Five
Am 22. März 2014 hat die US-amerikanische Hard Rock bzw. Metal Band Five Finger Death Punch (5FDP) auf ihrer "Wrong Side Of Heaven" Tour 2014 einen Stopp im Kölner E-Werk eingelegt. Der für die Live Music Hall geplante Auftritt wurde aufgrund großer Nachfrage in das größere E-Werk verlegt und war trotzdem lange vor Konzertbeginn ausverkauft. Es war das sechste und letzte Konzert des deutschen Teils der Tour und somit die vorerst letzte Möglichkeit die Band hier live zu erleben.

Schon über eine Stunde vor Einlassbeginn standen die Fans vor den noch verschlossenen Türen des E-Werks und warteten auf Einlass, was jedoch nicht nur an der Popularität der Band sondern auch an falschen Informationen bezüglich des Zeitplans der Veranstaltung lag. Statt um 19 Uhr (wie auf der Internetseite der Halle angekündigt) startete das Abendprogramm erst 20 Uhr, was den Kölnern eine zusätzliche (und unnötige) Stunde Wartezeit einbrachte. Naja wenigstens hatte es aufgehört zu regnen, sodass man nicht obendrein nass wurde.

Als erste Band des Abends waren die US-Amerikaner von Pop Evil an der Reihe das Kölner E-Werk auf den anstehenden Headliner vorzubereiten. Leigh Kakaty (Gesang), Chachi Riot (Schlagzeug), Dave Grahs (Gitarre), Matt DiRito (Bass) und Nick Fuelling -Gitarre) sind in Deutschland zwar noch so gut wie unbekannt aber haben sich unter anderem in ihrem Heimatland schon einen gehörigen Ruf erarbeiten können. Dies soll sich nun auf ihrer ersten Europa Tour ändern und dem Konzert in Köln nach zu urteilen steht dem Erfolg hierzulande nichts im Weg. Obwohl kaum jemand im Publikum die Songs kannte, schafften es Pop Evil in kürzester Zeit die Kölner in ihren Bann zu ziehen und zum Abgehen zu animieren.

Doch nicht nur vor der Bühne war gehörig was los. Die Band zeigte Spielfreude und Bewegungsdrang ohne Ende und rockte sich durch ihr dreißig minütiges Set. Statt auf viel Gequatsche zu setzen spielte der Fünfer einen Song nach dem anderen und insbesondere Drummer Chachi Riot und Bassist Matt DiRito waren dabei immer in Bewegung. Mitreißende Songs und eine Band die vor Energie nur so strotzte schafften es, dass der Funke sehr schnell auf die Zuschauer übersprang. Man merkte, dass die Musiker ein eingespieltes Team waren und nicht erst seit kurzem auf Bühnen stehen. Schon nach wenigen Liedern herrschte eine ausgelassene Stimmung im E-Werk und man könnte meinen es schon mit dem Headliner zu tun zu haben.

In das energiegeladene Set wurde mit „Torn To Pieces“ eine Ballade eingestrickt um für ein wenig Abwechslung und eine Verschnaufpause zu sorgen. Stilistisch Five Finger Death Punch sehr ähnlich passte die Band sehr gut ins Abendprogramm und dürfte den ein oder anderen neuen Fan gewonnen haben. Als kleiner Bonus für die Zuschauer wurden ohne Ende Plektren an die ersten Reihen verteilt, sodass der ein oder andere nicht nur eine neue Band kennen gelernt hat, sondern auch mit einem Souvenir nach Hause gehen konnte. Kurz bevor ihre halbe Stunde Spielzeit um war verabschiedeten sich Pop Evil mit „Trenches“ vom baldig in Europa (VÖ: Mai 2014) erscheinenden Album „Onyx“ und brachten das ganze E-Werk zum springen. So muss ein Support sein.

