfire am Rest des Line-Ups gemessen sicherlich im softeren Drittel spielen.

Ignite aus  Orange County, Kalifornien nahmen sich die Impericon Stage vor, während Alkaline Trio die Monster Main Stage beschallten. Der melodische Hardcore kommt beim Publikum erwartungsgemäß gut an und wird ordentlich gefeiert.

Headliner des Abends sind Nofx die zum 20. Jubiläum ihres Albums „Punk In Drublic“ angekündigt haben das Album in ganzer Länge zu spielen. Irgendwie wurde da aber nichts draus und neben der korrekten Reihenfolge fiel auch der ein oder andere Song vom Tisch.  Aber das störte das Publikum nicht weiter, denn wer ein richtiger Punk ist stört sich nicht an fehlender Ordnung, sondern feiert einfach die Mucke ab die aus den Boxen schallt.

Der erste Festivaltag war aufgrund der späten Anreise eindeutig zu kurz, doch der zweite bot direkt an dafür einzuspringen und daher begann das Programm bereits um 12:00 Uhr. So früh, dass man es kaum schafft ordentlich wach vor der Bühne zu erscheinen.

Richtig los ging es für uns daher mit den Londoner Jungs von Apologies, I Have None die um 14:35 die Bretter betraten. Obwohl ich vorher noch nichts von ihnen kannte konnten sie mich schnell überzeugen und sich in mein Gedächtnis brennen. Die werde ich sicherlich im Auge behalten.

The Ghost Inside ist Hardcore zum Mitgröhlen. Mit Songs wie „Engine 45“, „Unspoken“  oder „Dark Horse“ schafften es die Amerikaner schnell das Publikum für sich zu gewinnen. Textsicher und bewegungsfreudig begegnete dieses der Band und bescherte mir eines der Tageshighlights. Crowdsurfer, Walls Of Death, Circle Pits erschienen am laufenden Band, untermalt vom Chor tausender Kehlen die jede Textzeile (oder zumindest jeden Refrain) aus vollem Hals mitbrüllten.

Caliban haben mit „Ghost Empire“ ein neues Album draußen und haben die Bühne dementsprechend hergerichtet. Das Bühnenbild war schick und wirkte stimmig und mit jeder Sekunde die man es betrachtete und auf die Band wartete wuchs die Erwartungshaltung. Und das zu Recht, denn die Truppe aus Hattingen brachte das Zirkuszelt im Nu zum Kochen. Egal ob neue oder alte Songs, das Publikum war mit von der Partie und ließ es ordentlich krachen.

The Hives hatten ein wenige die Außenseiterrolle inne an diesem Samstag, denn so richtig punkig sind die ja nicht. Metal- oder Hardcore ist auch nicht so ihr Ding, sodass schon ein wenig unklar war, was sie dort auf der Hauptbühne zu suchen hatten. Dementsprechend Zwiegestalten war auch das Publikum. Die einen gingen ordentlich ab, denn die Show die die Schweden ablieferten war erste Sahne. Optisch und musikalisch gab es nichts zu meckern. Ein anderer, großer Teil konnte aber mit dem sehr auf Showeffekte getrimmten Konzert nichts anfangen und wünschten sich anstatt der in maßgeschneiderten Anzügen Auftretenden Schweden lieber eine richtig rotzige Punkband her. Ich für meinen Teil fand es großartig und ein wenig Abwechslung tut ja auch auf so einem Festival gut.

The Offspring waren der große Headliner des Abends und lieferten eine großartige Show ab. Gedanklich hatte ich die Kapelle schon seit Jahren abgeschrieben und wusste nicht einmal, dass sie noch aktiv sind, sodass es mich umso stärker aus den Latschen boxte, als die Jungs um Frontmann Bryan „Dexter“ Holland eine so gute Show in das Zelt zauberten. Auch der  Samstag Headliner hatte sich (wie am Abend zuvor Nofx) vorgenommein ein Album komplett zu spielen. The Offspring gelang dies auch und das sogar noch in korrekter Reihenfolge. „Self Esteem“, „Why Don’t You Get A Job?“, „(Can’t Get My Head) Around You“, „All I Want“ und weitere Hits wurden den Groezrockern kredenzt und diese bedankten sich mit viel Bewegung, egal wo im Zelt man auch schaute.

Es war wieder ein Fest mit vielen geilen Bands, von denen ich zuvor auch einige noch nicht kannte und somit viel Neues kennen lernen konnte. Wir freuen uns auf die 2015er Ausgabe!