Kult
Am Samstag den 29.03.14 war in Essen relativ viel los. Nicht nur im Turock wurde mit Grand Magus ordentlich gerockt, nebenan im Panic Room wurde ein gemütliches Gegenprogramm aufgefahren. Zwei Konzerte an einem Tag, das ist auch für mich neu. Aber ich möchte mich nicht beschweren, schließlich kam ich so in den Genuss einer zweifachen Dosis guter Musik. Bis dato war ich nicht einmal im Panic Room, entsprechend verwirrt war ich dann auch als ich pünktlich zum Einlass weder Kasse noch Bühne entdecken konnte. Da hinter dem Vorhang rein, lautete die freundliche Auskunft an der Theke. Also gut, rein ins Getümmel. Viel war noch nicht los, also entschloss man sich den geplanten Start von 20:30 um etwa eine halbe Stunde zu verschieben. Es fanden langsam mehr Gäste den wenig in den kleinen Konzertkeller und Powder for Pigeons aus Australien legten los. Während man in der in der Beschreibung von warmen, erdigen Tönen sprach und ich deshalb mit irgendeinem Didgeridoo-Esotherik-Folk-Quatschgerechnet hatte, wurde ich dann doch angenehm überrascht. Die Band (ein Ehepaar!) aus Perth besteht nur aus Gitarrist / Sänger und einer Drummerin. Ungewöhnliche Kombination, aber dafür entlockte Fronter Rhys seinem Instrument und seiner Stimme brutale wütende Klänge, die auch beim Publikum ziemlich gut ankamen.
Während weitere Gäste in den Panic Rook kamen legten Slamdown aus Köln mit ihrer Show los. Stilistisch gar nicht so leicht zu beschreiben. Trashmetal meets Melodic Death passt wohl am besten. Brachiale Riffs, infernale Growls und Shouts gemixt mit hier und da einem geschickt platzierten Solo. Soweit ein stimmiges Bild, nur der Sound war teilweise nicht ganz so gut. Das lag vermutlich an der Anlage. Zusätzlich hatten die 5 Kölner ein paar Platzprobleme auf der Bühne. Spaß gemacht hat es trotzdem derbe.
Mit Andy Brings‘ Double Crush Syndrome gab es dann noch ein ordentliches Rockbrett auf die Ohren. Der Panic Room war inzwischen echt voll und Stimmungsmäßig war wirklich nicht mehr viel Luft nach oben. Unglaublich wie es die Stimmung hebt, wenn man mitbekommt das sich jemand auf der Bühne wortwörtlich kaputtrockt. Dass die Bierkastenbühne nicht auseinandergefallen ist, ist ein kleines Wunder. Andy hatte zwischen den Songs die allesamt problemlos als Rockhymnen eingeordnet werden können immer noch den ein oder anderen lockeren Spruch drauf und ließ sich zwischendurch auch einfachmal auf den Schultern eines anderen Gastes durch den Keller tragen. Kurz unterbrach Andy aber die Show, warum? Wenn in einer extrem kleinen Location Glas zu Bruch geht und damit andere gefährdet werden, weil auch noch gepogt wird, dann versteht Andy keinen Spaß. Nach einer amtlichen Standpauke ging es dann aber weiter mit Strophe zwei des abgebrochenen Songs.
Das war definitiv ein denkwürdiger Abend, soviel Spaß hatte ich lange nicht mehr.