Setlist Pop Evil
Deal With The Devil
Hero
Boss's Daughter
Goodbye My Friend
Sick Sense
Torn To Pieces
Last Man Standing
Trenches

Als zweite Vorband des Abends waren Upon a Burning Body aus Texas am Start. Die Messlatte war durch Pop Evil schon ziemlich hoch gelegt und die Erwartungen an Danny Leal (Gesang), Ruben Alvarez (Bass), Sal Dominguez (Gitarre), Rey Martinez (Bass) und Tito Felix (Schlagzeug) dementsprechend groß. Leider konnten sie diesen Erwartungen nicht gerecht werden. Dies lag zum einen daran, dass der von ihnen gespielte Deathcore nicht wirklich in das Programm des Abends passte und zum anderen weil der Sound dermaßen schlecht war. Die Instrumente gingen im Soundbrei unter, was die Frage aufwarf welchen Praktikanten sie als Tonmischer mitgenommen haben, denn das Problem mit dem Sound schien es bisher bei jedem Konzert der Tour gegeben zu haben. Schade, denn das energiegeladene Stageacting und die coolen Outfirs können den Auftritt dann auch nicht retten. Einige Zuschauer gehen zwar trotzdem mit, aber die Publikumsreaktionen bleiben deutlich unter dem was Pop Evil wenige Minuten zuvor abrufen konnten. Gegen 21:20 Uhr verabschiedeten sich Upon a Burning Body und machten die Bühne frei für den lang erwarteten Headliner.

Zwei gefühlte Ewigkeiten später war der 5FDP Soundcheck beendet und das Saallicht ging ein letztes Mal aus. Ivan „Ghost“ Moody (Gesang), Zoltan Bathory (Gitarre), Jason Hook (Gitarre), Chris Kael (Bass) und Jeremy Spencer (Schlagzeug) betraten mit „Under And Over It“ um kurz nach zehn Uhr die Bühne des Kölner E-Werks. Schon nach den ersten Tönen zeichnete sich ab, dass dies ein starker Konzertabend werden würde. Die Fans flippten von der ersten Sekunde an aus und brüllten die Lieder der Amerikaner aus voller Kehle mit.

Aber auch auf der Bühne herrschte keine Langeweile, denn die Mannen um Frontmann Ivan „Ghost“ Moody beherrschten das Headbangen, was insbesondere bei Gitarrist Zoltan Bathory und Bassist Chris Kael aufgrund ihrer Dreadlocks optisch was her machte. Letzterer trug seine jedoch nicht auf dem Kopf sondern in seinem Bart.

Erstes Highlight des Abends ist das Cover von „Bad Company“ von der gleichnamigen Band, was lautstark von den Fans mitgesungen wurde und man den Eindruck gewinnen konnte es hier mit einem Original Five Finger Death Punch Song zu tun zu haben. Aber kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn bei einem 5FDP Konzert wird scharf geschossen und dem Publikum wird ein Hit nach dem anderen um die Ohren gehauen. Nachdem bei „Burn MF“ Zuschauer auf der Bühne mitsangen, ging es bei „Remember Everything“, „Battle Born“ und „Coming Down“ deutlich ruhiger zu. Eine kurze Verschnaufpause für das Publikum was sich bis zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich ausgepowert hatte.

Mit „Never Enough“ wurde dann wieder ein wenig auf’s Gaspedal gedrückt, denn der Five Finger Death Punch Auftritt neigte sich schon langsam dem Ende. Nach ziemlich genau einer Stunde verschwanden die Herren, um dann nur noch einmal kurz den Zugabewünschen zu entsprechen. Mit dem Hit schlechthin „The Bleeding“ endete die Zugabe lautstark und ließ die Fans mit gemischten Gefühlen stehen. Auf der einen Seite war das Konzert (insbesondere die erste Hälfte) eine wahre Abrissbirne und konnte wirklich von den unbestreitbaren Livequalitäten der Band überzeugen. Auf der anderen Seite sind knapp 70 Minuten Spielzeit zu wenig, insbesondere wenn man Songmaterial von fünf Alben zur Auswahl hat. Drei bis vier mehr Lieder der härteren Sorte hätten keinem wehgetan, aber den Abend von „gut“ zu „großartig“ machen können.

Setlist Five Finger Death Punch
Under And Over It
Burn It Down
Hard To See
Lift Me Up
Bad Company (Bad Company Cover)
No One Gets Left Behind
Burn MF
Remember Everything
Battle Born
Coming Down
Never Enough
Here To Die
Far From Home
Mama Said Knock You Out (LL Cool J Cover)
The Bleeding