Behemoth
Am Samstag den 15. Februar 2014 lockten die Extreme-Metaller von Cradle of Filth aus England und das polnische Black-/Death-Metal Flaggschiff Behemoth zum fröhlichen Headbangen in die Matrix Bochum. Nachdem das Konzert ursprünglich für die Matrix angekündigt und dann in die Oberhausener Turbinenhalle verlegt worden war, nur um letztendlich wieder zurück in die Matrix verlegt zu werden, war ich an diesem Samstagabend froh vor der richtigen Tür zu stehen.

Für die ersten beiden Vorbands In Solitude und Inquisition war ich leider aufgrund der verlängerten Anfahrt nach Bochum statt Oberhausen und einer Bahnpanne zu spät. Ich kam kurz nach Beginn des Sets von In Solitude. Die aus Schweden stammende Band von Pelle "Hornper" Åhman (Gesang), Niklas Lindström (E-Gitarre), Henrik Palm (E-Gitarre), Gottfrid Åhman (E-Bass) und Uno Bruniusson (Schlagzeug) spielte Heavy-Metal.

Sowohl musikalisch als auch von der Bühnenperformance gab es nicht viel an In Solitude auszusetzen, den größten Teil des Publikums konnten sie aber nicht überzeugen. Sie passten einfach zu wenig in das Line Up der Tour und hätten besser den Supportslot bei anderen Konzerten übernehmen können. Sei’s drum einige konnten sich dennoch für die Musik begeistern und feierten die Band während noch viel Platz vor der Bühne war, denn anschließend wurde es da deutlich enger.

Mit Cradle of Filth kam gegen 20:00 der erste Headliner des Abends auf die Bühne. Das aktuelle Line Up besteht aus Dani Filth (Daniel Lloyd Davey, Gesang), Paul Allender (Gitarre), James Mcilroy (Gitarre), Daniel Firth (Bass), Lindsay Schoolcraft (Keyboard) und Martin Škaroupka (Schlagzeug).

Mit dem Intro „At the Gates of Midian“ gefolgt vom ersten Song „Cthulhu Dawn“ starten die sechs Musiker in ihr rund siebzig minütiges Set. Die Publikumsreaktionen waren gut, aber im Nachhinein mit denen von Behemoth verglichen, noch lange nicht am Höhepunkt des Abends. Den hartgesottenen Fans der Band konnte das freilich egal sein, denn sie bekamen einen Klassiker nach dem anderen, sodass für jeden Cradle of Filth Fan etwas dabei gewesen sein mag.

Frontmann der Band Dani Filth machte einen sehr gut gelaunten Eindruck, was sich auch auf das Publikum übertrug. Mit seinem charakteristischen Gesang macht er einen Großteil des Wiedererkennungswertes der Band aus und auch auf der Bühne verkommen seine Bandkollegen (die auch alle Nase lang wechseln) zum für den Sound erforderlichen Beiwerk.

Neben einigen eher selten gespielten Liedern gab es natürlich auch die großen Hits wie „Nymphetamine“ oder „Her Ghost in the Fog“ welches den Abschluss des Konzertes darstelle. Doch so einfach wollte die Matrix die Herren und die Dame nicht gehen lassen, sodass lautstark nach einer Zugabe gefordert wurde. Diese gab es dann auch in Form eines zweiten Intros („Ave Satani“) und dem endgültig letzten Cradle of Filth Song des Abends „Funeral in Carpathia“.

Setlist Cradle of Filth
At the Gates of Midian (Intro)
Cthulhu Dawn
A Dream of Wolves in the Snow
Summer Dying Fast
The Principle of Evil Made Flesh
Beneath the Howling Stars
For Your Vulgar Delectation
Haunted Shores
Nymphetamine
Born in a Burial Gown
Cruelty Brought Thee Orchids
Her Ghost in the Fog
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Ave Satani (Intro)
Funeral in Carpathia

Gegen 22:00 Uhr versammelten sich ein letztes Mal an diesem Abend die Metaller vor der Bühne in der Tube der Bochumer Matrix um den Auftritt der Polen von Behemoth aus nächster Nähe zu genießen. Von den beiden Headlinern ganz offensichtlich der gefragtere, denn vor der Bühne war es sehr kuschelig. Adam Michał „Nergal“ Darski (Gitarre, Gesang), Patryk Dominik „Seth“ Sztyber (Gitarre), Tomasz „Orion“ Wróblewski (Bass) und Zbigniew Robert „Inferno“ Promiński (Schlagzeug) haben gerade erst ihr neues Album „The Satanist“ veröffentlicht und demnach war die Spannung groß, wie viele neue Songs Behemoth in ihre Setlist aufnehmen würden und welchen Anklang sie finden würden.

Als die Pausenmusik endlich verstummte und das Licht ausgeschaltet wurde, betrat zu den Tönen des Intros eine Gestalt mit Kapuze und Fackeln in den Händen die Bühne. Direkt im Anschluss setzten die Polen mit dem Opener „Blow Your Trumpets Gabriel“ die Messlatte hoch an und überzeugten sogleich mit dem ersten neuen Stück. Neben der musikalischen Gewalt mit der die Songs von Behemoth aus den Boxen der Matrix schallten, können die Mannen um den charismatischen Frontmann Nergal auch optisch überzeugen. Das Gesamtkonzept des stimmigen Bühnenbilds gepaart mit entsprechenden Kostümen, Mikroständern und sonstigen Requisiten machte wirklich viel her. Licht, CO2 Werfer und gelegentliche Pyroeffekte (nicht zu vergessen die Teelicher auf Nergals Mikroständer) rundeten den Eindruck ab.

Der Sound war den größten Teil des Konzertes gut, wenn auch einige technische Probleme auftraten, mit der die Band jedoch souverän umging und deren Behebung nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm. Behemoth sind nun mal Profis in ihrem Geschäft und diese Professionalität merkt man ihnen an. Sie wissen genau was sie tun müssen um das Publikum für sich zu begeistern, sodass es nicht weiter verwunderlich war, dass ihnen das auch in Bochum gelang. Behemoth überlassen nichts dem Zufall und sind daher in der Lage Show für Show eine exzellente Performance zu bieten und sich damit den Ruf als grandiose Live-Band zu verdienen. Diesen Ruf können Besucher der Matrix nun auch aus eigener Erfahrung bestätigen.

Rund achtzig Minuten dauerte das Feuerwerk aus alten Hits und neuen Songs und das Bochumer Publikum war das ganze Set mit Begeisterung und lauter Kehle dabei. Kein Wunder, dass auch hier wieder nach einem Nachschlag verlangt wurde, den Behemoth dann mit dem abschließenden „O Father O Satan O Sun!“ gerne gaben.

Setlist Behemoth
Intro
Blow Your Trumpets Gabriel
Ora Pro Nobis Lucifer
Conquer All
Decade of Therion
As Above So Below
Slaves Shall Serve
Christians to the Lions
Hidden in a Fog
The Satanist
Ov Fire and the Void
Alas, Lord Is Upon Me
Furor Divinus
At the Left Hand ov God
Chant for Eschaton 2000
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O Father O Satan O Sun!